„Shark Attack Bike-Festival“ in Saalhausen erneut abgesagt
Afrikanische Schweinepest
- Lennestadt, 24.03.2026
- Verschiedenes
- Von Nils Dinkel
Saalhausen. Das traditionsreiche Shark Attack Bike-Festival in Saalhausen fällt erneut aus. Nach der Absage im vergangenen Jahr findet die Veranstaltung auch 2026 nicht statt. Grund ist weiterhin die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Region. Auch für 2027 besteht derzeit noch keine Planungssicherheit.

Dabei zählt das Festival zu den sportlichen Höhepunkten der Region. Es vereint gleich mehrere Wettbewerbe: den NRW-Cup, den ARAG Schüler-Cup sowie Läufe zur German Cycling MTB-Bundesliga und zum internationalen 3-Nations-Cup. Letzterer gewinnt mit Rennen der Kategorien C2, C1 und HC zunehmend an Bedeutung im internationalen Radsport.
Besonders bitter ist die Absage auch für den Nachwuchs. Mit dem Pontax Nachwuchs-Cup sowie den Wettbewerben für Kids und Bambini bietet das Event seit Jahren jungen Fahrern eine wichtige Plattform. Für viele von ihnen markiert Saalhausen traditionell den Saisonstart.
Doch die aktuelle Lage lässt den Organisatoren kaum Spielraum. Seit dem ersten ASP-Fall bei Oberhundem im Juni 2025 hat sich das Virus in umliegende Regionen ausgebreitet. Teile der betroffenen Gebiete wurden eingezäunt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Genau dieser Schutzzaun durchschneidet jedoch zentrale Bereiche der geplanten Rennstrecke.
„Der Zaun verläuft mitten durch unsere Wiesen. Das ist unser größtes Problem”
„Für dieses Jahr ist nichts möglich“, sagt Dieter Zoppe von der Radsportabteilung des TSV Saalhausen. Besonders problematisch sei, dass wichtige Streckenabschnitte – unter anderem in Richtung Störmecke – nicht mehr genutzt werden dürfen. „Der Zaun verläuft mitten durch unsere Wiesen. Das ist unser größtes Problem.“
Zwar gebe es Überlegungen, zumindest kleinere Wettbewerbe wie den Schüler-Cup rund um den Sportplatz auszurichten, aber erst im kommenden Jahr. Grundlegend sagt Zoppe: „Die Genehmigung ist das Problem. Wir würden sofort starten – Organisation, Sponsoren, alles steht bereit.“ Aber das grüne Licht der Behörden bleibe aus.
Hinzu kommt ein weiteres Hindernis: Internationale Rennen müssen bereits bis Mitte Juli des Vorjahres angemeldet werden. Unter den aktuellen Umständen ist diese Planungssicherheit nicht gegeben. Die Absage trifft nicht nur den Verein, sondern die gesamte Region. Das Shark Attack Bike-Festival lockt normalerweise hunderte Teilnehmer und viele Besucher nach Lennestadt.

Allein etwa 120 Camper rund um das Kur- und Bürgerhaus sorgen regelmäßig für zusätzliche Einnahmen vor Ort. Neben dem 160 Mitglieder zählenden Verein bedauern auch langjährige Teilnehmer die erneute Absage.
Holger Böhler, Pressesprecher beim Kreis Olpe, informierte auf LokalPlus-Anfrage, dass Veranstaltungen im ASP-Kerngebiet und in Sperrzone II grundsätzlich möglich seien – jedoch nur nach vorheriger Prüfung.

„Alle geplanten Veranstaltungen müssen über das entsprechende Formular auf der Homepage des Kreises Olpe beantragt werden und werden von uns geprüft.“ Je nach Art der Veranstaltung und örtlicher Lage bespreche man mit dem Veranstalter, „welche Auflagen oder Änderungen notwendig sind, um das Risiko der Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu minimieren.“
Allerdings liege dem Kreis Olpe derzeit kein Antrag für das Shark Attack Bike-Festival vor. Damit ist die Genehmigungslage offen. Der Kreis stehe nicht im Austausch mit den Organisatoren.



Welche Auflagen im Falle einer Antragstellung möglich wären, macht der Pressesprecher ebenfalls deutlich: Abgrenzungen des Geländes, Einrichtungen zur Schuhdesinfektion oder besondere Regeln für Müll- und Speisereste-Entsorgung gehören zu den denkbaren Maßnahmen. Eine generelle Tendenz zur Untersagung gebe es jedoch nicht: „Von Seiten des Kreises Olpe gibt es keine Bestrebungen, eine Veranstaltung von vornherein zu untersagen.“
Immerhin: Für die internationalen Rennserien wurde laut Zoppe inzwischen Ersatz gefunden: Remscheid übernimmt die entsprechenden Läufe im 3-Nations-Cup und in der Bundesliga.
Osterfeuer sollen stattfinden
Böhler verdeutlichte mit Blick auf die anstehenden Osterfeuer, dass dem Kreis Olpe daran gelegen sei, trotz der ASP möglichst vieles zu ermöglichen. „Wir mussten Auflagen erheben, sonst braucht man keine Allgemeinverfügung“, so Böhler.
Und weiter: „Wir versuchen, Veranstaltungen zu genehmigen, nicht zu verhindern.“ Bisher seien alle 37 beantragten Osterfeuer im Kreis Olpe seitens der Behörde genehmigt worden. Bei Absagen gebe es keine Mitteilungspflicht. Neben der zwei Absagen in Herrntrop und Kirchhundem seien dem Kreis keine weiteren bekannt, im Gegenteil: „Eins der beiden könnte sogar noch stattfinden“, so Böhler.
