„Damals in Lennestadt“: Instagram-Projekt trifft den Nerv der Region
Nostalgie-Fan Frederik Siebert als Betreiber
- Lennestadt, 26.01.2026
- Verschiedenes
- Von Nils Dinkel
Lennestadt. Alte Straßenzüge, vertraute Gebäude aus vergangenen Jahrzehnten und Orte, die es so längst nicht mehr gibt: Die Instagram-Seite „damals_in_lennestadt“ entwickelt sich derzeit rasant zu einem digitalen Treffpunkt für Heimat- und Geschichtsinteressierte. Erst vor rund zwei Wochen gestartet, zählt das Projekt inzwischen mehr als 2.300 Follower – und wächst weiter.

Hinter der Seite steckt der 27-jährige Frederik Siebert, der ursprünglich aus Schönholthausen stammt und heute in Elspe lebt. Dass sein Projekt innerhalb kürzester Zeit eine so große Resonanz auslösen würde, hat ihn selbst überrascht. „Ich bin ehrlich gesagt jeden Tag aufs Neue erstaunt, wie gut das funktioniert. Damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet“, sagt Siebert.
Auf der Seite veröffentlicht er historische Fotos aus dem gesamten Lennestädter Stadtgebiet – bislang unter anderem aus Elspe, Grevenbrück, Meggen, Altenhundem, Burbecke und Saalhausen.

Die Aufnahmen zeigen, wie stark sich viele Orte im Laufe der Jahrzehnte verändert haben. Manche Motive lassen ihre heutigen Standorte kaum noch erkennen, andere wirken fast zeitlos und zeigen, dass alter Charme teilweise bis heute erhalten geblieben ist.
Besonders große Aufmerksamkeit erhielt ein Beitrag zum ehemaligen Spielwarengeschäft Norbert Cordes in Altenhundem. Das Foto entwickelte sich schnell zu einem Publikumsliebling:

Mehr als 1.000 Likes und zahlreiche Kommentare erzählen von Kindheitserinnerungen, ersten Einkäufen und besonderen Momenten. Viele Nutzer verbinden den Laden mit einem Einkaufserlebnis, das es so heute kaum noch gibt – ein Geschäft, in dem man stöbern, anfassen und entdecken konnte. Genau diese gemeinsamen Erinnerungen scheinen den Nerv vieler Menschen zu treffen.
Ein wesentlicher Teil des Projekts entsteht durch die aktive Beteiligung der Nutzer. Viele melden sich direkt bei Siebert, schicken ihm Fotos aus privaten Archiven oder erzählen die Geschichten hinter den Aufnahmen. „Die meisten Bilder kommen mit Hintergrundgeschichten – dafür bin ich sehr dankbar. Dadurch entsteht eigentlich erst das Gesamtbild“, erklärt er.

Die Fotos stammen aus Büchern, Ansichtskarten, privatem Material oder aus zufälligen Begegnungen, etwa über Kleinanzeigen oder persönliche Kontakte.
Erst jetzt hat er online noch einen Schnapper gemacht: „Ich bin mit einer Frau aus Benolpe in Kontakt gekommen, die mir das Buch „Fotografisches und Kulinarisches aus Altenhundem“ verkauft hat. Ich habe einen Schnapper gemacht und sie war froh, dass es weg war“, erzählt der 27-Jährige, der auch im Heimatverein Schönholthausen aktiv ist.
Die Kommentare und persönlichen Erlebnisse der Follower sind für Siebert ein zentraler Bestandteil des Projekts. Sie bestätigen ihn in seinem Tun und verleihen den Bildern zusätzliche Tiefe.


Für ihn ist „damals_in_lennestadt“ ein Hobby – kommerzielle Interessen verfolgt er nicht. „Ich möchte zeigen, was vor unserer Haustür passiert ist. Manches liegt gar nicht so lange zurück, und trotzdem ist es schnell vergessen. Wenn andere daran genauso Freude haben und ihre Geschichten teilen, ist das ein tolles Gefühl.“
Besonders faszinierend findet Siebert Orte, die heute kaum noch wiederzuerkennen sind – etwa den früheren Elsper Marktplatz. Solche Vergleiche zwischen damals und heute machen deutlich, wie sehr sich Stadtbilder wandeln und wie wichtig es sei, diese Veränderungen festzuhalten.
An Material mangelt es dem Projekt derzeit nicht: Täglich erreichen ihn neue Fotos und Hinweise aus der Bevölkerung. Konkrete Pläne für die Zukunft hat Siebert bewusst nicht. Die Seite soll organisch weiterwachsen – und vielen Menschen Freude bereiten.
„Es ist ein tolles Gefühl, wenn es auch so gut angenommen wird. Man hat selbst Spaß und andere auch, indem sie ihren Bezug und ihre Geschichte ebenfalls teilen“, so Siebert.
Mehr Eindrücke und die Instagram-Seite von Frederik Siebert findet ihr hier.
