SPD Lennestadt kämpft weiter für das Lehrschwimmbecken in Elspe
Arbeitskreis soll Vorschläge erarbeiten
- Lennestadt, 26.03.2021
- Politik
Lennestadt. In den letzten Wochen ist die Diskussion um das Lehrschwimmbecken in Elspe neu aufgekommen. Dazu äußert sich die SPD-Fraktion in einer Pressemitteilung.

Die Fraktionen vertreten unterschiedliche Positionen im Hinblick auf das Schwimmbad, schreibt die SPD: „Auf der einen Seite die Mehrheitskoalition mit der Argumentation, dass gemäß dem Lehrplan ausreichend Schwimmkapazitäten vorhanden sind. Man könne diese Kapazitäten für nahezu alle Schulen aus dem Stadtgebiet vormittags im Schwimmbad Grevenbrück unterbringen. Der Mehrwert eines dritten Bades neben dem Lehrschwimmbecken in Grevenbrück und der Lenne-Therme könne die Kosten die möglicherweise anfallen würden nicht ausgleichen.“

Und hier liegt nach Auffassung der SPD und der Grüne die Krux. „Wir haben in Grevenbrück ein Schwimmbad, das stimmt. Wenn allerdings die Kinder aus Oedingen oder Elspe hierhin zum Schwimmen fahren, bleiben von den lehrplanmäßigen 90 Minuten Unterricht meist weniger als 60 oder 50 Minuten übrig. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie fand gar kein Schwimmen mehr statt“, so Sebastian Sonntag, Stadtverordneter aus dem Elspetal.
Zur Haushaltsberatung hatte sich auch die Schulleitung der Oene-Elspetal Grundschule mit in das Geschehen eingeschaltet und den Fraktionen sowie der Verwaltung mittels eines Padlets Informationen zur Verfügung gestellt. „Aus dem Padlet ist ganz klar ersichtlich, dass Schwimmen nach Lehrplan in Grevenbrück nicht möglich ist. Die Kinder sollen zum Ende der Grundschullaufbahn 100 Meter Schwimmen und Tiefentauchen können. Jeder, der das Bad in Grevenbrück kennt, weiß, dass das hier nicht möglich ist“, sagt Maximilian Ellinger, ebenfalls Stadtverordneter aus Elspe.

„Mittlerweile können mehr als 60 Prozent der Kinder nicht mehr richtig schwimmen. Die Lehrpläne aus dem Düsseldorfer Ministerium geben hier ganz klare Zielvorgaben, und das ist mit dem normalen Unterricht nicht zu schaffen“, so Sebastian Sonntag weiter. Bei dem Schwimmbad gehe es nicht nur um das Schulschwimmen: „Es geht um ein Bad für das gesamte Elspe-Oene-Tal. Es geht um ein Schwimmbad für Sport- und Physiotherapie-Angebote, für Vereins- und Betriebssport.“
Aus den durch die Schulleitung zur Verfügung gestellten Materialien gingen zahlreiche bekannte und neue Fördermittel die die Sanierungskosten drastisch reduzieren würden hervor. Ebenso die aktuellen Kosten für Schwimmlernkurse: „Das können sich oftmals nur die Gut- und Besserverdienenden leisten. 170 Euro für einen Kurs sind sehr viel Geld. Vor allem wenn die Aufgabe des Schwimmunterrichts eine originäre schulische ist“, erklärt Fraktionsvorsitzender Heinz Vollmer.

Da die politischen Diskussionen „festgefahren“ seien, ist die SPD der Auffassung, „dass die Grundlagen für eine Kostenschätzung und eine Entscheidung zum Schwimmbad in Elspe erst einmal raus aus dem politischen Raum muss. Wir werden mit diesem Thema in Elspe, gemeinsam mit den Einwohnern aus Elspe, Oberelspe, Oedingen, Halberbracht und aus unseren zahlreichen kleineren Orten sowie mit der Schulleitung und den Elternvertretern der Oene-Elspe-Tal Schule, einen Arbeitskreis bilden.“ Da sollen die Grundlagen für ein Nutzungs- und Kostenkonzept unpolitisch aufgearbeitet und vor allem kritisch hinterfragt werden.
Der Betrieb und die Folgekosten müssten vor einer möglichen Sanierung geregelt sein, führen Sebastian Sonntag und Maximilian Ellinger aus. „Wichtig ist nur, dass hier in den kommenden Monaten durch zusätzliche Umbauarbeiten keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden.“

Die Ergebnisse aus dem Arbeitskreis sollen im Anschluss den Fraktionen präsentiert werden. „Auf dieser Basis“, so hoffen die Kommunalpolitiker „könnten wir einen neuen Anstoß für ein potentielles Kostengutachten geben. Hierbei ist uns jedoch auch bewusst, dass man das Bad nicht um jeden Preis sanieren kann.“
