Was sagen eigentlich die Tanzmusiker im Kreis Olpe zu „Layla“?
Wird der umstrittene Song gespielt?
- Kreis Olpe, 15.07.2022
- Verschiedenes
- Von Christine Schmidtund Nicole Voss
Kreis Olpe. Der Ballermannhit „Layla“ ist gerade nicht mehr von Schützen- und Volksfesten wegzudenken. Gleichzeitig ist eine Diskussion über den Song entfacht, der als zu sexistisch angeprangert wird. In Würzburg und Düsseldorf wurde es auf zwei Volksfesten verboten, das Lied zu spielen. LokalPlus hat mal bei den Tanzmusikern im Kreis Olpe nachgefragt, wie hier die Meinung zu „Layla“ ist.





Eine ganze Nation schmettert den Song bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Doch der Text sorgt für Diskussionen. „Ich hab' 'nen Puff und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler. (...) Die schöne Layla, die geile Layla. Das Luder Layla, unsre Layla“, heißt es im Lied von DJ Robin und Schürze, das seit drei Wochen auf Platz 1 der deutsche Single-Charts steht.
Dem Musikzug Brachthausen mit seiner Tanzband steht das Schützenfest in Saalhausen an diesem Wochenende bevor. „Und wir freuen uns riesig darauf und ja, auch wir spielen und singen Layla“, sagt die Tanzband. Man könne es vertreten.

Ein Schützenfest ohne das Lied könne man sich gerade nicht vorstellen. Auf manchen Festen werde es vehement vom Partyvolk eingefordert. Trotzdem haben sich die Brachthauser das Okay vom Schützenverein in Saalhausen geholt. Die Diskussionen um „Layla“ bis hin zu Verboten hätten das Interesse so stark geweckt, so die Musiker.
Mona Deimel vom Harmonie Sound Orchestra Dünschede hat das Altenhundemer Schützenfest erst frisch hinter sich. Zwischen 12 und 15 Mal musste die Tanzmusik vom HSO „Layla“ singen.

Die Sängerin sagt, dass es jede Saison diese zwei bis drei Lieder gebe, die die breite Masse hören möchte. Irgendwann komme man einfach nicht drumherum, das zu singen. Aber die Leute würden einfach nie genug kriegen von dem Lied und es immer und immer wieder einfordern.
„Für uns als Musiker ist es allerdings auch ein Stimmungs-Sprungbrett“, sagt Mona Deimel ganz deutlich. Denn es trage definitiv zur Stimmung bei und darauf könne man aufbauen.


Inhaltlich allerdings halte sie weniger von dem Lied und auch musikalisch sei die Qualität im Gegensatz zu anderen Songs minderwertig. Trotzdem gebe es so viele Lieder, die auf Sexismus aufbauen und auch die dürften gespielt werden - “Skandal im Sperrbezirk“ zum Beispiel.
Simon Eickhoff, Frontsänger bei „Veischede Live“, ist der Meinung: „Layla wurde auf den Schützenfesten, die wir gespielt haben, bestimmt 20 mal – und auf jeden Fall mehr als jedes andere Lied gewünscht. Da haben wir uns die Noten besorgt und den Song beim Schützenfest in Sporke gespielt. Generell sollten sich die Malle-Sänger mal Gedanken über Sexismus machen. Layla ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Es geht in den Songs oft um Sexismus. Es ist sicher nicht der richtige Weg, explizit dieses Lied zu verbieten. Ich finde es aber gut, dass die Debatte mal aufkommt.“
Tim Weiteck, Frontsänger und Leiter von „friends on fire“, der Tanzmusik der Musikfreunde Schreibershof und des Musikzuges Drolshagen, hat da seine eigene Meinung, hinter der die Musiker stehen. „Bei uns fällt das unter künstlerische Freiheit. Wir sprechen das vorher bei den Vereinen an, ob es gewünscht ist oder nicht. Unser nächstes Schützenfest ist Listerscheid. Auch da sprechen wir es ab und stimmen die Tanzmusik auf die Wünsche der Majestäten ab.
Bei unseren bisherigen Schützenfesten in Beckum, Bleche, Drolshagen und Hunswinkel ist „Layla“ gut angekommen und neben„ Wir sagen Dankeschön“, von den Flippers der Hit. Die Songs werden a capella vom Publikum angestimmt und wir springen darauf an. Wenn wir es nicht spielen würden, singen es eh alle.“
