Schalke-Fans wandern vier Tage zu Fuß zur Meisterfeier nach Gelsenkirchen
Justin Besting und Ingo Hork erreichen ihr Ziel
- Lennestadt, 16.05.2026
- Verschiedenes
- Von Nicole Voss
Meggen/Gelsenkirchen. Sie trotzten Regen und Sturm, nahmen Schulterschmerzen und brennende Füße in Kauf. Es hat sich gelohnt. Justin Besting und Ingo Hork haben am Samstag, 16. Mai, nach vier „Wandertagen“ die Veltins-Arena in Gelsenkirchen erreicht.

Die eingefleischten Schalke-Fans sind am Mittwoch, 13. Mai, in Meggen gestartet, um bei der Meisterfeier ihres Lieblingsfußball-Clubs und der Übergabe der Meisterschale nach dem finalen Spiel der zweiten Liga gegen Eintracht Braunschweig, am Sonntag, 17. Mai, dabei zu sein.
Sicher hätten die beiden das auch einfacher haben können, sich in den Fanbus setzen und gemütlich am Ziel ankommen. Die Leistung der vergangenen Saison bedeutet den eingefleischten Fans aber so viel, dass sie alle Widrigkeiten wegsteckten und selbst die sportliche Leistung in sich entdeckten.
Das gilt insbesondere für Justin Besting. Im Vorfeld der großen Tour, die durch Dörfer und Wälder führte, hat der 31-Jährige so manche Trainingseinheit hinter sich gebracht. 50 bis 60 Kilometer absolvierte er in der Woche, um fit zu sein. Hat geklappt. Aufgeben wäre nämlich keine Option gewesen, wie er deutlich hervorhebt.

Ingo Hork konnte auf die täglichen Laufeinheiten verzichten. Der 52-Jährige ist fit für derartige Touren und ein erprobter Wanderer. Die Entscheidung beim Aufstieg nach Gelsenkirchen zu wandern, ist im Dezember gefallen. Zeit genug, um sich vorzubereiten. Täglich standen etwa 30 Kilometer auf dem Tagesplan.
Am Mittwochmorgen, pünktlich zur Schalker Zeit um 8.04 Uhr, ging es in Meggen los. Den 12 Kilo-Rucksack, der auch die leichten Schulterschmerzen verursachte, aufgeschnallt und die Schalke-Fahne in der Hand, führte die erste Etappe nach Altenaffeln.
Dort gönnte sich das Fan-Duo die erste Übernachtung, bevor es am Donnerstag weiter nach Letmathe ging. Die dritte Etappe führte nach Lütgendortmund. Die vierte Etappe war emotional anstrengend. Beim Vorbeilaufen am Stadion von Borussia Dortmund stellte Justin Besting scherzhaft fest: „Die Füße schmerzen und die ganzen Zecken schmerzen auch ganz leicht.“
Warum er die körperlichen und emotionalen Schmerzen in Kauf genommen hat, kann der 31-Jährige auch begründen: „Schalke bedeutet mir alles. Seit zehn Jahren bin ich bei jedem Spiel dabei. Schalke-Fans halten zusammen, bilden eine Gemeinschaft und haben bei den Busfahrten immer viel Spaß.“ Egal ob Sieg oder Niederlage, an Bord des Busses wird immer „Aloha He“, „Blau & weiß“ und das Steigerlied gesungen.

Erwähnenswert ist auch, dass er seine Verlobte Tatjana Weber in der Veltins-Arena kennengelernt hat. Ihre Eltern, Bianca und Uwe Weber, und seine Eltern, Christiana und Markus Besting, waren das Überraschungs-Begrüßungskomitee an der Veltins-Arena und Verlobte Tatjana die „Empfangsdame“, wie sie scherzhaft genannt wird.

Papa Markus war es auch, der Justin seine Liebe zu den Blau-Weißen quasi in die Wiege gelegt hat. Als äußeres Zeichen hat sich der Maurer zwei Bergbauhammer und das Gründungsjahr 1904 tätowieren lassen.

Seine Kutte mit den Aufnähern des FC Schalke 04 hat Justin bei Spielen immer an, was ihm auch den Namen „Kutten-Justus“ eingebracht hat. Seine Follower hält Justin Besting bei Instagram auf dem Laufenden. Und eins steht jetzt schon fest: Geheiratet wird auch „auf Schalke“.
