Aus Österreich nach Lennestadt: „Es klappt gut mit den Sauerländern“

Philip Laister ist der erste Mobilitätsmanager im Kreis Olpe


  • Lennestadt, 23.08.2026
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Mobilitätsmanager Philip Laister ist viel mit dem Fahrrad unterwegs. „Ohne Motor“, betont er lachen. von Kerstin Sauer
Mobilitätsmanager Philip Laister ist viel mit dem Fahrrad unterwegs. „Ohne Motor“, betont er lachen. © Kerstin Sauer

Lennestadt. Zwei neue Mitarbeiter verstärken seit einigen Monaten das Team der Stadtverwaltung Lennestadt: Museumsleiterin Dr. Ricarda Braun und Mobilitätsmanager Philip Laister. Das Besondere: Beide sind von „weit wech“ ins Sauerland gezogen, aus der Stadt aufs Land. Grund genug für LokalPlus, einmal nachzufragen: Wie ist es in Lennestadt?


Schon seit Anfang Januar ist Philip Laister als Mobilitätsmanager in Lennestadt tätig – übrigens nicht nur der erste in dieser Kommune, sondern auch im gesamten Kreis Olpe. Und vielen Lennestädtern ist der 40-Jährige schon bekannt, ist er doch bei Wind und Wetter auf seinem Fahrrad unterwegs – „ohne Motor natürlich“, sagt er lachend. Was ihn aus Grems an der Donau bei Wien nach Lennestadt verschlagen hat, verrät er hier.

Warum Lennestadt?

Ich bin durch ein Online-Portal auf die Stelle aufmerksam geworden und mich hat die berufliche Perspektive gereizt. Und die Herausforderung, dass Lennestadt eine Flächenkommune mit 43 Ortschaften ist. hier Mobilität zu verankern, ist eine große Aufgabe.

Die Frage, was man als Österreicher hier macht, wird mir oft gestellt, und die Antwort ist einfach: Ich finde es total schön hier. Das Sauerland hat als Urlaubs- und Tourismusregion viel zu bieten, große Städte wie Köln, Düsseldorf und der Ruhrpott sind in der Nähe.

Dr. Ricarda Braun (l.) und Philip Laister - die „Neuen“ in Lennestadt. Nach den ersten Monaten können beide sagen: Es gefällt uns hier. von privat
Dr. Ricarda Braun (l.) und Philip Laister - die „Neuen“ in Lennestadt. Nach den ersten Monaten können beide sagen: Es gefällt uns hier. © privat

Was sind Ihre Aufgabenfelder?

Die Arbeit eines Mobilitätsmanagers betrifft sämtliche Bereiche einer Verwaltung. Es geht um Verbesserungen im Fuß- und Radverkehr, barrierefreie Mobilität und die Aufwertung des öffentlichen Raumes. Ich möchte die Aufenthaltsqualität in den Dörfern erhöhen und die Wege sicherer machen, beispielweise durch die Aktion „gelbe Füße“, die wir gerade rund um die St.-Agatha-Grundschule in Altenhundem initiiert haben (LokalPlus berichtete).

Die ersten Monate in Lennestadt sind um – was gefällt, was nicht?

Die Entscheidung für Lennestadt habe ich bewusst getroffen: Ich wollte immer mal nach Deutschland, die Natur hat mich gereizt und die Menschen begegnen mir sehr positiv. Schon beim Vorstellungsgespräch hatte ich ein tolles Gefühl, die Ziele haben gut zueinander gepasst.

„Es braucht Initiative, um sich ein soziales Umfeld aufzubauen.”
— Philip Laister

Städter treffen auf Sauerländer – wie klappt’s mit den Menschen hier?

Es klappt gut mit den Sauerländern. Meine einzige Sorge ist, dass man meinen Dialekt nicht versteht (lacht). Ich wurde freundlich willkommen geheißen und arbeite in einem tollen Team, das supergut harmoniert. Altweiber habe ich im Rathaus schon kräftig mitgefeiert.

Um privat Anschluss zu finden, muss man allerdings aktiv sein. Es braucht Initiative, um sich ein soziales Umfeld aufzubauen.

Welche Ideen haben Sie mit nach Lennestadt gebracht?

Ganz oben auf der Liste steht die Verbesserung der interkommunalen Vernetzung zwischen den Dörfern. Ich möchte Fuß- und Radwege umsetzen und in diesem Zusammenhang gerne den Sauerlandradring zwischen Störmecke und Lenne schließen. Die Bürger sollen die Möglichkeit haben, ihre Arbeitswege fußläufig oder mit dem Rad zu erreichen – das ist für die Zukunft wichtig.

Es braucht viel Überzeugung, um Mobilität zu verankern, und Mut, an die Projekte heranzugehen. Ideen gibt es viele. Die Wege sollen attraktiver und sicherer werden. So bieten wir beispielsweise im September ein Pedelec-Training für Senioren an (LokalPlus berichtet noch) und freuen uns auf viele Anmeldungen.

Das Interview mit Museumsleiterin Dr. Ricarda Braun gibt es hier: Von Berlin nach Lennestadt: „Die Menschen sind hier sehr offen“

Kontakt

Mobilitätsmanager Philip Laister

  • Tel. 02723 / 608 150
  • E-Mail: p.laister@lennestadt.de
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