„Zu wenige Politiker interessieren sich für die Basis“

Handwerkskammer und Politiker auf Tour


  • Kreis Olpe, 27.06.2023
  • Wirtschaft , Politik
  • Von Nicole Voss
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Dr. Gregor Kaiser, Andreas Schulte, Jochen Renfordt, Hendrk Schmidt und Matthias Rink (v.r.) diskutieren über eneuerbare Energien und die Hürden bei den Anträgen. von Nicole Voss
Dr. Gregor Kaiser, Andreas Schulte, Jochen Renfordt, Hendrk Schmidt und Matthias Rink (v.r.) diskutieren über eneuerbare Energien und die Hürden bei den Anträgen. © Nicole Voss

Kreisgebiet. Was sind die Herausforderungen für die heimischen Handwerksbetriebe? Wo drückt der Schuh? Was läuft gut? Diese und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt der Tour, die Grünen-MdL Dr. Gregor Kaiser, Handwerkskammer-Präsident Jochen Renfordt, Hauptgeschäftsführer Hendrik Schmit und der stellvertretenden Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd Matthias Rink am Dienstag, 27. Juni, zu fünf Betrieben in der Region führte.


Jochen Renfordt lobte den Landtagsabgeordneten für sein Interesse und seine Bereitschaft, dabei zu sein: „Es gibt zu wenig Politiker, die sich für die Basis interessieren. Wir schätzen das Interesse von Politikern, die damit neue Impulse gewinnen.“

Dr. Gregor Kaiser hob hervor: „Es ist für mich ein komprimierter Überblick. Ich sehe an einem Tag, wo es gut läuft und wo wir unterstützen sollten.“

Photovoltaik stärker nachgefragt

Start war beim Dachdeckerbetrieb Andreas Schulte in Germaniahütte. Primärer Diskussionspunkt waren die Pläne der NRW-Landesregierung, ab dem Jahr 2026 bei einer kompletten Erneuerung älterer Dächer eine Photovoltaik-Anlage installieren zu müssen. Weiteres Thema war die Windkraft generell.

Andreas Schulte hat eine Ausbildung zum Energieberater absolviert, die Erkenntnis gewonnen, dass Photovoltaik stärker nachgefragt wird und von den Dachdeckern umgesetzt werden sollte, da andere auf den Dächern – nach seiner Aussage – nichts zu suchen haben. In Sachen Windkraft zeigte sich Jochen Renfordt überzeugt, dass die Kapazitäten an Schwerlasttransporten zum Verladen der Anlagen fehlen.

Mitarbeiter fehlen

„Auf die Schiene ist eine schöne Idee, aber nur 15 Prozent der Züge sind kranfähig.“ Kritik übte Andreas Schulte an der Umsetzung der Anträge für Photovoltaikanlagen. „Ich darf die Anträge nicht mehr alleine unterschrieben. Es engt mich ein, dass ein Zweiter unterschreiben muss. Man disqualifiziert damit einen Energieberater aus dem Handwerk. Bei der KfW war es top, bei der Bafa ist es Schrott“, monierte Schulte.

Auf Nachfrage, wo der Schuh drückt, antwortete Andreas Schulte, dass ihm Mitarbeiter fehlen. Die weiteren besuchten Betriebe waren Autotechnik Halbe (Attendorn), Bäckerei Sangermann (Oberveischede), Midena Elektrowerkzeugbau (Altenhundem) und Egon Behle Bauunternehmung (Würdinghausen).

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