Abstrakter Zynismus mit hoher Detaildichte

Künstler Christopher Stolf aus Meggen hat seine Linie gefunden


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Christopher Stolf aus Meggen will sein Hobby zum Beruf machen. von s: Nils Dinkel
Christopher Stolf aus Meggen will sein Hobby zum Beruf machen. © s: Nils Dinkel

Meggen. Christopher Stolf aus Meggen ist Künstler. Aktuell stellt er einige seiner Werke im Bürgerbüro der Stadt Lennestadt aus. Es war seine erste Ausstellung überhaupt. Der 21-Jährige will sein Hobby zum Beruf machen: Christopher Stolf möchte Kunst, Kunstgeschichte und Innenarchitektur studieren und ist dafür bereit, das Sauerland hinter sich zu lassen.


Sein künstlerisches Talent hat Christopher Stolf im Kunsttempel am Gymnasium der Stadt Lennestadt vor etwa drei Jahren entdeckt. Zu seiner eigenen Überraschung: „Dass da ein Talent in mir schlummert, stellte sich erst im Kunst-Leistungskurs bei Frau Rabenstein heraus“, sagt der Meggener. Bis dato hatte er lediglich „hier und da herumgekritzelt“.

Heute ist das anders. Christopher Stolf widmet seinem Talent nach eigenen Angaben jede freie Minute. Aber: „Momentan ist es sehr schwierig. Ich bin in meiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann in einem Elektrofachgeschäft sehr eingebunden“, sagt der 21-Jährige. An Feiertagen und Wochenenden nutzt der Meggener oft den ganzen Tag, um künstlerisch aktiv zu werden. „Ich liebe es ja. Deswegen investiere ich die Zeit gerne“, sagt der Künstler.
Weg zur Fachhochschule
Vor einiger Zeit festigte sich auch sein Wunsch, aus dem Hobby den Beruf zu machen. Weil er an einer Universität für den Kunststudiengang abgelehnt wurde, will Christopher Stolf nach seiner Ausbildung die Fachhochschule besuchen und danach im Idealfall Kunst, Kunstgeschichte und Innenarchitektur studieren.
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Abstrakter Zynismus mit hoher Detaildichte
Ursprünglich wollte sich der junge Mann im realistischen und hyperrealistischen Bereich der Kunst einordnen. Er malte zahllose Portraits, Tiere, etc. Das entsprach aber nicht seinem individuellen Stil und führte letztendlich auch zur Ablehnung an der Kunst-Uni, an der er sich zuletzt beworben hatte. „Ich habe meine künstlerischen Wertvorstellungen hinterfragt. Was will ich ausdrücken?  Wo sehe ich mich? Dann habe ich alles revidiert und verfolge nun eher abstraktere Themen. Weg von stupiden Mustern zum abstrakten Zynismus“, sagt Christopher Stolf.
Neuer Weg eingeschlagen
Daher gestaltet der 21-Jährige aktuell seine Kunstmappe neu und hat künstlerisch einen neuen Weg eingeschlagen. Nach Möglichkeit malt er aber auch heute noch Portraits im Freundes- und Familienkreis. Bis zu 16 Stunden Zeit investiert der junge Künstler in seine Werke, die sich durch eine hohe Detaildichte auszeichnen.
 von Nils Dinkel
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Sein Traum ist es, dass seine Werke irgendwann auf der ganzen Welt, wie etwa in der Kunstmetropole London, zu sehen sind. „Erst einmal muss ich einen Fuß reinfinden und mich in der künstlerischen Szene etablieren und vielleicht mal Ausstellungen arrangieren“, so der vorausschauende Blick ins ungewisse. Auf lange Sicht hofft Christopher Stolf allerdings auch, ein eigenes Atelier zu eröffnen und von seiner Kunst leben zu können.

Das sei jedoch ein langer und weiter Weg. Dafür kann er sich vorstellen, seiner Heimat den Rücken zu kehren und beispielsweise nach Essen oder Düsseldorf zu gehen. Beide Städte hätten schon einige Künstler hervorgebracht.
Bindung zu jedem Bild
Zu jedem seiner Werke hat Christopher Stolf eine emotionale Bindung. „Es muss alles stimmen und meinem inneren Kern entsprechen“, sagt er. So kenne er auch „künstlerische Depressionen“ – Phasen, in denen es nicht so recht gelingen will. „Alle Bilder entziehen sich einer Bestandsprobe und werden für eine Zeit aufgehängt. Alles, was mir nicht gefällt, muss dann überarbeitet werden“, sagt Christopher.
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Das Familienhaus in Meggen ist die Hauptwirkungsstätte des Künstlers. Gemalt wird meist am großen Schreibtisch in seinem Zimmer. Aber auch auf der Wiese im Garten oder an Rückzugsflächen im Wald nutzt Christopher seine kreative Schaffensfreiheit. Die Familie unterstützt ihn voll und ganz. Im ganzen Haus hängen Bilder, die Christopher Stolf entworfen hat. „Wenn das dein Weg ist, gehen wir ihn gemeinsam“, hätten seine Eltern gesagt.

Das Hobby sei nicht nur zeit-, sondern auch sehr kostenintensiv. Vieles lässt sich der Künstler zu Weihnachten oder zum Geburtstag schenken. „Leinwände, Farben, etc. gehen schon ziemlich ins Geld. Ein Stift kostet teilweise bis zu 4,50 Euro“, sagt Christopher.
Ausstellung im Bürgerbüro
Aktuell sind einige der Werke im Lennestädter Bürgerbüro ausgestellt. Er hatte sich zu seiner aktiven Schulzeit in eine Liste eingetragen und man sei schließlich auf ihn zugegangen. Im Rathaus sind überwiegend Portraits aus dem realistischen und hyperrealistischen Genre ausgestellt. Es seien auch Interessenten auf ihn zugegangen. Dann steht der Karriere als Künstler anscheinend nichts mehr im Wege.
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