Dramatik, Gefühl, Himmelsweite: Konzert der Philharmonie Südwestfalen

Von der Erde in den Himmel und zurück


Mezzosopranistin Dorothee Bienert und Dirigent Johannes Bettac präsentierten die „Lieder eines fahrenden Gesellen“ von Gustav Mahler. von Antonia Krihl
Mezzosopranistin Dorothee Bienert und Dirigent Johannes Bettac präsentierten die „Lieder eines fahrenden Gesellen“ von Gustav Mahler. © Antonia Krihl

Grevenbrück. Das Programm, das die mehr als 50 Musiker der Philharmonie Südwestfalen in der Schützenhalle in Grevenbrück präsentierten, hatte es in sich: Gustav Mahler, Wolfgang Amadeus Mozart und Richard Wagner an einem Abend. Dazu mit Werken, die sehr selten zur Aufführung kommen.


Das war ein Leckerbissen für die mehr als 100 Gäste des Konzertabends im Rahmen des Spirituellen Sommers 2022, der sich in diesem Jahr auf vielerlei Weise dem Thema „Himmel und Erde“ widmet.

Prof. Florian Ludwig von der Hochschule für Musik Detmold, deren Absolventen die Philharmonie Südwestfalen an diesem Abend dirigierten, führte kenntnisreich durch das Programm. Vieles von dem, was in der Musik zu hören war, ordnete er in seiner Moderation in die Lebensläufe der Komponisten ein.

Annalena Hösel (Mitte) dirgierte die „Faust-Ouvertüre“ von Richard Wagner. von Antonia Krihl.
Annalena Hösel (Mitte) dirgierte die „Faust-Ouvertüre“ von Richard Wagner. © Antonia Krihl.

Wagners „Faust-Ouvertüre“ macht den Anfang und das Orchester unter der energischen Leitung von Annalena Hösel löste ein, was Ludwig angekündigt hatte: Dass in diesem frühen Werk Wagner erstmals in seiner ganzen Pracht zu hören war.

Leiser, innig, aber in großer Präsenz kamen dann die „Lieder eines fahrenden Gesellen“ von Gustav Mahler unter der Leitung von Johannes Bettac daher. Die Mezzosopranistin Dorothee Bienert vermittelte mit Klarheit und großem Einfühlungsvermögen die Verzweiflung des abgewiesenen Liebenden. Ein Schicksal, das auch Mahler erlebt hatte.

Dirigent und Orchester sorgen für Gänsehaut-Stimmung

Mozarts „Jupiter Sinfonie“ führte die Gäste dann in die Weite des Himmels. „Mozart war dem Leben und der Erde verbunden, wie sonst kaum ein Künstler“, so Prof. Ludwig. Trotzdem oder gerade deswegen schrieb er diese göttliche, die Himmel bewegende Musik. Philipp Solle dirigierte das Werk souverän und sorgte zusammen mit dem Orchester für Gänsehaut-Stimmung.

Ein Riesenapplaus, bewegte und glückliche Gesichter im Publikum, Rosen, Sekt und anerkennende Worte vom Sebastian Sonntag, dem stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Lennestadt, waren der Dank für ein außergewöhnliches Musikerlebnis. „Sie haben uns heute viele musikalische Himmelsleitern aufgestellt“, freute sich auch Susanne Falk vom Team des Spirituellen Sommers.

Johannes Bettac, Mezzosopranistin Dorothee Bienert, Philipp Solle und Annalena Hösel (v.l.). von Antonia Krihl
Johannes Bettac, Mezzosopranistin Dorothee Bienert, Philipp Solle und Annalena Hösel (v.l.). © Antonia Krihl

Ein weiterer Dank ging an die Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, Stadtmarketing Lennestadt, die Stadt Lennestadt, den Schützenverein Grevenbrück und die OT für die geleistete Unterstützung. Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Reise zu Himmel und Erde im nächsten Jahr weitergehen soll.

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