Doppelstunde aus neuer Perspektive: Ehemalige Para-Biathletin besucht GymSL

Vivian Hösch beantwortet viele Schülerfragen


  • Lennestadt, 19.02.2026
  • Schule & Bildung , Sport
  • Von Lorena Klein
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Vivian Hösch, ehemalige Para-Biathletin, war zu Gast im GymSL. Die Kinder und Jugendlichen hatten viele Fragen im Gepäck. von Lorena Klein
Vivian Hösch, ehemalige Para-Biathletin, war zu Gast im GymSL. Die Kinder und Jugendlichen hatten viele Fragen im Gepäck. © Lorena Klein

Altenhundem. Sportlicher Besuch am Gymnasium der Stadt Lennestadt in Altenhundem: Eine Doppelstunde lang hat sich die ehemalige Para-Biathletin Vivian Hösch am Donnerstagnachmittag, 19. Februar, Zeit genommen, um zahlreiche Fragen zu beantworten. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler eine für sie ganz neue Perspektive des Themas Sport kennen.


Zuerst ist es noch etwas wuselig im Unterrichtsraum, doch spätestens, als Vivian Hösch sich den Schülern vorstellt, lauschen alle gespannt. Aus dem Schwarzwald nach Lennestadt ist die 34-Jährige nicht allein gekommen: Ihr Baby und ihr Blindenhund sind mit von der Partie.

Vivian Hösch, die von Geburt an eine Sehbehinderung hat, ist ehemalige Para-Sportlerin in den Bereichen Biathlon und Skilanglauf. Sie hat einige Erfolge bei Deutschen Meisterschaften, Weltmeisterschaften und den Paralympischen Spielen gesammelt.

Über Sport, Alltagsaufgaben und tierische Begleitung

Die Leidenschaft für den Wintersport teilt auch Petra Weschollek, Sportlehrerin am GymSL, die selbst ehemalige Biathletin ist und die besondere Doppelstunde organisiert hat. Der Kontakt zu Vivian Hösch ist durch Physiotherapeut David Meiworm entstanden, den beide kennen und der auch vorbeigekommen ist. Außerdem begleiten Vertreter des Kreissportbundes Olpe die Runde.

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Vivian Hösch, ehemalige Para-Biathletin, war zu Gast im GymSL (v.l.): Physiotherapeut David Meiworm, Vivian Hösch, Lehrerin Petra Weschollek und Schulleiterin Birgitta Pieters.

„Ihr dürft mich alles fragen!“, versichert Vivian Hösch ihrem jungen Publikum. Das besteht zum einen aus einer sechsten Klasse, die Sport bei Petra Weschollek hat, und dem Oberstufen-Projektkurs Ski Alpin, für den es in wenigen Tagen nach Südtirol geht. Bei der Kursfahrt steht auch ein Besuch der Paralympischen Winterspiele auf dem Programm.

Die Schüler der unterschiedlichen Jahrgangsstufen haben viele Fragen im Gepäck. Was sieht man eigentlich, wenn man blind ist? Hat man Bilder vor Augen so wie im Traum? Woher weiß der Blindenhund, wo er herlaufen soll? Und wie funktioniert Biathlon, wenn man blind ist? Vivian Hösch geht auf jede Frage ein und erzählt von ihrer Liebe zum Sport, der Zusammenarbeit mit ihrem Hund und dem neuen Alltag als Mutter.

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„Das ist einfach sehr beeindruckend“, beschreibt sie die Unterstützung durch ihren Blindenhund. „Doch am Anfang war es auch für mich ungewohnt, da ich vorher von sehenden Menschen geführt worden bin.“ Das weiße Geschirr bedeute, dass der Hund gerade im Arbeitsmodus sei. Dann soll er nicht von anderen abgelenkt oder berührt werden. „Und ohne Geschirr ist er ein ganz normaler Hund“, so Vivian Hösch.

Vertrauen, Teamarbeit und Präzision

Die Kinder und Jugendlichen lernen, dass sich eine Sehbehinderung für jeden unterschiedlich anfühlen kann, aber viele Dinge ganz normal möglich sind. „Man hat nur etwas andere Strategien entwickelt“, erklärt Vivian Hösch.

So ist es auch beim Biathlon. Beim Skifahren werden Para-Biathleten mit Sehbehinderung von Begleitläufern gelotst, die den Sportlern genaue Anweisungen geben. Dafür brauche es gute Teamarbeit und vor allem Vertrauen, weiß Vivian Hösch. Beim Schießen orientieren sich die Para-Biathleten an Tonsignalen, um das Gewehr zu positionieren. Unverzichtbar ist auch die Unterstützung der Physiotherapeuten. So hat David Meiworm viele Jahre das deutsche Para-Team begleitet.

Ein treuer Begleiter: der Blindenhund von Vivian Hösch. von Lorena Klein
Ein treuer Begleiter: der Blindenhund von Vivian Hösch. © Lorena Klein

Videos, in denen Vivian Hösch auch in ihrer aktiven Zeit zu sehen ist, veranschaulichen den Schülern, wie dieses Zusammenspiel funktioniert. Petra Weschollek freut sich über das große Interesse der Schüler, denen im Laufe der Doppelstunde immer mehr Nachfragen einfallen. „Ich finde, dass gerade im Sport eine super Möglichkeit besteht, dass Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam eine schöne Zeit erleben und sich auf einer ganz anderen Ebene kennenlernen können“, betont die Lehrerin.

Und auch für Vivian Hösch ist es eine gelungene Doppelstunde: „Mir macht es immer Spaß, Wissen an Kinder weiterzugeben“, sagt sie. „Es ist eine große Neugier da und oftmals wird das Wissen auch unter den Kindern weitergegeben. Das ist schön, weil uns das auch im Alltag hilft.“

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