Den letzten Weg begleiten – auch beim Osterbacken und Eierfärben
Steffi Vetter ist Seelsorgebeauftragte im St.-Elisabeth-Hospiz
- Lennestadt, 04.04.2026
- Verschiedenes
- Von Kerstin Sauer
Altenhundem. „Seelsorge heißt, den Weg mitzugehen.“ Wenn Steffi Vetter von ihrer neuen Aufgabe berichtet, klingt aus jedem Satz, wie wohl sie sich hier fühlt: Seit Anfang März ist sie im St.-Elisabeth-Hospiz in Altenhundem als Seelsorgebeauftragte tätig. Und möchte vor allem eins: Zeit mit den Gästen verbringen. Für sie da sein. Zuhören.

So wie an diesem Nachmittag kurz vor Ostern: Steffi Vetter hat die Gäste, die Interesse haben und fit genug sind, eingeladen, in der Hospiz-Küche ein Osterlamm zu backen und Eier zu färben. Mit Unterstützung der ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter Susanne Ludwig und Uta Vogt, Hauswirtschafterin Verena Otto und der Pflege hat sie alle Vorbereitungen getroffen. Auf dem großen Tisch stehen Schüsseln, Eier und eine Waage parat.
Und ein handgeschriebenes Rezept für das Osterlamm. „Das ist noch von meiner Mutter“, sagt Steffi Vetter. Und erzählt, wie sie durch ihre Eltern mit der Sterbebegleitung in Berührung kam: „Als meine Eltern starben, hatte ich den Wunsch, mehr über die Sterbebegleitung zu erfahren.“ Und so absolvierte die gelernte Arzthelferin im Laufe der Jahre viele Fortbildungen in diesem Bereich, in der Aroma-Therapie und letztlich auch zur seelsorglichen Begleitung.

Seit Anfang März ist sie nun als Seelsorgebeauftragte im Altenhundemer Hospiz tätig. „Ich möchte die Gäste begleiten. Auch in der Pflege, aber vor allem möchte ich in Gesprächen und im Zuhören an ihrer Seite sein“, erzählt die 52-Jährige. Viele Menschen bräuchten vor allem auf diesem letzten Weg noch einmal besonderen Beistand, weiß Steffi Vetter.
„Seelsorge ist katholisch und kirchlich – ich arbeite eng mit Pastor Heinrich Schmidt, Geschäftsführer Martin Schäfer und der Pflege zusammen. Dienstags findet eine Messe im Raum der Stille statt, da kann man einen Gast auch mal mit Bett reinfahren.“ Gemeinsam beten, die Kommunion austeilen – auch das gehört zur Seelsorge.


Aber nicht nur, wie Steffi Vetter betont: „Seelsorge ist unabhängig von Glauben und Konfession. Ich besuche die Gäste jeden Tag, damit ich sehe, wie es ihnen geht und was sie brauchen.“ Da sein, zuhören, letzte Wünsche erfüllen – auch das seien Aufgaben von ihr und ihren Kollegen. Und vor allem: „Für die Angehörigen da sein.“
Steffi Vetter hat viele Pläne. Eigene Ideen, aber auch viele, die sie mit den Gästen und der Pflege gemeinsam überlegt hat. Zum Tanz in den Mai einen Maibaum schmücken und Maibowle machen. Ein Kräuterbeet anlegen. Einen festen Spielenachmittag für Gäste und Angehörige einführen. Ein Kinoabend. Gemeinsam kochen. Vor kurzem wurden Ostergläser und Palmenkreuze gebastelt, gesegnet und an alle Gäste verteilt.



Oder, so wie heute, ein Osterlämmchen backen und Feier färben. Es ist eine gesellige, gut gelaunte Runde, die sich in der großen Hospiz-Küche versammelt hat. Da wird gewogen und gemixt, gefachsimpelt und gescherzt. Eine Dame fettet die Backform ein und gibt den Tipp, Paniermehl als Antihaftbeschichtung hineinzugeben, während die Andere vorsichtig rohe Eier in den großen, mit Wasser gefüllten Topf legt.
Steffi Vetter beobachtet das entspannte Miteinander von Gästen und Mitarbeitern. Und strahlt, als sie sagt: „Das ist Leben.“
Hinweis
Das St.-Elisabeth-Hospiz feiert in diesem Jahr seinen 35. Geburtstag. Dazu lädt es am Samstag, 13. Juni, zu einem Tag der offenen Tür ein. Weitere Infos folgen.
