„Wir sind der Motor“: IG Metall-Aktionstag vor Kirchhoff-Toren
Bundesweiter Aktionstag
- Kreis Olpe, 21.09.2026
- Wirtschaft , Verschiedenes
- Von Jana Becker
Kreis Olpe/Attendorn. Die IG Metall hat am Montag, 21. September, bundesweit Aktionen und Proteste an den Automobilstandorten veranstaltet. Auch in Attendorn versammelte man sich vor den Toren des Automobilzulieferers Kirchhoff Automotive. Es gab Bockwurst im Brötchen und klare Forderungen, verlesen von Thomas Schröder, erster Bevollmächtigter der IG Metall Olpe.

Vor dem Hintergrund der Aufsichtsratssitzung bei VW und der drohenden Schließung von vier Werken hat die IG Metall unter dem Leitspruch „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke” einen bundesweiten Aktionstag organisiert. Investitionen in zukunftsfähige Produkte, Qualifizierung und sichere Standorte statt kurzfristige Kostensenkung – so lauten die Forderungen der Metaller.

Auch in Attendorn sind diese Forderungen am Montagmittag deutlich geworden: „Wir wollen nicht das Billigste, sondern das Beste sein. Wir können wieder Weltmarktführer werden“, erklärte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Olpe, Thomas Schröder.
„Ich stehe hier vor fleißigen Menschen, die ihre Betriebe zu dem gemacht haben, was sie heute sind“, sagte Schröder mit Blick in die Runde der versammelten Arbeiter. Doch während einige wenige Milliardengewinne machten, würden die Zulieferer ausgequetscht, so Schröder weiter. Und nun müssen Familien um ihre Zukunft bangen.

„Ihr habe geliefert, jetzt müssen Vorstände und Politiker ihre Hausaufgaben machen“, schloss Schröder seine Ansprache. Denn irgendwann sei auch die Geduld der friedliebenden Sauerländer am Ende. „Wir sind der Motor unserer Volkswirtschaft. Baut man den Motor aus, läuft es nicht mehr!“
„Wir wollen nicht das Billigste, sondern das Beste sein. Wir können wieder Weltmarktführer werden”
Thomas Schröder ist selbst stolzer Werkzeugmacher, wie er betont. Er habe miterleben müssen, dass diese Berufsgruppe, die früher so gefragt war, heute nicht mehr gebraucht wird, berichtete er. Gerade im Kreis Olpe würden es die Zulieferbetriebe besonders schwer haben, denn sie seien das kleinste Glied in der Kette, müssten Entscheidungen der großen Konzerne hinnehmen und deren Fehler ausbaden.

Auch Michelangelo Bruno (Betriebsrat Egon Grosshaus) und Thorsten Wottrich (Betriebsrat Gedia) sind besorgt. Sie haben in den vergangenen Jahren beobachtet, wie China Deutschland überholt hat. Politiker und Vorstände seien nun gefordert, sonst sehe die Zukunft schwierig aus. „Wir haben keine Chance mehr und müssen jetzt dafür sorgen, dass wir nicht überschwemmt werden“, betonten beide.
Unter den Anwesenden war auch Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil. „Es ist wichtig, dass die Automobilindustrie bzw. die Zulieferer eine Zukunft haben hier in Attendorn. Das sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern dadurch wird auch der Wohlstand der Region aufrechterhalten“, erklärte er die Beweggründe für sein Interesse an dem Aktionstag. „Wir haben jahrelang von diesen hochmotivierten und qualifizierten Arbeitern profitieren können. Da liegt es in unserem Interesse, das zu sichern.“
