Neuer Kindergarten in Maumke: Jetzt steht der Umzug an

1,8 Millionen-Projekt


  • Lennestadt, 04.08.2020
  • Von Christine Schmidt
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Der neue Kindergarten in Maumke wurde unterhalb der Kirche gebaut. von Christine Schmidt
Der neue Kindergarten in Maumke wurde unterhalb der Kirche gebaut. © Christine Schmidt

Maumke. Der Kindergartenbetrieb soll ab Montag, 17. August, wieder normal stattfinden. Passend dazu ist das der Stichtag, an dem der St.-Agatha-Kindergarten Maumke in sein neues Zuhause ziehen möchte. Nach rund acht Monaten sind die Bauarbeiten des 1,8-Millionen-Euro-Projektes unterhalb der Kirche abgeschlossen – zumindest im Inneren. Jetzt darf gepackt werden.


Und das wird im bisherigen Kindergarten auch fleißig gemacht. Gähnende Leere ziert die Wände im Eingangsbereich. Alle Bilder und Basteleien wurden schon abgehangen. Dafür platzt die Turnhalle aus allen Nähten. Hier stapeln sich die Kartons, die für den Umzug in den neuen Kindergarten gepackt werden. „Im Moment sind hier alle im Umzugsstress“, sagt die stellvertretende Kindergarten-Leiterin Lena Stengritt.

Schon am Donnerstag, 6. August, sollen die ersten Sachen einen neuen Platz finden. Denn der neue Komplex unterhalb der St.-Agatha-Kirche ist fast fertig und darf nach und nach bezogen werden. Noch fehlen zwar die Möbel und auch der Spielplatz ist noch in Arbeit, aber am 17. August soll voraussichtlich der erste Kindergartentag im neuen Zuhause sein.
Lieber schlicht statt bunt
Das neue zweistöckige Haus ist für das Team um Lena Stengritt ein wahrer Traum. „Endlich können wir einfach und modern arbeiten“, so die 27-Jährige.

Das Gestaltungskonzept ist nach dem „Weniger ist mehr“-Prinzip ausgelegt. Das Team durfte seine Ideen miteinbringen, und so ist ein noch sehr schlichtes Gebäude entstanden – denn bunt wird es durch die Kinder von allein, ist sich Stengritt sicher.

„Wir wollten das quietschbunte und die damit verbundene Reizüberflutung vermeiden“, erklärt die Erzieherin. „Statt bunter Fenster sollen die Kinder einen offenen Blick in die Natur haben.“ Das haben sie definitiv. Riesige Fenster bringen viel Licht in die einzelnen Räume. Die hohen Decken und hellen Fußböden sorgen für eine freundliche Atmosphäre.  
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Im Vergleich: Der bisherige Kindergarten wirkte durch dunkle und niedrige Decken einengender. Auch die braunen Fliesen seien nicht mehr zeitgemäß gewesen.

Stengritt erklärt weiter, dass der 1976 erbaute Komplex zu viele marode Stellen gehabt habe: Die Fenster waren nicht dicht, Ameisen suchten den Weg ins Innere und auch einzelne Fliesen bröckelten mal ab. „Es hätte sich nicht rentiert, das Haus zu renovieren.“ Das größte Manko: Der Zustand der sanitären Anlagen.
Neue sanitäre Anlagen
„Da haben wir jetzt im neuen Kindergarten die besten Möglichkeiten“, sagt die stellvertretende Leiterin. Das Waschbecken hat drei verschiedenen Höhenstufen, es gibt ein Duschbecken und auch ein WC samt Dusche für gehandicapte Personen wurde eingerichtet.

Das Beste: Der Wickeltisch hat eine kleine Treppe, sodass die Kinder selbst hochklettern können. „Wenn man sechs Kinder am Tag auf die Kommode heben muss, weiß man abends, was man getan hat“, lächelt Stengritt, „Das ist eine absolute Entlastung für uns.“
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Neuer Kindergarten in Maumke: Jetzt steht der Umzug an
Das Herzstück des neuen Gebäudes ist wohl der neue Mehrzweckraum samt Mensa, die aber mit einer ausfahrbaren Wand abgetrennt werden kann. Ob zum Turnen oder auch für Elternabende, hier ist viel Platz.

Ausreichend Platz haben die drei Gruppen hier allemal. Jede hat einen Gruppen-, Neben- und Schlafraum, die miteinander verbunden sind. Auch das war im alten Kindergarten nicht gegeben, die Kinder mussten in der Turnhalle ihren Mittagsschlaf halten. Jetzt können sie viel besser zur Ruhe kommen, freut sich die 27-Jährige. Verbunden sind beide Stockwerke mit einer neuen Holztreppe sowie mit einem Aufzug – der gesamte Komplex wird barrierefrei.
Außenbereich muss noch angelegt werden
Neben vielen Räumen für die Kinder gibt es natürlich auch für das Personal Rückzugsorte, Büro, zwei Küchenzeilen und Stauräume. Ach ja: Zwei sogenannte Matschräume wurden extra eingerichtet. Wenn die Kids mit ihrer dreckigen Kleidung von draußen kommen, können sie diese einfach in den Matschräumen ausziehen. So bleibt der Dreck dort und nicht in den Gruppenräumen.

Da müssen sich die Kinder allerdings noch etwas gedulden. Der Außerbereich, glaubt Stengritt, wird erst in zwei bis drei Monaten fertig sein. Noch sind die Bagger in vollem Einsatz. Eine Garage sowie eine Hütte müssen noch abgerissen werden, um dem neuen Spielplatz Raum zu geben.
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Und der wird zum Abenteuer: Kletterrampe, Matschanlage, Doppelschaukel, Fußballfläche und vieles mehr. Das Außengelände wird zum richtigen Naturparadies. Das Besondere: Über die gesamte Fläche verläuft eine Straße, die die Kinder befahren können.

„Das hier ist alles wirklich gut geworden“, freut sich Lena Stengritt und hofft demnächst auf ein besseres Arbeiten. Denn das sei unter den bisherigen Umständen teilweise nicht mehr einfach gewesen.
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