PS-starke Schwergewichte beim 23. „Truck- und Countryfest“ in Saalhausen

155 Trucks rund um das Kur- und Bürgerhaus


 von s: Ina Hoffmann
© s: Ina Hoffmann

Saalhausen. 155 Trucks aus ganz Deutschland und dem nahen Ausland waren beim 23. „Truck- und Countryfest“ zu bestaunen. Glänzender Chrom, Airbrush und viele PS lockten zahlreiche Besucher trotz Regenwetter am Samstag und Sonntag, 2. und 3. September, nach Saalhausen.


Für viele Trucker gehört das „Truck- und Countryfest“ rund um das Kur- und Bürgerhaus inzwischen fest in den Terminkalender. So herrschte auch in diesem Jahr wieder großer Andrang bei der Voranmeldung. „Wir können nicht mehr als fünf Lkw pro Spedition zulassen, weil sonst einfach nicht genug Platz ist, um möglichst viele verschiedene Wagen zeigen zu können“, erklärt Karsten Olbrich, Vorsitzender des Country Clubs Saalhausen. Inzwischen ist das Fest sogar über die Grenzen Deutschlands bekannt. Die weiteste Anreise nahm in diesem Jahr ein Fahrer aus Österreich auf sich.

Als 1994 das erste „Truck- und Countryfest“ ausgerichtet wurde, ahnte noch niemand, welche Beliebtheit das Fest erlangen würde. Nach drei erfolgreichen Veranstaltungen wollte der Sportverein als damaliger Ausrichter die Reihe nicht mehr fortführen. So gründete sich eigens der Country Club, um das Trucker-Treffen weiterführen zu können. „Das Fest wird jedes Jahr größer und bekannter“, so Olbrich.
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PS-starke Schwergewichte beim 23. „Truck- und Countryfest“ in Saalhausen
Das Treffen begann am Freitag, 1. September, mit dem Eintreffen der ersten Trucks und einem Dämmerschoppen. Am Samstag und Sonntag wurde das Gelände für Besucher geöffnet. Jeder möchte seinen Truck natürlich im bestmöglichen Zustand präsentieren. Dazu wird geputzt und poliert, damit alles glänzt, denn die meisten Fahrer kommen gerade von einer Tour.
Straßenschuhe verboten
So auch Jörg Gerken aus Paderborn, der aus Lübeck nach Saalhausen gekommen ist. Seit sieben Jahren ist er mehr auf und in dem Truck als in Paderborn zu Hause. Deshalb ist der Innenraum seines Dreiachsers blitzblank. Die Innenausstattung mit schwarzem Kunstleder hat er selbst bezahlt und angebracht. Wie bei den meisten Fahrern herrscht auch bei Jörg Gerken Straßenschuh-Verbot im Truck - gefahren wird nur in Pantoffeln. „Wenn man 14 Tage am Stück im Führerhaus verbringt, soll alles möglichst sauber und schön sein, damit man sich wohlfühlt“, erklärt er.
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© Ina Hoffmann
Letztes Polieren vor der Platzbegehung der Jury, denn die schönsten Trucks werden mit einem Pokal belohnt. „Dabei werden verschiedene Dinge beurteilt: der Zustand des Lacks, Zubehör, Gesamteindruck, Zusatzteile und vieles mehr“, erklärt Karsten Olbrich.
"Asphalt Cowboy" in Saalhausen
Auch Daniel Schewe, selbstständiger Spediteur aus Hagen, poliert seinen Truck. „Ich war gestern mal eben noch in Hamburg. Da müssen die letzten Wasserflecken noch weg“, erklärt er. Für ihn ist eine Fahrt nach Hamburg tatsächlich nur eine kurze Strecke. Normalerweise ist er zwei bis drei Wochen am Stück in Skandinavien unterwegs und transportiert Container. „Ich hatte schon so gut wie alles auf dem Wagen: Kleidung, Kickboards, Maschinenteile oder Rinderohren aus Indien“, so der Hagener.
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Sein 500 PS starker Truck hat bei diesen langen Fahrten inzwischen 830.000 Kilometer gesammelt. „Bis 1,5 Millionen Kilometer werde ich ihn wohl noch behalten. Deshalb wird er auch gut gepflegt. Es ist zwar ein Zuhause, aber es ist auch ein Arbeitsgerät. Je besser man es pflegt, desto länger kann man es behalten“, erklärt Schewe. Durch einen Bekannten wurde Daniel Schewe Teil der „Asphalt Cowboys“, einer Fernsehserie über deutsche Trucker, beim Fernsehsender DMAX. Drei Staffeln lang fuhr er mit Regisseur, Kamera- und Tonmann durch Skandinavien und ließ sich bei der Arbeit begleiten.
Line Dance und Lichtershow
Rund um das Kur-und Bürgerhaus wurde am Wochenende viel geboten: Torwandschießen, Kinderschminken, verschiedene Verkaufsstände und eine Tombola sorgten für Spaß bei Jung und Alt. Bei der Partynacht sorgte eine Line- Dance-Gruppe für Country-Flair. Dies Gruppe war extra aus Houplines, der Partnerstadt Kirchhundems in Frankreich, angereist.

Bei der anschließenden Lichtershow erleuchteten alle Lkw gemeinsam den Platz, indem alle Lampen und Zusatzleuchten angeschaltet wurden. „Bei uns gibt es nur Licht, aber keinen Lärm. Auf dem Gelände herrscht absolutes Hup-Verbot. Darauf achten wir ganz genau. Das können wir den Anwohnern nicht zumuten“, so Karsten Olbrich.
Versteigerung für den guten Zweck
Zwei LKW-Modelle von einem Meter Länge wurden beim „Truck- und Countryfest“ für den guten Zweck versteigert. Im letzten Jahr kamen 2000 Euro zusammen, die an „Strahlemaennchen“, die Kinderkrebshilfe Kassel, den Förderverein der Grundschule Saalhausen und die Messdiener gespendet wurden. „Es ist uns wichtig, vor allem Aktionen und Vereine zu fördern, die sich für Kinder einsetzen“, so Karsten Olbrich.
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