Das Schützenfest-Wochenende in Grevenbrück mal ganz anders

Alternativ-Programm mit Hochamt und Beflaggung


Bei strahlendem Sonnenschein ermittelten die Grevenbrücker Schützen im vergangenen Jahr ihre neuen Regenten. In diesem Jahr muss das Schützenfest leider ausfallen - aber die Grevenbrücker haben sich ein Alternativ-Programm. von Marius Albert
Bei strahlendem Sonnenschein ermittelten die Grevenbrücker Schützen im vergangenen Jahr ihre neuen Regenten. In diesem Jahr muss das Schützenfest leider ausfallen - aber die Grevenbrücker haben sich ein Alternativ-Programm. © Marius Albert

Grevenbrück. Traditionsgemäß findet seit 1865 am dritten Sonntag nach Pfingsten das Grevenbrücker Schützenfest statt. 2020 aufgrund der Corona-Pandemie nicht – „doch das heißt nicht, dass das kommende Wochenende sich in Bedeutungslosigkeit verliert“, erklärt Mathias Tigges, Vorsitzender des Schützenverein St. Blasius 1865, in seinem „Grußwort“.


Dieses veröffentlicht Tigges, noch dazu in seinem ersten Jahr als Vorsitzender, trotz der Absage. Und erinnert an die Ursprünge des Schützenfestes: „Anfang des 17. Jahrhunderts wütete die Pest im Sauerland. In ihrer Not riefen die Einwohner den heiligen Blasius an. Sie legten das Gelübde ab, alljährlich zu seinen Ehren eine Prozession durchzuführen und bestimmten hierfür den dritten Sonntag nach Pfingsten.“
Heiliger Blasius als Schutzpatron
Der Schützenverein Grevenbrück hat den heiligen Blasius als seinen Schutzpatron und Namensgeber gewählt, sein Schützenfest auf den dritten Sonntag nach Pfingsten gelegt und die Prozession unter seine Schirmherrschaft gestellt. Sie ist ein zentraler Bestandteil des Schützenfestes – aber auch sie darf in diesem Jahr nicht stattfinden. Zusammen mit der katholischen Kirchengemeinde hat der Schützenverein ein Alternativ-Programm für Schützenfest entworfen.
Kranzniederlegung und Gelöbnisgang
Am Sonntag, 21. Juni, also am eigentlichen Schützenfestsonntag, wird eine reduzierte Abordnung aus Offizieren, Vorstand und Majestäten gegen 10.20 Uhr einen Kranz am Ehrenmal „Mälo“ niederlegen. Anschließend wird der kleine Zug mit dem Allerheiligsten gegen 10.40 Uhr einem Gelöbnisgang über das Kirchengelände und den Friedhof durchführen und so stellvertretend für die Gemeinde das Versprechen erfüllen, am dritten Sonntag nach Pfingsten eine Prozession zu Ehren des heiligen Blasius zu veranstalten.

Der Gelöbnisgang endet am Soldatendenkmal vor dem Chor der Kirche mit dem sakramentalen Segen durch Schützenpastor Wolfgang Brieden. Unmittelbar danach wird an gleicher Stelle gegen 11 Uhr ein Hochamt unter freiem Himmel gefeiert, zu dem die ganze Gemeinde und insbesondere die Schützenfamilien eingeladen sind.
Musikverein gestaltet Hochamt
Begleitet wird das Schützenhochamt vom Musikverein Grevenbrück unter Leitung von Patrick Raatz. Eine begrenzte Zahl an Sitzplätzen steht zur Verfügung. Es wird darum gebeten, diese zunächst Gemeindemitgliedern zu überlassen, die nicht über einen längeren Zeitraum stehen können.

Da aufgrund der Einhaltung notwendiger Abstandsregeln viel Platz benötigt wird, ist die Twiene unterhalb der Kirche von der Linie Förder Platz / Grundstück Kleine bis hin zu den Parkplätzen vor der Praxis Dr. Rauterkus in diesem Zeitraum für den Autoverkehr gesperrt.
Nur wenige Parkplätze
Wegen der Sperrung stehen viele Parkplätze vor der Kirche nicht zur Verfügung, so dass die Besucher gebeten werden, möglichst zu Fuß zum Schützenhochamt zu kommen. Anwohner der oberen Twiene und des Sandberges, die während der Sperrung ihre Grundstücke anfahren müssen, dürfen das zu der Zeit vorsichtig entgegen der Einbahnstraßen-Fahrtrichtung tun.

Der traditionelle Frühschoppen nach der Schützenprozession kann aufgrund der geltenden Bestimmungen leider nicht stattfinden.
Altäre sind geschmückt
Für diejenigen, die auf den langen Prozessionsweg über den Kreuzberg nach Bonzel und zurück nach Grevenbrück nicht verzichten und ihn privat gehen möchten, werden die Segensaltäre am Sportplatz An der Habuche, an der Kreuzberg-Kapelle, in Bonzel an der Kreuzung Zum Kneppen/Bonzeler Straße sowie am Haus Kramer geschmückt sein. Zudem werden von der Pfarrgemeinde gestaltete Gebetszettel an den Altären ausgelegt.

Der Schützenverein und die Kirchengemeinde danken allen, die sich um den Schmuck der Altäre kümmern oder bei Vorbereitung und Durchführung des Gelöbnisgangs helfen.
Bitte Fahnen hissen
Gleichzeitig appelliert der Vorstand des Schützenvereins Grevenbrück an alle Grevenbrücker Einwohner, trotz des coronabedingten Ausfalls des Schützenfests Flagge zu zeigen und Häuser, Straßen und Gärten am Schützenfest-Wochenende vom 20. bis 22. Juni wie üblich zu schmücken.

„Natürlich ist jetzt unser Schützenfest-Wochenende, auch wenn wir es nicht feiern können. Und an diesem Wochenende gehören die Fahnen einfach auf die Straße“, so die einhellige Meinung der Vereinsvertreter. Mit dem Hissen der Flaggen werde ein Stück Schützenfest in den Ort geholt und ganz im Sinne des Sauerländer Schützenwesens gleichzeitig ein starkes Zeichen für Gemeinschaft und Zusammenhalt auch in komplizierten Zeiten gesetzt.
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