Viele Unternehmen im Kreis Olpe drücken sich vor Inflationsprämie
Gewerkschaft NGG kritisiert
- Kreis Olpe, 01.03.2023
- Wirtschaft
Kreis Olpe. Rund 3.350 Unternehmen gibt es nach Angaben der Arbeitsagentur im Kreis Olpe. Ein Großteil davon drücke sich davor, ihre Beschäftigten in der Krise zu unterstützen, berichtet Isabell Mura von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).




„Viele Chefs im Kreis Olpe machen um die Inflationsausgleichsprämie einen großen Bogen. Und das geht quer durch alle Branchen: von Hotels bis zu Lebensmittelbetrieben“, sagt Mura weiter. Dabei sei die Prämie ein Instrument, das die Bundesregierung extra geschaffen habe, um die Härte der Krise abzufedern.




Die NGG fordert Unternehmen im Kreis Olpe auf, die Prämie von bis zu 3.000 Euro zu nutzen. Sie könne auch in Etappen ausgezahlt werden. Wer noch keine Inflationsprämie bekommen habe, solle beim Chef anklopfen. Es gehe dabei immerhin um effektive Einmalzahlungen, bei denen der Staat nicht mehr die Hand aufhalte: Für die Inflationsausgleichsprämie werden keine Steuern und Sozialabgaben fällig.

Wichtig sei, dass es sich bei der Inflationsausgleichsprämie nicht um einen Ersatzlohn handele: „Die Prämie ist eine Art finanzielles ‚Inflations-Pflaster‘, um das sich die NGG allerdings in etlichen Betrieben, aber auch bei den nächsten Tarifverhandlungen intensiv kümmern wird“, sagt Isabell Mura.

Die Gewerkschafterin kündigte Lohnforderungen von „10 plus X“ Prozent an. Azubis müssten mindestens 150 Euro mehr pro Monat bekommen. Dafür werde sich die Gewerkschaft NGG in den kommenden Wochen am Tariftisch einsetzen. Die NGG stelle sich auf „ein Frühjahr mit zähem Ringen am Tariftisch“ ein, so Mura.
