Mit Witz, Charme und starken Worten: Festrednerin begeistert in Lennestadt

Olympiasiegerin Verena Bentele bei Thomas-Morus-Sitzung


  • Lennestadt, 15.01.2026
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  • Von Kerstin Sauer
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Festrednerin Verena Bentele trug sich nach ihrer kurzweiligen Ansprache in das Goldene Buch der Stadt Lennestadt ein - sehr zur Freude von Bürgermeister Tobias Puspas. von Kerstin Sauer
Festrednerin Verena Bentele trug sich nach ihrer kurzweiligen Ansprache in das Goldene Buch der Stadt Lennestadt ein - sehr zur Freude von Bürgermeister Tobias Puspas. © Kerstin Sauer

Lennestadt. Die Thomas-Morus-Sitzung ist in Lennestadt traditionell der feierliche Auftakt in das neue (politische) Jahr. Mit zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, einem unterhaltsamen Programm und einem Festredner, der – so ist es Wunsch der Stadtverwaltung – die Besucher anspricht und mitreißt. Doch selten hat ein Festredner für so viel Applaus, Lacher und Aufmerksamkeit gesorgt wie am Mittwochabend, 14. Januar, Verena Bentele, Olympiasiegerin und Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland.


Jeder Stuhl im Ratssaal des Lennestädter Rathauses war besetzt, selbst an den Seiten standen etliche Gäste, um die Sitzung zu verfolgen. Mehr als 220 Anmeldungen seien eingegangen, sagte Bettina Flamme, im Rathaus gemeinsam mit Martin Steinberg federführend für die Organisation der Veranstaltung zuständig.

Nach einer ökumenischen Andacht kündigte Bürgermeister Tobias Puspas die Festrednerin an. Verena Bentele habe, auch aufgrund ihrer Erblindung, schon viele Herausforderungen gemeistert – die letzte sei die Anreise nach Lennestadt mit der Deutschen Bahn gewesen.

Eine Stimme für alle, die zu wenig Gehör finden

„Mit Verena Bentele konnten wir einen besonderen Gast für uns gewinnen“, betonte Puspas und blickte auf die „beachtliche sportliche Karriere“ der Festrednerin, die sich mit einem „bemerkenswerten Willen und Ausdauer einen Namen gemacht hat. Sie ist die Stimme für all diejenigen, die oft zu wenig Gehör finden, und weiß, wie man mit Engagement konkrete Veränderungen herbeiführen kann.“

Begleitet von lautem Beifall trat Verena Bentele ans Mikrofon - und sollte von nun an rund 50 Minuten lang die Besucher unterhalten. Mit Witz, Charme und ernsten Worten, die zum Nachdenken anregten. Immer wieder bezog sie die heutige Gesellschaft und Politik dabei auf Lennestadts Stadtpatron Thomas Morus. Er habe viele gute Visionen und eine Haltung mitgebracht, an der man sich noch heute orientieren könne. „Mut beginnt dort, wo wir mit Haltung für unsere Überzeugungen für andere Menschen einstehen“, erklärte Bentele. Und erntete lauten Beifall.

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Mehr als 220 Besucher haben am Mittwoch, 14. Januar, eine unterhaltsame, abwechslungsreiche und zum Nachdenken anregende Thomas-Morus-Sitzung im Lennestädter Rathaus erlebt.

Mit Wortwitz und charmanter Ehrlichkeit, die eigene Behinderung auch mal selbst aufs Korn nehmend, direkt und authentisch, nahm sie die Lennestädter mit auf eine Reise durch die Gesellschaft. Stellte die Menschen, die sich engagieren und den Mut haben, „sich nicht unterkriegen zu lassen und nicht nur motzen und nörgeln“, in den Mittelpunkt. Bentele: „Genau davon lebt unsere Gesellschaft, dass wir unsere starke Stimme erheben und Ja sagen zu Gemeinschaft, Mithelfen und Geben.“

Ihr Plädoyer galt dem Sozialstaat: „Er ist eine Errungenschaft, ein großes Geschenk und das Rückgrat unserer Gesellschaft. Er schützt uns bei Krankheit und im Alter.“ Und er schütze vor Armut: „Hilfsbedürftige Menschen brauchen Unterstützung, wir müssen an sie glauben und ihnen vertrauen – das wird sich lohnen.“ Wieder war langer Applaus die Antwort.

Menschen eine Stimme geben

Thomas Morus habe nicht gefragt: Was nützt mir das alles? Sondern: Was ist richtig? „Genau das ist wichtig in einer Zeit der Umbrüche. Der Sozialstaat mit seiner Sicherheit und Gerechtigkeit kann der Trainer sein, der uns immer wieder anspornt, uns aber auch in die Pflicht nimmt.“ Es sei wichtig, so Bentele weiter, dass Menschen eine faire Chance erhalten, und den Menschen eine Stimme zu geben.

Mit dem Eintrag ins Goldene Buch verewigte sich die Festrednerin in der Lennestädter Geschichte. Neben der Festrede hatte der Gast aus Bayern noch eine weitere wichtige Aufgabe: Verena Bentele hielt die Laudatio für den Lennestädter, dem die Sportplakette der Stadt Lennestadt verliehen wurde…

Wir berichten noch.

Für den musikalischen Rahmen...

... der Thomas-Morus-Sitzung 2026 sorgten ein Saxophon-Trio, Lennedrumms, die Gesangsklasse der Musikschule, Sängerin Britta Kellermann und die Musiktheaterklasse vom GymSL. Zum Abschluss sangen alle Besucher gemeinsam - und wie es eine beliebte Tradition geworden ist - die Lennestadt-Hymne.

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