Weniger Straftaten – aber neue Herausforderungen für Polizei im Kreis Olpe

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Ein Brand in Altenhundem in der Nacht vom 28. auf den 29. August fand in der polizeilichen Kriminalstatistik besondere Erwähnung. von Nils Dinkel
Ein Brand in Altenhundem in der Nacht vom 28. auf den 29. August fand in der polizeilichen Kriminalstatistik besondere Erwähnung. © Nils Dinkel

Kreis Olpe. Im Kreis Olpe ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr erneut gesunken. Die Polizei registrierte insgesamt 5.497 Delikte - 295 Taten bzw. 5,1 Prozent weniger als im Jahr davor. Das geht aus der am Montag, 2. März, vorgelegten Kriminalstatistik der Kreispolizeibehörde Olpe hervor.


„Die Fallzahlen sind erfreulicherweise erneut gesunken“, sagt Landrat Theo Melcher im Vorwort der aktuellen Kriminalstatistik. Der Kreis gehöre weiterhin zu den sichersten Regionen in Nordrhein-Westfalen. Auch im Landesvergleich steht die Polizei gut da: Mit einer Aufklärungsquote von 59,43 Prozent liegt die Behörde auf Platz sieben aller Polizeibehörden in NRW – trotz eines leichten Rückgangs um 2,6 Prozentpunkte. Landesweit betrug die Quote 53,69 Prozent.

Besonders positiv fällt die Entwicklung bei schweren Delikten aus. Die Zahl der Gewalttaten sank auf 204 Fälle, ein Minus von über 14 Prozent gegenüber 2024. Gleichzeitig konnten 86,27 Prozent dieser Fälle aufgeklärt werden. Bei den schwersten Straftaten blieb die Lage ruhig: Im gesamten Jahr verzeichnete die Polizei einen versuchten Mord (2024: 6).

Während viele Deliktbereiche rückläufig sind, zeigen einzelne Statistiken gegenläufige Trends. Wohnungseinbrüche gingen um gut fünf Prozent zurück auf 75 Fälle; fast jede zweite Tat blieb im Versuch stecken.

Mehr Firmeneinbrüche

Dafür stieg die Zahl der Firmeneinbrüche im Kreis Olpe gegen den allgemeinen Trend. 2025 registrierte die Polizei 55 Fälle nach 44 im Jahr 2024. Bei fast jeder zweiten Tat (49,09 Prozent) blieb es beim Versuch. Die Aufklärungsquote lag bei 23,64 Prozent und damit leicht über dem Vorjahreswert.

Die Polizei zeigte Präsenz auf der Wendschen Kärmetze. von LokalPlus
Die Polizei zeigte Präsenz auf der Wendschen Kärmetze. © LokalPlus

Dagegen nahmen Taschendiebstähle deutlich zu – um 33,77 Prozent. Auch Diebstähle an oder aus Autos stiegen spürbar auf 378 Fälle (Vorjahr: 311). In der Gemeinde Wenden stieg die Zahl der Diebstähle an/aus Fahrzeugen deutlich von 47 auf 77 Fälle (+63,83 Prozent).

Trotz sinkender Fallzahlen entstand durch Straftaten ein Gesamtschaden von 5,78 Millionen Euro – so viel wie noch nie in den vergangenen Jahren. Den größten Anteil machten Diebstähle sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte aus.

Junge Tatverdächtige leicht rückläufig

Von insgesamt 2.544 Tatverdächtigen waren 527 unter 21 Jahre alt – rund ein Fünftel. Jugendkriminalität zeigt damit eine leicht sinkende Tendenz. Im Jahr 2025 registrierte die Polizei 747 Tatverdächtige ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Das entspricht einem Anteil von 29,36 Prozent. Zum Vergleich: Der Anteil nichtdeutscher Einwohner im Kreis liegt bei 11,39 Prozent.

Die Gesamtentwicklung im Deliktfeld „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ zeigt laut Statistik eine leicht sinkende Tendenz und liegt derzeit etwa auf dem Niveau von 2021. Innerhalb dieses Bereichs gibt es jedoch unterschiedliche Trends:

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Auszüge aus der polizeilichen Kriminalstatistik 2025.

Vergewaltigungen/sexuelle Nötigungen: 2025 wurden 23 Fälle registriert, im Vorjahr waren es 15, was einem deutlichen Anstieg binnen eines Jahres entspricht. Die Aufklärungsquote stieg gleichzeitig von 80 auf 86,96 Prozent.

Die Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern sind um ein Drittel von 24 (2024) auf 16 deutlich zurückgegangen. Die Aufklärungsquote lag 2025 bei 81,25 Prozent, der Durchschnitt 2021 bis 2025 bei 85,71 Prozent.

Große Datenmengen als Herausforderung

Ein Schwerpunkt polizeilicher Ermittlungen bleiben Kinderpornografie-Delikte. Die Kreispolizeibehörde Olpe verzeichnete 41 Fälle. Die Aufklärungsquote lag bei 100 Prozent. Laut Polizei sei insbesondere die Sicherung und Auswertung großer digitaler Datenmengen eine zentrale Herausforderung.

Die Polizei betont, dass die Statistik nur angezeigte Straftaten abbildet. Deshalb appelliert Landrat Melcher an die Bevölkerung: „Scheuen Sie sich nicht, Straftaten zur Anzeige zu bringen oder verdächtige Wahrnehmungen zu melden.

Kommunale Verteilung der Kriminalität

Olpe: 29,3 Prozent

Attendorn: 19,3 Prozent

Lennestadt: 17,8 Prozent

Wenden: 11,8 Prozent

Finnentrop: 10,1 Prozent

Kirchhundem: 5,9 Prozent

Drolshagen: 5,8 Prozent

Im Dezember waren 200 Einsatzkräfte in einen Einsatz an einer Flüchtlingsunterkunft in Olpe involviert. von Feuerwehr Olpe
Im Dezember waren 200 Einsatzkräfte in einen Einsatz an einer Flüchtlingsunterkunft in Olpe involviert. © Feuerwehr Olpe


Besondere Ereignisse waren
  • eine Jugendschlägerei in Attendorn mit einem Schlagstock-Angriff, bei dem der Täter verurteilt wurde.
  • der Fund abgetrennter Hände einer Frau nahe Olpe; tatverdächtig ist der Lebensgefährte.
  • ein Großbrand eines Firmengebäudes in Altenhundem mit Millionenschaden.
  • ein Wohnhausbrand mit verstorbener Person in Attendorn.
  • ein Brand in einer Zentralen Unterbringungseinrichtung in Olpe durch fahrlässige Brandstiftung.
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