Einbruch bei Gewerbesteuer: Die Finanzsituation in Lennestadt durch Corona

Stadtkasse bisher noch gut gefüllt


Die endgültigen finanziellen Auswirkungen von Corona auf die Stadt Lennestadt lassen sich bisher nur erahnen. von © simontk / lia
Die endgültigen finanziellen Auswirkungen von Corona auf die Stadt Lennestadt lassen sich bisher nur erahnen. © © simontk / lia

Lennestadt. Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie machen auch vor der Stadt Lennestadt nicht halt: Derzeit geht die Verwaltung bis zum Jahresende von Gewerbesteuerausfällen von 20 Prozent, das sind 4,4 Millionen Euro, aus. Mit weiteren Ausfällen und Kosten könnten sich die Finanzschäden auf 6,2 Millionen Euro belaufen. Darüber informierte Bürgermeister Stefan Hundt am Mittwoch, 24. Juni, im Rat.


112 Gewerbesteuer-Pflichtige hätten, so heißt es in der Sitzungsvorlage, bisher ihre Vorauszahlungen anpassen oder sogar aussetzen lassen. In erster Linie stammen diese Anträge aus der Gastro- und Hotelbranche, dem Lebensmittel- und Bekleidungseinzelhandel, von Versicherungen, Werbeagenturen und metallverarbeitenden Betrieben.
Weitere Rückgänge erwartet
Bisher liege das Gewerbesteuer-Aufkommen bei 18,8 Millionen Euro und damit 3,2 Millionen Euro unter dem Haushaltsansatz. „Weitere Rückgänge sind zu erwarten“, heißt es.

Hinzu kommen Mindereinnahmen aus der Einkommens- und der Umsatzsteuer. Die Steuerschätzung gehe von Rückgängen um 7,9 Prozent gegenüber 2019 aus. In Zahlen: minus 1,55 Millionen Euro.

Rund 100.000 Euro fehlen nach derzeitigen Schätzungen in den Bereichen Vergnügungssteuer, Verkehrsüberwachung, Elternbeiträge sowie Gebühren in den Bereichen Musikschule, Standesamt und Hallennutzung.
Mehrkosten u.a. für Hygienemaßnahmen
Zu den Mindereinnahmen gesellen sich die Mehrkosten: Rund 75.000 Euro fallen unter anderem für Hygienemaßnahmen (Mundschutzmasken, Spuckschutzwände, Desinfektionsmittel usw.), erhöhte Reinigungskosten und Übernahme von Elternbeiträgen an.

Doch die Verwaltung blickt derzeit noch optimistisch in die Zukunft: Trotz erheblicher Erstattungen bei der Gewerbesteuer und deutlich reduzierter Erträge verfügt die Stadtkasse laut Sitzungsvorlage noch über eine Liquidität von rund 4 Millionen Euro.
Entwicklung weiterhin beobachten
Wie hoch die finanziellen Verluste durch Corona für die Stadt Lennestadt letztlich ausfallen, bleibt abzuwarten. „Wichtig ist, die weitere Entwicklung zu beobachten und laufend neu zu bewerten“, schreibt Bürgermeister Hundt zum Thema.
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