„Brandschutz-Sünde des Monats“: Feuerwehr Lennestadt klärt auf
Hinweise für den Alltag
- Lennestadt, 05.05.2026
- Blaulicht
- Von Nils Dinkel
Lennestadt. Ein zugestellter Notausgang, ein blockierter Feuerlöscher oder ein zweckentfremdeter Wandhydrant – was auf den ersten Blick nach kleinen Nachlässigkeiten aussieht, kann im Ernstfall schwerwiegende Folgen haben. Um genau auf solche Gefahren aufmerksam zu machen, veröffentlicht die Feuerwehr Lennestadt seit einigen Monaten regelmäßig ihre „Brandschutz-Sünde des Monats“.

Mit dem Whatsapp-Format möchte die Feuerwehr das Thema Brandschutz bewusst aus der Theorie in den Alltag holen. „Die Idee dahinter ist ziemlich einfach: Wir wollen Aufmerksamkeit schaffen – und zwar auf eine Art, die hängen bleibt“, erklärt Christopher Hendrichs, Pressesprecher der Feuerwehr Lennestadt.
Viele Menschen wüssten zwar grundsätzlich, worauf es ankomme, im Alltag schlichen sich jedoch immer wieder kleine Nachlässigkeiten ein. Statt mit erhobenem Zeigefinger wolle man sensibilisieren und einen Aha-Effekt erzeugen. „Im besten Fall denken die Menschen beim nächsten Mal anders darüber nach oder ändern ihr Verhalten“, so Hendrichs.

Die Idee sei intern entstanden – aus dem Wunsch heraus, Präventionsarbeit moderner und greifbarer zu machen. Über den WhatsApp-Kanal der Feuerwehr erreiche man deutlich mehr Menschen als mit klassischen Merkblättern oder Broschüren.
Nach Einschätzung der Feuerwehr kommen konkrete Beispiele aus dem echten Leben besonders gut an. Die Rückmeldungen seien durchweg positiv. Immer wieder höre man, dass Bürger erst durch die Beiträge auf bestimmte Risiken aufmerksam geworden seien.
Die gezeigten Fälle stammen häufig aus den eigenen Reihen. Kameraden schicken Fotos von Situationen aus dem Alltag oder von Einsätzen, bei denen typische Brandschutzmängel auffallen.

Dabei sieht Hendrichs die Ursache meist nicht in Gleichgültigkeit, sondern eher in fehlendem Bewusstsein. „Viele wissen schlicht nicht, wie schnell aus einer kleinen Nachlässigkeit eine ernsthafte Gefahr werden kann.“ Besonders kritisch wird es, wenn Feuerlöscher, Wandhydranten oder Notausgänge blockiert werden. „Gerade die Anfangsphase eines Brandes ist entscheidend“, betont Hendrichs.
„Gerade die Anfangsphase eines Brandes ist entscheidend”
Wenn Löschmittel erst freigeräumt werden müssten oder Fluchtwege versperrt seien, gehe wertvolle Zeit verloren. Aus einem kleinen Entstehungsbrand könne so innerhalb kürzester Zeit ein Vollbrand werden. Auch blockierte Notausgänge könnten zu Panik, Gedränge oder Rauchvergiftungen führen.

Die Feuerwehr weist zugleich darauf hin, dass Brandschutz nicht nur in öffentlichen Gebäuden wichtig ist. „Die meisten Brände entstehen tatsächlich im eigenen Zuhause – also genau dort, wo man sich am sichersten fühlt“, sagt Hendrichs. Anders als in Betrieben oder öffentlichen Einrichtungen gebe es dort keine geschulten Ansprechpartner oder festgelegten Abläufe. Umso wichtiger sei es, selbst Vorsorge zu treffen, den Fluchtweg zu kennen und zu wissen, ob die Rauchmelder funktionieren oder ob ein Feuerlöscher bereitsteht.

Zu den häufigsten „Brandschutzsünden“ in privaten Haushalten zählen aus Sicht der Feuerwehr überlastete Steckdosen, defekte Elektrogeräte, unbeaufsichtigte Kerzen oder Essen auf dem Herd, während man „nur kurz“ den Raum verlässt. Besonders gefährlich ist laut Hendrichs aber, wenn der Herd als Abstellfläche für Kunststoffdosen, Einkaufstaschen oder andere Dinge genutzt wird.
Auch zugestellte Flure und Treppenhäuser seien problematisch. „Ein Fluchtweg ist immer auch ein Angriffsweg für die Feuerwehr“, erklärt Hendrichs. Einsatzkräfte müssten diese Wege im Notfall mit schwerer Ausrüstung nutzen können.
Ein besonderes Anliegen bleiben Rauchmelder. Sie gehörten zu den wirksamsten und einfachsten Maßnahmen im Brandschutz. „Vor allem nachts können sie Leben retten, weil der Geruchssinn im Schlaf nicht funktioniert“, sagt Hendrichs. Häufige Fehler seien fehlende Geräte, falsche Montage oder vernachlässigte Wartung.
„Nehmt Brandgefahren im eigenen Zuhause ernst.”
„Oft hängt nur einer irgendwo in der Wohnung, obwohl eigentlich Schlafräume, Kinderzimmer und Flure ausgestattet sein sollten. Sie sind ein kleiner Aufwand mit enorm großer Wirkung“, führt der Pressesprecher aus. Sein Rat an Familien lässt sich auf drei Punkte reduzieren: funktionierende Rauchmelder installieren und prüfen, Fluchtwege konsequent freihalten und alltägliche Brandquellen bewusst im Blick behalten.
Die abschließende Botschaft von Hendrichs: „Nehmt Brandgefahren im eigenen Zuhause ernst – und sorgt dafür, dass ihr im Ernstfall früh gewarnt werdet und sofort handlungsfähig seid.“
