Wer sich noch auf eine fette Rente freuen kann
LP-Randnotizen
- Kreis Olpe, 04.11.2023
- Verschiedenes
Einmal im Jahr bekommen Arbeitnehmer Post von der Deutschen Rentenversicherung. In dem Schreiben ist zu lesen, welchen Rentenanspruch man bereits erworben hat und welche Summe zu erwarten ist, wenn man bis zum Renteneintritt fleißig weiter arbeitet.




Diese Renteninformation hatte ich diese Woche im Briefkasten. Euphorie kommt beim Studieren der Zahlen nicht auf, eher Ernüchterung. Um 310 Euro wird meine Rente noch steigen, falls ich bis zum 67. Lebensjahr, also noch knapp acht Jahre, arbeite und dabei die Beiträge wie im Durchschnitt der vergangenen Jahre zahle. 310 Euro Rente mehr für acht Jahre Arbeit, das sind knapp 39 Euro Rentenzuwachs pro Arbeitsjahr.

Das ist nicht gerade die Welt. Aber man muss ja bescheiden sein und daran denken, dass die jungen Arbeitnehmer noch viel trübere Rentenaussichten haben und ihren Ruhestand gewiss nicht nur vom Salär der gesetzlichen Rentenversicherung finanzieren können.
Die fetten Jahre sind eben vorbei. Zumindest für fast alle. Nur nicht für Politiker, denn die können ihre Bezüge und Entschädigungen schließlich selbst festsetzen und genehmigen. Und da üben sich die Volksvertreter nicht in Bescheidenheit, weder bei den Diäten noch bei der Altersvorsorge.

Für jedes Jahr im Bundestag erwirbt ein Abgeordneter einen Anspruch auf 2,5 Prozent seiner (wahrlich nicht schlanken) Diät. Die liegt aktuell bei 10.591 Euro. Ergibt einen Pensionsanspruch von knapp 265 Euro pro Jahr als MdB.
Nach einer vierjährigen Wahlperiode im Parlament macht das 1.060 Euro und wer es zwei Legislaturperioden schafft, kann sich auf 2.120 Euro Altersentschädigung freuen. Läppert sich also ganz ordentlich. Für diesen Rentenanspruch müssen normale Malocher 35 bis 40 Jahre arbeiten. Finde den Fehler.
Wolfgang Schneider
