Wenn der Chef Augenhöhe zeigen will und der Schreibtisch nachgibt

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 von Grafik: Sarah Menn
© Grafik: Sarah Menn

Wer sprichwörtlich „einen Clown gefrühstückt“ hat, will besonders witzig sein, überschreitet dabei aber auch schon mal die Grenze zur Albernheit. Ich hatte diese Woche ganz normal gefrühstückt und an zwei Tagen ein Seminar auf dem Programm. Bei der Weiterbildung ging es darum, wie Vorgesetzte mit ihren Mitarbeitern kommunizieren sollen. Zum Beispiel nicht von oben herab, sondern möglichst auf Augenhöhe.


Das mit der Augenhöhe wird schwierig, wenn der Mitarbeiter sitzt und der Chef ins Büro kommt und sich neben den Schreibtisch stellt. Ein Seminarkollege berichtete, er hocke sich dann neben den Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin, um nicht zu dominant zu wirken.

Lieber sitzen als hocken

Finde ich persönlich nicht so gelungen. Sieht nämlich ein wenig so aus, als sitze man auf dem stillen Örtchen oder brüte ein Ei aus. Ein anderer Vorschlag war, sich locker auf den Schreibtisch des Mitarbeiters zu setzen, um so die Distanz zu verringern.

Gar nicht schlecht, dachte ich – und wollte das den Mitgliedern des Redaktionsteams gleich einmal demonstrieren. So setzte ich mich vor den Augen von Nils, Nicole und Claudia locker auf den Schreibtisch unserer Volontärin Lorena. Meinen nicht eben adipösen 72 Kilo Lebendgewicht hielt der Schreibtisch aber kaum eine Sekunde stand. Es knackte und der verstellbare Tisch ging auf der linken Seite in deutliche Schräglage, weil die Schrauben für die Höhenverstellung nachgegeben hatten.

Gelächter der Kollegen

Ich kriegte einen Schreck, unsere Volontärin kriegte sich vor Lachen nicht mehr ein und die übrigen Kollegen sparten nicht mit Gelächter und schadenfrohen Kommentaren. Unser Geschäftsführer höchstselbst kam vorbei, richtete den Schreibtisch wieder aus und zog die Schrauben richtig fest. Dann setzte er (in etwa meine Gewichtsklasse) sich auf den Tisch - und nichts passierte. Die Sprüche, die dann folgten, schenke ich mir.

Ein Wochenende ohne „schräge“ Erlebnisse wünsche ich euch und mir.

Wolfgang Schneider

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