Waldbrandgefahr im Kreis Olpe: Zweithöchste Gefahrenstufe erreicht

Feuerwehren auf veränderte Bedingungen vorbereitet


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Archivfoto eines Waldbrandes in Attendorn. von Jonas Johannes
Archivfoto eines Waldbrandes in Attendorn. © Jonas Johannes

Kreis Olpe. Trockene Böden, geschwächte Vegetation und schwer erreichbare Waldflächen: Die Feuerwehren im Kreis Olpe müssen sich zunehmend auf Vegetations- und Waldbrände einstellen. Aktuell ist die Gefahr besonders hoch.


Nach Angaben des Kreises Olpe gilt derzeit die zweithöchste Gefahrenstufe. Gleichzeitig rüsten sich Feuerwehren und Kreis mit Konzepten, zusätzlicher Ausrüstung und Drohnentechnik für den Ernstfall.

„Laut Daten des DWD herrscht im Kreis Olpe derzeit ein Waldbrandgefahrenindex von 3 bis 4 und ein Graslandfeuerindex von flächendeckend 4“, erklärt Stefanie Gerlach, Pressesprecherin des Kreises Olpe.

Archivfoto eines Waldbrandes in Brachthausen. von Kai Osthoff
Archivfoto eines Waldbrandes in Brachthausen. © Kai Osthoff

Dass trockene Phasen zum Problem werden, ist dabei keine Entwicklung nur einzelner heißer Sommertage. Die klimatischen Bedingungen der vergangenen Jahre hätten dazu geführt, dass Böden zeitweise bis in große Tiefen nicht mehr ausreichend durchfeuchtet seien.

Auch die Vegetation sei weniger widerstandsfähig beziehungsweise bereits geschädigt. Hinzu komme: „Die Winter waren teilweise zu trocken.“ Die Folge sei, dass Trockenheit bereits früh im Jahr einsetzen und länger anhalten könne.

Feuerwehren haben eigene Waldbrandkonzepte

Auf die veränderten Bedingungen haben sich die Feuerwehren vorbereitet. Nach Angaben des Kreises haben alle Feuerwehren im Kreis Olpe innerhalb der vergangenen fünf bis zehn Jahre Waldbrandkonzepte für ihre jeweilige Kommune aufgestellt und entsprechende Maßnahmen getroffen.

Dazu zählt auch die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Landwirte können beispielsweise beim Transport großer Wassermengen unterstützen. Gerade abseits der Ortschaften kann die Versorgung mit Löschwasser eine entscheidende Rolle spielen.

Zusätzlich existiert ein Waldbrandkonzept auf Kreisebene. Darin sind Waldbrandeinheiten zusammengestellt, die bei Bedarf in den Einsatz geschickt werden können. Der Kreis hat außerdem zusätzliches Material beschafft.

Nicht jeder Einsatzort ist leicht erreichbar

Dazu gehören unter anderem Kreisregnersysteme, persönliche Schutzausrüstung und weiteres Gerät, das im Einsatzfall nachgeführt werden kann.

Eine besondere Herausforderung im Kreis Olpe ist die Landschaft selbst. Steile Hänge, ausgedehnte Wälder und fehlende Zufahrtsmöglichkeiten können die Arbeit der Einsatzkräfte erschweren.

Archivfoto eines Waldbrandes in Rinsecke. von Evi Dümpelmann
Archivfoto eines Waldbrandes in Rinsecke. © Evi Dümpelmann

Eine immer größere Rolle kann deshalb auch der Blick aus der Luft spielen. Einige Feuerwehren verfügen bereits über Drohneneinheiten. Auch der Kreis Olpe baut derzeit eine eigene Drohneneinheit auf.

Die Technik soll den Einsatzkräften frühzeitig einen Überblick verschaffen. Aus der Luft lassen sich etwa betroffene Flächen, die Ausbreitung eines Feuers, gefährdete Bereiche und mögliche Zufahrtswege erkennen.

Bei Großbränden kommt Hilfe aus dem ganzen Kreis

Wächst ein Waldbrand über die Möglichkeiten einer einzelnen Feuerwehr hinaus, greifen die verschiedenen Konzepte ineinander. Kommunen können die im Waldbrandkonzept des Kreises vorgesehenen Einheiten alarmieren. Dann rücken Einsatzmittel aus dem gesamten Kreisgebiet zur Unterstützung an.

Reichen auch diese Kräfte nicht aus, kann weitere Hilfe auf Landesebene angefordert werden. Feuerwehrbereitschaften oder -abteilungen ermöglichen es, innerhalb weniger Stunden eine große Zahl zusätzlicher Einsatzkräfte und Fahrzeuge aus anderen Kreisen und kreisfreien Städten NRWs heranzuführen.

Archivfoto eines Waldbrandes in Attendorn. von Adam Fox
Archivfoto eines Waldbrandes in Attendorn. © Adam Fox

Kann eine Kommune einen Einsatz nicht mehr mit eigenen Kräften bewältigen, besteht zudem die Möglichkeit, in Abstimmung mit dem Landrat eine Großeinsatzlage oder den Katastrophenfall auszurufen. Die Einsatzleitung geht dann auf den Kreis Olpe über, gleichzeitig wird dessen Krisenmanagement aktiviert.

Auch Unterstützung aus der Luft ist möglich: Bei Bedarf können Hubschrauber der Polizei mit Löschgerät angefordert werden.

Die Einsatzkräfte selbst lernen mit jedem größeren Feuer hinzu. Solche Einsätze werden gemeinsam mit den beteiligten Behörden nachbesprochen und fließen laut Gerlach in die Waldbrandkonzepte ein.

Kreis warnt vor offenem Feuer

Damit es gar nicht erst so weit kommt, appelliert der Kreis angesichts der aktuellen Gefahrenlage an die Bevölkerung: Offenes Feuer in Wald und Vegetation sollte unbedingt vermieden werden. Fahrzeuge sollten nicht auf trockenem Gras oder Laub abgestellt werden.

Auch Müll – insbesondere heiße Gegenstände wie Zigarettenstummel oder Vapes – habe im Wald nichts zu suchen. Wer Rauch in einem Waldgebiet bemerkt, sollte unmittelbar die 112 verständigen. Von eigenen Löschversuchen rät der Kreis ab.

„Ein Waldbrand kann sich für Laien unvorhersehbar entwickeln und schnell ausbreiten“, warnt Gerlach. Bürger sollten sich deshalb „keinesfalls in Gefahr begeben, sondern den Notruf absetzen und sich aus der Gefahrenzone entfernen“.

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