EKT: Moderne Hilfe bei schweren psychischen Erkrankungen
GFO Kliniken bieten neues Verfahren in Lennestadt
- Lennestadt, 31.08.2026
- Gesundheit & Medizin
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Lennestadt. Mit dem Umzug an den Standort Lennestadt im vergangenen Jahr und der Inbetriebnahme eines neuen EKT-Geräts hat die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der GFO Kliniken Südwestfalen gemeinsam mit der Klinik für Anästhesiologie ein modernes Konzept für die Elektrokonvulsionstherapie entwickelt, das Patientinnen und Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen nun zur Verfügung steht.
Das wissenschaftlich etablierte Behandlungsverfahren kommt insbesondere bei schweren psychischen Erkrankungen zum Einsatz, wenn andere Therapien nicht ausreichend wirksam waren oder wenn aufgrund der Schwere der Erkrankung eine rasche und intensive Behandlung erforderlich ist.
Schwere Depressionen, schwere manische Episoden, Katatonien oder bestimmte Formen psychotischer Erkrankungen können für Betroffene und ihre Angehörigen eine enorme Belastung darstellen. Während viele Patientinnen und Patienten von Medikamenten und Psychotherapie profitieren, gibt es Situationen (therapieresistente Krankheitsverläufe oder akute Notfälle), in denen diese Behandlungen nicht den gewünschten Erfolg erzielen. Für diese Fälle steht mit der Elektrokonvulsionstherapie eine etablierte und wirksame Therapieoption zur Verfügung.
„Die Elektrokonvulsionstherapie ist ein modernes, wissenschaftlich gut untersuchtes und leitliniengestütztes medizinisches Behandlungsverfahren. Gerade bei schweren und therapieresistenten Erkrankungen kann sie Patienten eine wichtige therapeutische Perspektive eröffnen“, sagt Dr. medic. Alexandra Blaga, Oberärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik und Verantwortliche für die EKT.
Die Behandlung erfolgt unter einer kurzen Vollnarkose und Muskelrelaxierung. Über Elektroden am Kopf wird für wenige Sekunden ein genau dosierter elektrischer Impuls abgegeben, der gezielt einen kurzen therapeutischen Krampfanfall auslöst. Die Patientinnen und Patienten nehmen davon aufgrund der Narkose nichts wahr; durch die Muskelrelaxierung werden ausgeprägte Muskelbewegungen weitgehend verhindert.
Während der gesamten Behandlung werden die Patienten engmaschig von einem erfahrenen Team aus Psychiatern, Anästhesisten sowie speziell geschultem Pflegepersonal überwacht. Nach einer kurzen Beobachtungszeit kehren die Patienten auf ihr Zimmer zurück und können den Rest des Tages an allen anderen Aktivitäten teilnehmen.
Besonders bei schweren und therapieresistenten Depressionen sowie Depressionen mit psychotischen Symptomen und/oder Suizidalität sowie Katatonie, bestimmten Formen bipolarer Erkrankungen oder therapieresistenten Psychosen ist die Elektrokonvulsionstherapie eine etablierte Therapieoption und kann zu einer schnellen Remission führen.
„Kaum ein psychiatrisches Behandlungsverfahren ist noch immer so stark von historischen Bildern und Vorurteilen geprägt wie die EKT. Die heutige Elektrokonvulsionstherapie hat mit diesen Vorstellungen jedoch wenig gemeinsam. Sie wird unter Vollnarkose, Muskelrelaxierung und kontinuierlicher medizinischer Überwachung durchgeführt. Uns ist deshalb wichtig, offen über das Verfahren zu informieren und unbegründete Ängste abzubauen“, so Dr. Alexandra Blaga.
Wie bei jeder medizinischen Behandlung werden Nutzen und mögliche Risiken individuell sorgfältig abgewogen. Vor Beginn einer EKT erfolgen eine umfassende diagnostische Abklärung, die Prüfung möglicher Risikofaktoren sowie ein ausführliches ärztliches Aufklärungsgespräch. Die EKT ist dabei eingebettet in das umfassende Behandlungskonzept der Klinik, das medizinische, psychotherapeutische, pflegerische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.
Mit dem Angebot der Elektrokonvulsionstherapie erweitert die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der GFO Kliniken Südwestfalen ihr Spektrum moderner Behandlungsverfahren und bietet Patienten mit schweren und bislang unzureichend behandelbaren psychischen Erkrankungen eine zusätzliche, moderne Therapieoption.
