Elf Eingangsklassen in Lennestadt, neun Schulanfänger in Bilstein

Wieder Diskussionen um Teilstandort der Agatha-Grundschule


  • Lennestadt, 27.01.2022
  • Politik
  • Von Kerstin Sauer
    Profilfoto Kerstin Sauer

    Kerstin Sauer

    Redaktion


    E-Mail schreiben
Grundschule Bilstein von Kerstin Sauer
Grundschule Bilstein © Kerstin Sauer

Lennestadt. Elf Eingangsklassen werden im kommenden Schuljahr an den Lennestädter Grundschulen gebildet. Eine davon in Bilstein – ein Thema, das vor allem einige Eltern der künftigen Grundschulkinder dort interessierte und die daher die Diskussion im Ausschuss für Schulen, Kultur, Sport und Soziales am Dienstag, 25. Januar, genau verfolgten.


Die elf Eingangsklassen verteilen sich wie folgt auf die Grundschulen:

  • St.-Nikolaus-Grundschule Grevenbrück: 2 (34 Schulanfänger)
  • Marien-Schule Saalhausen: 1 (24 Schulanfänger)
  • Franziskus-Schule: 2 (eine am Hauptstandort Meggen mit 21 Kindern, eine am Teilstandort Maumke mit 26 Kindern)
  • Oene-Elspe-Tal-Schule: 3 (zwei am Hauptstandort Elspe mit 43 Kindern, eine am Teilstandort Oedingen mit 24 Kindern)
  • St.-Agatha-Schule: 3 (zwei am Hauptstandort Altenhundem mit 45 Kindern, eine am Teilstandort Bilstein mit 9 Kindern)
Einschulung an anderer Grundschule?

Dabei gibt es für Bilstein eine Sonderregelungen, wie in der Sitzungsvorlage zum Ausschuss detailliert erklärt wird: Seit dem Schuljahr 2019/2020 werden dort die Jahrgänge 1 bis 4 jahrgangsübergreifend unterrichtet. Daher werden für die Aufteilung der Klassen und dementsprechend für die Bildung einer Eingangsklasse alle vier Jahrgänge eingerechnet. Da die Zahl der Schüler insgesamt aber die 58 nicht überschreiten dürfte, könnten nur drei der insgesamt neun Schulanfänger in Bilstein aufgenommen werden – der Rest müsste an einer anderen Grundschule beschult werden.

Eine Aussicht, die viele Eltern beunruhigte – und aufgrund derer sich die Stadtverordneten der CDU-Fraktion aus dem Veischedetal besonders für eine Eingangsklasse in Bilstein stark machten.

Unterrichtsmodell wird geändert

Bei einer Informationsveranstaltung Ende November kam der Vorschlag auf den Tisch, das Unterrichtsmodell in Bilstein ein weiteres Mal zu ändern: Künftig sollten dann die Jahrgänge 1 und 2 (die dann gesondert betrachtet werden) und die Jahrgänge 3 und 4 jeweils jahrgangsübergreifend unterrichtet werden.

Durch diese Neuaufteilung wird es möglich, alle neun Schulanfänger aufzunehmen. Jahrgang 1 und 2 werden dann aus einer Lerngruppe bestehen, Jahrgang 3 und 4 aus zwei Gruppen.

Obwohl seine Fraktion generell zentrale Schulstandorte favorisiere, an denen „die Kräfte gebündelt werden und sich privilegiertes Know How konzentriert“, stimme man den Plänen zur Bildung der Eingangsklassen zu, sagte Heinz Vollmer (SPD). „Wir stimmen zu, weil die Eltern einen Anspruch darauf haben zu wissen, was mit ihren Kindern während der Grundschulzeit passiert.“

„Irgendwann wird sich der Standort disqualifizieren“

Aber, so Vollmer weiter: „Der Trend geht eindeutig zu Schulen mit längeren Ganztagsangeboten, als es in Bilstein möglich ist. Irgendwann wird sich der Standort disqualifizieren.“ Und irgendwann könne man sich in Lennestadt nicht mehr alle sieben Grundschuld-Standorte leisten.

Absolute Unterstützung für die Pläne kam aus Reihen der CDU: Rita Balve-Epe und Gregor Schnütgen, zwei Stadtverordnete aus dem Veischedetal, lobten die elf geplanten Eingangsklassen, in denen alle Schulanfänger wohnortnah beschult werden könnten. Am Standort Bilstein „gibt es keinen Nachteil, für niemanden“, betonte Rita Balve-Epe. „Die Eltern sind sehr zufrieden mit dieser Schule, und die Schüler haben keine schulischen Nachteile.“

CDU kämpft weiter

Und Gregor Schnütgen fügte hinzu: „Wir werden so lange für den Standort kämpfen, wie Schüler da sind und die Eltern das wollen.“ Applaus aus den Zuschauerreihen dankte ihm für sein Versprechen.

Unterstützung für den Vorschlag kam auch von Jürgen Ohm aus Reihen der UWG. Die Grünen jedoch blieben ihrer Linie treu und stimmten gegen die geplante Verteilung der Eingangsklassen: In Bilstein müsse immer wieder nach einer neuen Lösung gesucht werden, es gehe nur noch darum, den Standort zu erhalten, kritisierte Christa Orth-Sauer und legte im Namen ihrer Fraktion ein Veto ein.

Trotzdem: Mit zwei Gegenstimmen der Grünen wurde den Plänen mehrheitlich zugestimmt.

Artikel teilen: