„Es gibt kein Patentrezept, wie man trauern soll“

Monatliches Trauercafé in Altenhundem


Team der Trauerbegleiter (v.l. Martin Brüggemann, Brigitte Limper, Christa Rameil und Christiane Dröge) von privat
Team der Trauerbegleiter (v.l. Martin Brüggemann, Brigitte Limper, Christa Rameil und Christiane Dröge) © privat

Lennestadt/Kirchhundem. Wenn jemand stirbt, gerät für die Hinterbliebenen die Welt aus den Fugen. Um trauernden Menschen einen Platz und eine Möglichkeit zu geben, mit anderen ins Gespräch zu kommen, gibt es das monatliche Trauercafé in Altenhundem. Die ehrenamtlichen Trauerbegleiter von Camino hören zu und unterstützen mit Einzel- oder Gruppengesprächen.


Die erste Zeit ist oft gefüllt mit Beerdigung, vielen Erledigungen und Kondolenzbesuchen. Wenn weitere Familienangehörige, Freunde oder Arbeitskollegen schon wieder in ihren Alltag zurückkehren, ist der Trauernde noch mitten auf seinem Weg der Trauer. Vielleicht hört er von anderen: „Das Leben geht doch weiter.“ Vielleicht plagen ihn Fragen und Zweifel. Wie lange darf ich eigentlich trauern?

„Trauer ist ein völlig natürlicher Prozess und es gibt kein Patentrezept, wie man trauern soll“, sagt Tanja Hilden, Leitung Sozialer Dienst und Koordinatorin der Trauerangebote von Camino, dem Caritas-Hospizdienst in Lennestadt und Kirchhundem.

Art der Trauer ist individuell

„Die Art, wie jemand mit seiner Trauer umgeht ist sehr individuell. Manche Menschen schaffen es von sich aus, den Weg zurück ins Leben zu finden, andere brauchen etwas Unterstützung. Für diese Menschen können unsere ehrenamtlichen Trauerbegleiter eine Hilfe sein“, erklärt Hilden.

Martin Brüggemann, Brigitte Limper und Christa Rameil engagieren sich ehrenamtlich als Trauerbegleiter und haben dazu eine Weiterbildung abgeschlossen. Seitdem haben sie wichtige Erfahrungen in den Einzel- und Gruppengespräche gesammelt.

Hoffnung schöpfen

„Es braucht nicht immer eine Therapie, um das Versterben eines Angehörigen zu bewältigen. Im Trauercafé trifft man auf Menschen, die noch in der akuten Trauerphase stecken, aber auch auf Teilnehmer, die in ihrem Prozess schon wesentlich weiter sind. Man kann hier von den Erfahrungen anderer Menschen lernen und auch Hoffnung schöpfen, dass es wieder besser wird“, so Brüggemann.

Es gibt allerdings auch Situationen, in denen ein Einzelgespräch mit einem der Trauerbegleiter sinnvoller ist. „Wenn die Trauer noch sehr frisch ist und jemand sich (noch) nicht in einer Gruppe öffnen kann, bieten wir diese Möglichkeit an“, erzählt Brigitte Limper.

„Es ist Mutig, sich Hilfe zu holen“

„Es ist mutig, sich Hilfe zu holen, wenn man merkt, dass man alleine nicht weiterkommt. In solchen schweren Zeiten darf man auch einmal nehmen, statt zu geben“, so Hilden.

Der Ablauf im Trauercafé gestaltet sich immer gleich: Zum Einstieg gibt es einen kurzen Text, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Beim anschließenden gemeinsamen Abendbrot tauschen sich die Teilnehmer aus. Die Gespräche werden von den ehrenamtlich Mitarbeitenden begleitet.

Neben ihre hauptamtliche Tätigkeit als Palliativ-Pflegefachkraft ergänzt Christiane Dröge das Team der Trauerbegleiter als ehrenamtliche Mitarbeiterin. „Wir können die Trauer nicht nehmen“, schließt sie ab. „Den Weg muss man alleine gehen. Wir können hier im Trauercafé oder in einem Einzelgespräch aber einen geschützten Raum zum Trauern bieten, die Menschen begleiten und Wege aufzeigen, um mit der Trauer umzugehen“.

Info

Das nächste Trauercafé findet am Donnerstag, 2. März, um 18 Uhr in der 2. Etage des Caritas-Hauses in der Gartenstraße 6 in Lennestadt-Altenhundem statt. Eine telefonische Anmeldung unter 02723 9556-0 wird erbeten.

Die Einzel- und Gruppengespräche und die Qualifizierung der Trauerbegleiter werden über Spenden finanziert.

  • Spendenkonto Camino - der Caritas-Hospizdienst:
  • IBAN: DE21 4625 1630 0020 0441 11
  • BIC: WELADED1ALK.
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