Veranstaltungsbranche brechen die Aufträge weg - kreative Ideen gefragt

Verbot von Großveranstaltungen


  • Kreis Olpe, 12.05.2020
  • Von Christine Schmidt
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Ob Konzerte, Schützenfeste oder Kirmes - den Unternehmern in der Veranstaltungsbranche brechen die Aufträge weg. von privat
Ob Konzerte, Schützenfeste oder Kirmes - den Unternehmern in der Veranstaltungsbranche brechen die Aufträge weg. © privat

Kreis Olpe. Dass Großveranstaltungen bis zum 31. August abgesagt sind, ist für viele Selbstständige eine Katastrophe. Unternehmen in der Branche brechen zahlreiche Aufträge weg. Trotzdem sind die meisten positiv gestimmt und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.


„Die Zeit ist ziemlich hart und ich habe extreme Einbußen“, erklärt Chris Burghaus von Esta Loca (Bilstein). Etwa 80 Aufträge gehen seiner Firma durch das Verbot flöten – Messen, Hochzeiten, Schützenfeste, Firmenfeiern und so weiter. Sogar die abgesagte Fußball-Europameisterschaft trifft Burghaus hart. Mit seinen LED-Wänden hätte er in Attendorn, Plettenberg und Siegen das Public Viewing ausgestattet.

„Aber wir erfinden uns jetzt in der Zeit einfach neu“, ist der Unternehmer optimistisch. Man müsse sich Ideen überlegen. Um den Leuten etwas Abwechslung zu bieten, organisiert Esta Loca jedes Wochenende einen Live-Stream mit verschiedenen DJs, die in außergewöhnlichen Locations auflegen. 
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Über Wasser hält sich Chris Burghaus momentan zum Beispiel auch mit dem Umbau von Diskotheken. Ein paar seiner Kunden seien gerade dabei, den Stillstand zu nutzen, die Discotheken umzugestalten und in neues Equipment zu investieren.
„Ich habe einfach Pech gehabt“
Ähnlich ist es bei Raphael Burghaus alias DJ Desire aus Olpe. Der junge Unternehmer hatte sich zum 1. Februar komplett selbstständig gemacht. „Und dann kam Corona“, so Burghaus. „Ich habe einfach Pech gehabt. Das war schon ein Schlag.“

Mindestens 80 Prozent seiner Aufträge seien abgesagt und Hochzeiten auf 2021 verschoben. Gerade die abgesagten Jungschützenfeiern und Abibälle treffen den DJ enorm. „Ich war froh, dass wir noch viele Karnevalsveranstaltungen hatten, die einen kleinen Puffer geschaffen haben“, so Burghaus.
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Um seine Kosten etwas aufzufangen, möchte er sich in der Festinstallation weiterbilden. Heißt, sich dem Thema Garten- und Hausbeleuchtung widmen, um seine Ausrüstung vertreiben zu können. „Man darf nicht klassisch denken, sondern muss sich Alternativen einfallen lassen“, ist er guten Mutes.

DJ Desire hofft, dass zumindest im Herbst wieder kleine Veranstaltungen stattfinden dürfen. Auch Weihnachtsfeiern von Firmen könnten das finanzielle Loch dann wieder füllen.  
Auf andere Standbeine setzen
Für das Team von Enders & Arens Eventtechnik (Olpe) sei es ebenfalls eine „schwere Phase“, weiß Geschäftsführer Matthias Perathoner. „Man muss da jetzt durch. Wir haben Glück, dass wir noch andere Standbeine haben und uns nicht 100 Prozent vom Umsatz wegfallen.“

So könne das Unternehmen noch ein paar Monate überleben, aber auch dann werde es irgendwann schwierig. Auch wenn die Staatshilfen „ganz nett“ seien, „aber damit kann man ein Unternehmen nicht ein halbes Jahr über Wasser halten“, so der Unternehmer.
Neues Projekt: myonlinevent.de
Zu den 300 Absagen zählen unter anderem auch die Wendener Kirmes und das Olper Schützenfest – dort hätte Enders & Arens die Event-Technik übernommen.

Als Alternative hat sich das Unternehmen das Projekt „myonlinevent.de“ ausgedacht. Menschen oder Unternehmen können diese Plattform als Live-Stream nutzen. Darüber haben schon Tanzkurse, Konzerte oder Lesungen stattgefunden.
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