Wie ich vom Krisen-Opa zum lieben Opi wurde

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Mal eben - Wolfgang Schneider von LokalPlus
Mal eben - Wolfgang Schneider © LokalPlus

Unsere beiden Enkelkinder sind gerne und oft bei uns, gerade in den Sommerferien. Da muss man als Großeltern auch bei der Kinderbetreuung mithelfen, denn mit ihrem Urlaub können Eltern nun nicht mal sechseinhalb Wochen abdecken, in denen die Kinder zuhause sind.


Während meine Frau im Umgang mit den Kurzen sehr gechillt ist und ihnen vieles durchgehen lässt, bin ich weniger entspannt. Deshalb gibt es schon mal eine Ansage, wenn die Spielsachen nicht weggeräumt werden, die Klamotten im Wohnzimmer verstreut sind oder der Geräuschpegel zu hoch wird. „Opa, du kriegst ja immer die Krise“, kommentierte die sechsjährige Enkelin lange Zeit mein Einschreiten.

In den vergangenen Wochen hat sich ihr Ton geändert. Da ist nicht mehr vom „Krisen-Opa“ die Rede, sondern ich werde mit „Lieber Opi“ angesprochen. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich meine Einstellungen über den Haufen geworfen habe und die Enkel bei uns über Tische und Bänke tanzen dürfen.

Geld fürs Schützenfest

„Lieber Opi“, signalisiert vielmehr, dass die Sechsjährige etwas will, vorzugsweise die Übernachtungs-Genehmigung fürs Wochenende oder Zugang zum Tablet. Auch am vergangenen Wochenende hörte ich das „Lieber Opi“ von ihr und ihrem älteren Bruder fast im Stundentakt. Schließlich war Schützenfest bei uns im Ort und die lieben Kleinen hatten reichlich Bedarf an Schützenfestgeld für Getränke, Süßwaren- und Spielzeugstand.

Und weil ich natürlich kein griesgrämiger Grinch, sondern ein netter Opa bin, habe ich selbstverständlich gerne das Portemonnaie gezückt und die Enkel bei Laune gehalten. Nur der Wunsch, Kinderkönigin bzw. Kinderkönig zu werden, blieb für beide unerfüllt. Zielen und treffen, ob mit Gewehr oder Wurfpfeilen, muss eben jeder selbst, denn Königstitel kann man nun einmal nicht kaufen.

Ein entspanntes Wochenende, ob allein oder im Familienkreis, wünscht

Wolfgang Schneider

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