Von Sprachbarrieren und der Farbenpracht französischer Macarons
LP-Randnotizen
- Kreis Olpe, 22.04.2023
- Verschiedenes
Paris ist einfach eine wunderbare Stadt. Keine Frage. Viele Menschen halten auch die französische Sprache für wunderbar. Schwierig wird es da allerdings, wenn es mit dem Schul-Französisch aus Zeiten vor der Jahrtausendwende hapert – und die Franzosen sich strikt weigern, verbales Entgegenkommen zu zeigen.




Eine Bäckerei im Herzen von Paris. Drei Macarons sollen es sein – zweimal Schokolade, einmal Zitrone, bitte. Mit Händen, Füßen, Mimik, Gestik und zugegeben stümperhaften Französisch-Brocken äußere ich meinen Wunsch. Die Miene der Dame hinter der Theke verschließt sich. Sie zieht die Augenbrauen in die Höhe, die Schultern wandern hinterher.
Ich versuche es auf Englisch. Deute auf die süßen Schweinereien in der Auslage vor mir. Gelangweilt nimmt die Dame den Greifer in die Hand und legt tatsächlich einen dunkelbraunen Schokoladen-Macaron in die Dreier-Verpackung.

Fragend sieht sie mich an. „Deux“, sage ich, hebe zusätzlich zwei Finger und deute nochmal in Richtung Schoko. Ein Schwall Französisch prasselt auf mich nieder. Ich verstehe kein Wort. Wieder hebe ich die Finger, „deux“ sage ich, schiebe „two“ hinterher und hebe nochmal zwei Finger.
Ein genervter Blick, ein ungeduldiges Wedeln mit der Greifzange, und wieder folgt ein französischer Wörter-Hagel.
Ich bin ratlos. Verzweifelt und resigniert deute ich einfach mal auf die gelben Zitronen-Macarons. Meine Hoffnung stirbt gerade einen langsamen Tod, bis die Dame plötzlich beherzt das gelbe Stück greift und neben seinen dunklen Schoko-Freund legt.

Dann packt sie plötzlich auch den gewünschten zweiten dunklen Schokoladen-Keks und legt in auf die andere Seite des Gelben. Sprachbarrieren? Unverständnis? Nein. Es sollte einfach hübsch aussehen in der Verpackung. Farblich variieren.

Was bleibt zu sagen? In Frankreich isst das Auge mit...

Ein farbenfrohes Wochenende wünscht
Kerstin Sauer



