„Gefahren durch ungenügende Radverkehrswege“
Leserbrief
- Lennestadt, 02.11.2021
- Verschiedenes
Lennestadt. Zu der Radtour mit den Bürgermeistern Tobias Puspas und Björn Jarosz sowie zum Radwegenetz in Lennestadt allgemein erreichte die LokalPlus-Redaktion folgender Leserbrief:

„Schön war‘s. Um Verbote brauchte sich niemand Gedanken zu machen, weil diese auf bürgermeisterlichen Geheiß für diese Veranstaltung außer Kraft waren. Die Tour führte über gesperrte Wege, über Gefahrenstellen, an denen eigentlich geschoben werden soll, und über Gehwege.

Als ich die verheißungsvolle Kunde „Einzige Voraussetzung ist, dass man sich sicher im Straßenverkehr bewegen kann“ Ende September auf Lokalplus gelesen habe, hatte ich ja zuerst angenommen, der Radweg durch Langenei und Kickenbach sollte bis zum Veranstaltungstermin entsprechend den gültigen Bauvorschriften für Radverkehrswege ausgebaut werden. Das hat sich leider nicht bewahrheitet, wodurch bereits eine Teilnehmerin auf dem Weg zum Startort stürzte.
Es bleibt also festzuhalten: Außerhalb der Veranstaltung darf das Teilstück der Tour, das von Saalhausen bis Gleierbrück führt und überregional u.a. als Streckenführung des Sauerlandradrings ausgewiesen ist, nur auf den 15 Metern, auf denen die K27 zum Steinernen Kreuz überquert wird, befahren werden.
Der Rest der 1,7 Kilometer langen Strecke muss aufgrund der vorhandenen Durchfahrtverbote eigentlich geschoben werden. In Gegenrichtung aber nur „Im Bräukelken“, weil das Teilstück von Gleierbrück bis zur K27 wegen der Lennebrücke nur für Fahrzeuge über 2t gesperrt ist.

Noch konsequenter ist man zwischen Maumke und Theten: Dort ist der Radweg gesperrt (also auch für Radfahrer), weil die Strecke von zu vielen Autofahrern als Baustellenumfahrung genutzt wird.
Der Radweg durch Langenei und Kickenbach darf nur unter Missachtung des Mindestabstands beim Vorbeifahren an den am und auf dem Radweg geparkten Autos benutzt werden, weil man sonst auf dem Gehweg unterwegs wäre. Aber den muss man bei Gegenverkehr ohnehin benutzen.

Viele Leute beschweren sich darüber, dass sich Radfahrer nicht an die Verkehrsregeln halten. Bei den oben genannten Sachverhalten braucht man sich darüber auch nicht zu wundern. Oder man bekommt den Eindruck, dass beim Bau von Radwegen und bei der Beschilderung davon ausgegangen wird, dass sie ohnehin nicht beachtet werden.
Auch die Tatsache, dass für Veranstaltungen wie die Radtour mit den Bürgermeistern Straßensperrungen und Begleitfahrzeuge bemüht werden, wird die Akzeptanz des Radverkehrs bei anderen Verkehrsteilnehmern nicht erhöhen, zeigt aber wenigstens, dass man sich den Gefahren durch ungenügende Radverkehrswege bewusst ist.
Jens Heimes, Lennestadt


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