Elspe Festival hofft auf Ölprinz-Inszenierung im Sommer
Keine Planungssicherheit
- Lennestadt, 16.03.2021
- Kultur
- Von Nils Dinkel
Elspe. Beim Elspe Festival soll im Sommer die Inszenierung von „Der Ölprinz“ den Weg auf die Naturbühne finden. Noch blickt Geschäftsführer Philipp Aßhoff zwar in die sprichwörtliche Glaskugel. Er hofft aber auf eine Spielzeit – und endlich auch auf Planungssicherheit der Politik.

„Man kann keine Saison planen, starten lassen und dann die Notbremse ziehen“, so der Geschäftsführer des Elspe Festivals. „Das ist so für uns nicht machbar. Den Gästen dann eventuell wieder absagen zu müssen, das geht nicht!“
Außerdem könne man in der Kulturbranche nicht von Ministerkonferenz zu Ministerkonferenz hangeln. „Wir brauchen bis April klare Planungssicherheit“, macht Aßhoff deutlich. Er hofft, dass sich die Politik diesem Thema bald annimmt.

Der Fahrplan der Bundesregierung berücksichtige das gar nicht. „Veranstalter brauchen Vorlaufzeit – und nicht nur zwei Wochen. Da steckt sehr viel Vorbereitung hinter", so der Elspe Festival-Geschäftsführer. Im Mai wäre Probenbeginn auf der Bühne, im Juni dann Saisonstart.
Vorher müssten die Drehbücher an die Schauspieler übermittelt und von ihnen auswendig gelernt werden. Schließlich müsse auch das Gelände auf die Saison vorbereitet werden, wobei die Naturbühne in weiten Teilen startklar sei. Sobald das alles geschehe, liefen die Produktionskosten. Die müssten gedeckt sein, sobald die Saison einmal anliefe.



Im Moment kann Aßhoff nicht entscheiden, wie es um den Ölprinz steht. „Ich bleibe vorsichtig optimistisch. Aber wir können nicht in die Glaskugel schauen“, so der Geschäftsführer. Sollten alle Stricke reißen, will das Team ein Ersatzprogramm auf die Beine stellen und gegebenenfalls den Indian Summer, der 2020 erstmals stattfand, vorziehen.
Aßhoff erinnert daran, dass sich das Hygienekonzept im vergangenen Jahr bereits bewährt habe. Von 9.000 Gästen, was für das Elspe Festival sehr wenig seien, habe sich beim Besuch niemand mit dem Coronavirus infiziert.

Die Bundesregierung habe Theatern eine Öffnungsperspektive bei entsprechenden Inzidenzen gegeben. Prinzipiell zähle das Elspe Festival auch dazu. „Allerdings ist unsere Bühne open air“, so Philipp Aßhoff. Studien belegen, dass das Ansteckungsrisiko im Freien sehr gering ist.
Für Aßhoff Grund zur Hoffnung, auch wenn er nicht mit 4.300 Besuchern pro Vorstellung kalkuliert. „Die Hälfte an Gästen wäre schon wünschenswert“, so der Gechäftsführer.

Alle knapp 30 festangestellten Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit. Das Büro ist derzeit nur montags bis donnerstags besetzt. Das Buchungsverhalten könne natürlich nicht an normale Jahre anknüpfen, erzählt Aßhoff mit etwas Wehmut.
