Nach tödlichem Motorradunfall: Familie sucht weiter nach Antworten
26-jähriger Lennestädter stirbt bei Brachthausen
- Lennestadt, 14.08.2026
- Blaulicht , Verschiedenes
- Von Nils Dinkel
Brachthausen/Lennestadt. Was geschah am Sonntagabend, 2. August, auf der L 728 zwischen Hilchenbach und Brachthausen? Diese Frage beschäftigt nach dem Tod eines 26-jährigen Motorradfahrers aus Lennestadt nicht nur die Ermittler. Auch seine Familie sucht nach Antworten – und wendet sich nun mit einem eigenen Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit.

„Wir, die Familie, bitten euch dringend um eure Hilfe“, heißt es in dem Aufruf, der derzeit verbreitet wird. Gesucht werden Menschen, die den Unfall selbst gesehen haben, sich zum betreffenden Zeitpunkt in der Nähe befanden oder denen etwas Ungewöhnliches aufgefallen ist. Auch vermeintlich unbedeutende Beobachtungen könnten bei der Aufklärung helfen, schreibt die Familie.
Hinter dem Aufruf steht die Hoffnung, die noch offenen Fragen zum Tod des jungen Mannes beantworten zu können. Denn auch fast zwei Wochen nach dem Unfall ist der genaue Hergang noch nicht abschließend geklärt.
Der 26-jährige Lennestädter war am Sonntag, 2. August, gegen 18.35 Uhr mit seinem Motorrad auf der L 728 von Hilchenbach in Richtung Brachthausen unterwegs.

In einer Rechtskurve auf Kirchhundemer Gemeindegebiet kam er nach bisherigen Erkenntnissen aus ungeklärter Ursache nach links von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einer Leitplanke. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen starb der junge Mann noch an der Unfallstelle.
Bereits unmittelbar nach dem Unfall hatte die Kreispolizeibehörde Olpe selbst Zeugen gesucht. Und auch für die Ermittler ist der Fall noch nicht abgeschlossen.
„Die Ermittlungen zum Unfallhergang laufen weiterhin“, bestätigt Polizeisprecherin Lena Hoof auf Nachfrage. Bei der Polizei seien bereits Hinweise eingegangen, denen nun nachgegangen werde.
Dennoch seien weitere Beobachtungen willkommen. Je mehr Informationen die Ermittler erhielten, desto genauer könne letztlich rekonstruiert werden, was an jenem Sonntagabend auf der Landstraße passiert ist. Hinweise nimmt die Polizei per Tel. 0 27 61 / 9 26 90 entgegen.

Dass die Familie nun zusätzlich einen eigenen Zeugenaufruf veröffentlicht hat, sei unabhängig von den Ermittlern erfolgt und grundsätzlich möglich, erklärt Hoof.
Die Familie hofft auf Aufklärung: „Vielleicht hat jemand etwas beobachtet, eine ungewöhnliche Situation bemerkt oder kann sich an ein kleines Detail erinnern“, heißt es in ihrem Aufruf.
Adem Bolatli, Vorsitzender DITIB Lennestadt, ist am Unfalltag als Seelsorger vor Ort gewesen und steht mit der betroffenen Familie täglich in Kontakt.

„Der Familie geht es sehr schlecht. Sie suchen Antworten. Es würde ihnen helfen, wenn sich noch Zeugen melden“, so der Vorsitzende der DITIB Lennestadt. Er half bei der Organisation der Beerdigung, die bereits in Grevenbrück erfolgte.
Bewegend haben zahlreiche Menschen Abschied von dem verunglückten Motorradfahrer genommen: Ein großer Motorrad-Konvoi zog los zum letzten Geleit, während einige Menschen am Straßenrad für den jungen Mann aus Lennestadt innehielten.
„Es waren emotionale und anstrengende Tage. Die Gründe für den Unfall sind nach wie vor unerklärlich und für die Familie noch nicht schlüssig“, sagt Bolatli. Der Ermittlungsstand von Polizei und Unfallaufnahmeteam sei den Betroffenen nicht bekannt.
