Droht dem Naturfreibad Veischedetal die Schließung?

Trägerverein mit Appell an Dorfbewohner


  • Lennestadt, 18.04.2023
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  • Von Nils Dinkel
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Archivfoto: Das Naturfreibad „Aqua Fun“ in Bilstein. von privat
Archivfoto: Das Naturfreibad „Aqua Fun“ in Bilstein. © privat

Bilstein. „Wird das Freibad Bilstein geschlossen?“ Mit dieser Frage wendet sich der Trägerverein Naturfreibad Veischedetal an die Dorfbewohner aus Bilstein und Kirchveischede. Der Verein erhofft sich, dass sich jüngere Menschen für die Vorstandsarbeit begeistern lassen, denn sonst könnten die Türen des Naturfreibades bald wirklich geschlossen bleiben.


Otto Hoffmann, 1. Vorsitzender des Trägervereins, sagt, dass der Vorstand absichtlich eine reißerische Überschrift gewählt habe. „Wir haben das gleiche Problem wie alle anderen Vereine. Wir wollen junge Menschen nicht nur für die Vorstandsarbeit, sondern für den Fortbestand des Bilsteiner Naturfreibades begeistern.“

Seit 21 Jahren betreibt der Verein das Naturbad, das sonst kurz nach der Jahrtausendwende geschlossen hätte. Die Planungen zur Übernahme begannen bereits vor 23 Jahren, wie Otto Hoffmann erklärt. Das Bad gehöre der Stadt Lennestadt. Es seien dringend Sanierungsarbeiten nötig. Diese werde die Stadt aber nur vornehmen, wenn die Zukunft des Vereins gesichert sei.

18.000 Besucher im Jahr 2022

Über mangelnde Besucher könne man im Veischedetal nicht klagen. Im vergangenen Jahr seien etwa 18.000 Gäste gezählt worden. Problem sei die Suche nach jungen Unterstützern. Das Vorstands-Trio ist inzwischen jenseits der 60 Jahre alt.

„Wir müssen unbedingt zusehen, das welche nachrücken. Es wäre traurig, wenn so eine Attraktion aus dem Veischedetal verschwinden würde“, so Otto Hoffmann. Zeitweise habe es bei Arbeitseinsätzen rund um das Bad bis zu 60 Helfer gegeben. „Heute sind es eine Handvoll Helfer. Darunter kein einziger junger Familienvater. Das war früher anders“, so Hoffmann.

Sanierung dringend erforderlich

Die Sanierungen seien zeitnah notwendig. „Die PVC-Folie hat eine Halbwertzeit von 15 bis 20 Jahren. Dann verschwindet der Weichmacher-Anteil. Zudem gibt es heute ganz andere Bauvorschriften, als zum Planungsbeginn im Jahr 2000“, so Hoffmann.

So seien die Betonfundamente der Findlinge und Mauern mürbe. Für die ersten anstehenden Maßnahmen seien 600.000 Euro kalkuliert. Im Laufe der darauffolgenden Jahre könne sich diese Summe womöglich gar verdoppeln. Während andere Bäder in NRW jährliche Förderungen zwischen 100.000 und 140.000 Euro bekommen, erhalte das vereinsbetriebene Bad in Bilstein eine jährliche Förderung in Höhe von 30.000 Euro.

Daneben sucht der Verein händeringend auf Aushilfsbasis eine Fachkraft für Bäderwesen, die ein bis zwei Mal wöchentlich eingespielte Prozesse überwacht. Otto Hoffmann bleibt optimistisch: Der Brief des Trägervereins Naturbad Veischedetal hat schon für einige neue Mitglieder gesorgt. Ein Ansporn könne sein, dass der Generationswechsel im Vereinsvorstand des Naturfreibades Saalhausen bereits gelungen sei, hofft er.

Jahreshauptversammlung

Die Jahreshauptversammlung des Trägervereins Naturfreibad Veischedetal findet am Donnerstag, 20. April, ab 18.30 Uhr im Bilsteiner Pfarrheim statt.

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