„Vier-Säulen-Modell“ für heimatverbundene und zukunftsfähige Vereinsarbeit

Versammlung des Sauerländer Heimatbundes in Serkenrode


Von der kreativen Präsentation des Dorfes Serkenrode zeigten sich die Mitglieder des Sauerländer Heimatbundes begeistert. von Martin Kuschel
Von der kreativen Präsentation des Dorfes Serkenrode zeigten sich die Mitglieder des Sauerländer Heimatbundes begeistert. © Martin Kuschel

Serkenrode. Wie ein roter Faden durchzog der Gedanke an eine zukunftsfähige Gestaltung des Sauerlandes die Jahresmitgliederversammlung des Sauerländer Heimatbundes, die am Samstag, 26. August, in der Schützenhalle Serkenrode stattfand. Erstmals nach 25 Jahren fand diese Veranstaltung damit wieder auf dem Gebiet der Gemeinde Finnentrop statt, ausgerichtet vom Arbeitskreis „Serkenrode hat Zukunft“, dem Heimatbund Gemeinde Finnentrop und der Gemeinde Finnentrop.


Grußworte richteten zunächst Finnentrops Bürgermeister Dietmar Heß, Landrat Frank Beckehoff, der Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider (CDU) und Doris Kennemann, die Vorsitzende des Heimatbundes der Gemeinde Finnentrop, an die Anwesenden Danach stellte der Arbeitskreis „Serkenrode hat Zukunft“ unter Leitung von Werner König unter Beweis, wie ein relativ kleiner Ort die Herausforderungen des demografischen Wandels nachhaltig meistern kann: Insgesamt 32 Dorfbewohner präsentierten unter dem Motto „Serkenrode – lebendig und l(i)ebenswert“ die 32 verschiedenen Dorfangebote, die vom Kindergarten über die Seniorengruppe und das Tambourscorps bis hin zum Brieftaubenzuchtverein reichen.

„Die klassischen ländlichen Probleme scheinen einen Bogen um das Dorf zu machen“, stellte Bürgermeister Dietmar Heß fest. Für dieses vorbildhafte Engagement war Serkenrode 2015 mit der Bronzemedaille beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet worden. In diesem Jahr tritt der Ort Jahr erneut als Gemeindesieger beim Kreiswettbewerb an.
 von Martin Kuschel
© Martin Kuschel
Anschließend erläuterte der Vorsitzende des Sauerländer Heimatbundes, Elmar Reuter, den mehr als 230 anwesenden Mitgliedern und Gästen im Tätigkeitsbericht ein „Vier-Säulen-Modell“ für einen Reformprozess. Dadurch sollen dem Mitglieder- und damit auch dem Bedeutungsschwund von heimatverbundener Vereinsarbeit entgegengewirkt werden. Diese Säulen - namentlich Mitgliederentwicklung, Optimierung von Arbeitsstrukturen, Systematisierung von Stärken und Öffentlichkeitsarbeit - wurden auf Tafeln in der Schützenhalle vorgestellt und von zuständigen Referenten erklärt. Ziel dieses Prozesses, so Reuter, sei vor allem, Transparenz für die Mitglieder über die Arbeitsweise des SHB zu schaffen und engagierte Mitarbeiter quer durch die Generationen zu gewinnen bzw. zu halten.
„Südwestfalen-DNA: digital, nachhaltig, authentisch“
Hubertus Winterberg, Geschäftsführer der Südwestfalen-Agentur, knüpfte dann in seinem Gastreferat an die Überlegungen des SHB an und ging auf die Eckdaten aus der zukünftigen Arbeit der Agentur und der „Regionale 2025“ ein. Unter dem prägnanten Titel „Südwestfalen-DNA: digital, nachhaltig, authentisch“ hob er die besondere Bedeutung der Schaffung von digitalen Strukturen hervor, um junge Leute an ihre Heimatregion zu binden oder sie sogar dorthin zurückzuholen.

„Glokalisierung“ lautete das Stichwort, wonach die Jugend sich einerseits „die Welt per Smartphone in der Tasche“, andererseits aber auch eine Lokalisierung wünsche. Beispielhaft für einen gelungenen Dialog benannte Winterberg die Image-Aktion „Heimvorteil“ des Hochsauerlandkreises, die im kommenden Jahr auch auf die angrenzenden Kreisgebiete ausgedehnt werden soll.
Exkursionen durch die Gemeinde
Im Nachmittagsprogramm hatten die Mitglieder Gelegenheit, sich bei verschiedenen Exkursionen einen Eindruck von der Gemeinde Finnentrop zu verschaffen. Zur Auswahl standen eine Führung durch die Pfarrkirche St. Georg in Schliprüthen mit Vorführung der historischen Orgel und einer Meditation sowie die Besichtigung des Museums „Heimatstube“ und der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Schönholthausen. Hinzu kam ein Besuch des Wasserkraftwerks und des benachbarten Schlosses in Bamenohl, eine Ortsbegehung in Serkenrode und die Besichtigung der Firma SDE (Schmitt-Degenhardt-Elektronik) sowie ein Vortrag über Bild- und Urheberrechte. Alle Angebote stießen auf eine sehr positive Resonanz bei den Teilnehmern.

Der Tag endete mit einer plattdeutschen Messe in der Kirche St. Johannes in Serkenrode , die von Pater Joachim Wrede aus Schliprüthen zelebriert wurde.
Artikel teilen: