Internationale Jugendbegegnung: „Hier wächst etwas sehr Schönes zusammen“
Çaycumaspor zu Gast beim SSV Elspe
- Lennestadt, 06.07.2026
- Sport , Verschiedenes
Elspe. Es war ein Fest der Völkerverständigung bei der internationalen Jugendbegegnung des SSV Elspe mit dem Club aus der türkischen Partnerstadt Çaycuma. „Hier wächst etwas Schönes zusammen“, sagte Magnus Reifenrath, Mathelehrer am Gymnasium Maria Königin, der ebenfalls mit einer weiteren Gruppe türkischer Schüler am Sonntag, 5. Juli, dem Spiel der B-Jugendteams beider Nationen folgte.

Mehr als 1.000 Zuschauer verfolgten im Elsper Wiesengrund zunächst die Turniere der Minikicker, unter anderem von Türk Attendorn, das Spiel der ersten Mannschaft des SSV Elspe gegen Türk (2:2) sowie den Höhepunkt dieses sportlichen Ereignisses: das internationale Spiel der B-Jugend des SSV gegen Çaycumaspor (3:3, Torschützen 2 x Kagan Kaya, Alptug Çetin, 3 x Bruno Striemer).

Um diese Begegnung herum hatte die Jugendabteilung des SSV Elspe ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Unterbringung in der Burg Bilstein, Besuche der Atta-Höhle und der Karl-May-Festspiele, eine Schifffahrt auf dem Biggesee und eine Abendwanderung zum Mandelwagen in Hachen. Auf dem Platz gab es am Sonntag Pizza der vereinseigenen „LaElsperia“. Cigdem und Fuat Kotan, deren Sohn in der B-Jugend spielt, hielten türkischen Tee, Döner und Spezialitäten aus dem Gastland bereit.
Der Schiedsrichter des Spiels Türk Attendorn - SSV Elspe war beeindruckt: „So etwas schafft Verständnis für andere Kulturen“, sagte Christoph Hömberg. Yasin Colak, bei Türk Attendorn eine Legende, meinte: „Hier lernst Du normale Menschen kennen, die Du als Tourist in der Türkei so nicht siehst.“

Viele der B-Jugendlichen stammen aus sozial schwächeren Familien, sagt Senan Kerçin, der Chef von Çaycumaspor. Viele von ihnen waren noch nie an einem anderen Ort. Im Publikum saßen zudem weitere 20 türkische Schüler, die vom Gymnasium MK betreut wurden. „Hier finden nicht zwei Austausche zeitgleich, sondern miteinander statt“, sagte Magnus Reifenrath, der den Schüleraustausch mit Çaycuma koordiniert.
17 Schülerinnen und Schüler des MK betreuten die Gäste aus Çaycuma, darunter mit Ben Eckel und Matti Näther zwei Fußballer des SSV. „Wir haben überhaupt keine sprachlichen Probleme gehabt, alle sprechen ausgezeichnet Englisch“, sagte Zoe Hatzfeld, Schülerin am MK. Ein wichtiger Sprachmittler zwischen den Kulturen war zudem Nedim Kalembasi, Förderer der Städtepartnerstadt aus Altenhundem.

Noah Beckmann: „Diese Freundschaft sollten wir weiter ausbauen.“ In die gleiche Kerbe schlug Senan Kerçin: „Wir haben Freundschaft gespürt zwischen den Städten und den Kindern. Ich wünsche mir, dass sie nicht aufhört und wir sie weitergeben an die nächste Generation.“
Das Spiel wurde über einen youtube-Kanal live in die türkische Partnerstadt übertragen. Auf dem Marktplatz von Çaycuma verfolgten viele Zuschauer die spannenden Zweikämpfe und Tore der Teams auf einer Großleinwand. Kamera und Technik kamen, wie vieles an diesem Tag, vom SSV. Altligaspieler Holger Oest war Kameramann und Übertragungstechniker in einer Person.
Bürgermeister Tobias Puspas, der mit weiteren Vertretern von Stadt und Fußballkreis den Tag verfolgte, war von dieser Jugendbegegnung überaus angetan. „Herzlichen Dank an die Ideengeber des SSV, eine sehr, sehr gelungene Veranstaltung.“ Für Bülent Kantarçi, Bürgermeister von Çaycuma, ist sie der „Grundstein für weitere Schritte“. Möglicherweise wurde mit den Pokalen für beide Mannschaften auch ein Symbol überreicht: zwei ineinander verschlungene Hände.
