Wasserstände in Talsperren sinken: Der Bigge geht es noch gut

Aktuelle Pegelstände


  • Kreis Olpe, 17.10.2018
  • Von Christine Schmidt
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Auf Grund der Trockenheit sinken die Pegelstände in den Talsperren. Der Biggesee ist noch zu 54 Prozent gefüllt. von Sarah Becker
Auf Grund der Trockenheit sinken die Pegelstände in den Talsperren. Der Biggesee ist noch zu 54 Prozent gefüllt. © Sarah Becker

Kreis Olpe. Die Biggetalsperre ist ziemlich leer. Als hätte jemand den Stöpsel gezogen. Mit 54 Prozent hat der See zwar immer noch mehr als die Hälfte an Wasser. Trotzdem ist es für diese Jahreszeit der schlechteste Wert seit den 70er-Jahren (Stand: 17. Oktober 2018).


Der lange, heiße und trockene Sommer hat dem Biggesse und auch den Talsperren in Südwestfalen einiges abverlangt. Schon Ende des Sommes waren die Pegelstände so niedrig wie zuletzt im „Jahrhundertsommer“ 2003.

Dadurch dass sich die Trockenheit nun auch bis in die Herbstmonate zieht, sei die derzeitige Situation schon „ungewöhnlich“, sagt Britta Balt vom Ruhrverband. Selbst im Herbst 2003 seien die Werte besser gewesen als jetzt.
Die Bigge müsste eigentlich voller sein
Momentan ist das Talsperrensystem laut Balt so leer wie seit 1969 nicht mehr. Für diese Jahreszeit sei die Biggetalsperre normalweise zu einem Viertel mehr gefüllt.

Größtes Sorgenkind ist die Möhnetalsperre (Kreis Soest) mit nur 38 Prozent.

Der Ruhrverband sieht die Situation trotzdem nicht als kritisch an. „Wir gehen davon aus, dass der Winter nicht so trocken wird“, erklärt Balt. Noch sei die Wasserversorgung gesichert. 

„Mit dem, was jetzt noch in den Talsperren ist, kommen wir auf jeden Fall in den Winter hinein“, versichert die Expertin. Sollte es einen trockenen Winter geben, könnte es allerdings problematisch werden.
Info
Die Menschen im Ruhrgebiet beziehen ihr Wasser aus dem Fluss Ruhr. Dieser wird von den Talsperren des Ruhrverbandes befüllt. Somit beliefern die regionalen Seen rund 4,6 Millionen Menschen mit Trinkwasser.
Dass das Wasser durch den Tiefstand knapp werden könnte, bestätigte Balt nicht. Noch müssten die Menschen im Ruhrgebiet den Verbrauch nicht einschränken.

1976 war das trockenste Jahr für den Ruhrverband. Die Extremwerte von damals seien noch nicht erreicht, erklärt Balt. Der Grund: Mit einem „komfortablen Füllstand“ sei es in den Sommer 2018 gegangen. Hätte es diese Voraussetzung nicht gegeben, würden die Pegelstände laut Ruhrverband nun anders aussehen.
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Da das Wasser in der Biggetalsperre momentan sehr niedrig ist, kommt Einiges zum Vorschein: Erhebungen aus Steinen oder auch alte Fundamente.

Warnung: Der Ruhrverband warnt ausdrücklich davor, diese Bereiche zu betreten. Der Untergrund kann möglicherweise nicht tragfähig sein. Dort besteht die Gefahr des Einsinkens.
Die Talsperren des Ruhrverbandes:
  • Bigge- und Listertalsperre
  • Ennepaltalsperre
  • Hennetalsperre
  • Möhnetalsperre
  • Sorpetalsperre
  • Verse- und Fürwiggetalsperre
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