Wir müssen übers Wetter reden
LP-Randnotiz
- Kreis Olpe, 25.11.2023
- Verschiedenes
Das Wetter muss immer herhalten, wenn einem der Gesprächsstoff ausgeht. Doch jetzt gibt es wirklich einen Grund darüber zu sprechen. Der Dauerregen und die trübe Suppe, die keine Sonne mehr durchlässt, schlagen aufs Gemüt.


Es muss es ja nicht immer warm oder sonnig sein. Gerne darf es schneien oder kalt sein, wenn es zur Jahreszeit passt. Obwohl - Sonne wäre generell schon ganz schön.
Ich bin ein bisschen neidisch auf die „Stadtmenschen“ (gibt es die überhaupt im Sauerland?). Ich stelle mir vor, wie sie sich nach der Arbeit oder am Wochenende gemütlich auf der Couch lümmeln, eingewickelt in eine kuschelige Wolldecke, mit einer Tasse Tee (vermutlich Sorte „Süßer Bratapfel“ oder „Hüttenzauber“) in der Hand.

Sie schauen ihre Lieblingsserie oder lesen ein Buch, während es draußen windet oder stürmt und der Regen romantisch an die Scheiben tropft oder schlägt.
So ist es gar nicht? Dann will ich es nicht wissen, ich möchte mich an dieser Vorstellung festbeißen und im Selbstmitleid versinken.




Denn ich bin ein Landei (davon gibt es ganz sicher viele im Sauerland) und muss aus Gründen viel Zeit draußen verbringen. Ich stehe bei diesem Wetter knietief im Matsch und bin immer nass und dreckig. Meine Frisur sieht – je nach Wetterlage – entweder aus wie ein Vogelnest oder wie eine schlecht sitzende Badekappe.
Auf den Wiesen stehen Wasserpfützen, die schmierigen Herbstblätter kleben wie lebenslange Tatoos auf den Pflastersteinen, Bürgersteigen und Straßen.
Meine kuschelige Wolldecke liegt in der Ecke, es sieht aus, als würde sie sich vor mir verstecken, wenn ich nass und dreckig ins Haus komme. Und ich könnte schwören, ich habe meine Couch schon bei meinem Anblick zucken gesehen.
Ich zähle fest auf den Dezember. Möge er uns Schnee, Weihnachtswetter (mit Sonnenschein) und ein bisschen Wetternormalität bringen.
Ein schönes Wochenende wünsche ich allen Lesern, egal, ob auf der Couch oder outdoor.
Claudia Wichtmann
