Update: Seltene Pilzart im Kreis Olpe entdeckt? Sachverständige hat Zweifel

Lenhauser macht ungewöhnlichen Fund


  • Kreis Olpe, 25.09.2026
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  • Von Wolfgang Schneider
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Dieses Exemplar eines vermeintlichen Kaiserlings hat Davide Cacciato im Kreis Olpe entdeckt und fotografiert. Pilzexperten meinen aber, es sei ein Orangener Scheidenstreifling. von privat
Dieses Exemplar eines vermeintlichen Kaiserlings hat Davide Cacciato im Kreis Olpe entdeckt und fotografiert. Pilzexperten meinen aber, es sei ein Orangener Scheidenstreifling. © privat

Kreis Olpe. Die Pilzsaison ist noch im Gange und viele Sammler sind in den heimischen Wäldern unterwegs, um nach Pilzen Ausschau zu halten. Steinpilze, Pfifferlinge und Maronenröhrlinge sind ebenso beliebte wie weit verbreitete Pilzarten. Eine hierzulande extrem seltene Sorte hat jetzt ein heimischer Sammler entdeckt.


Davide Cacciato aus Lenhausen geht seit fast 15 Jahren regelmäßig in die Wälder, um Pilze zu beobachten und zu dokumentieren. In einem Wald bei Grevenbrück machte er eine ganz besondere Entdeckung. Dort wuchs ein Kaiserling (Amanita caesarea), auch Kaiserpilz oder Orangegelber Wulstling genannt.

Der Fund ist bemerkenswert, weil der Kaiserling fast ausschließlich südlich der Alpen und im Mittelmeerraum verbreitet ist nördlich der Alpen nur äußerst selten vorkommt. In Deutschland gibt es nur einzelne Fundstellen in den süddeutschen Bundesländen. Im Sauerland wurde Kaiserlinge bisher so gut wie nie entdeckt.

Fund-Pilz bringt typische Merkmale mit

David Cacciato ist sich allerdings sicher, dass seine Entdeckung ein Kaiserling ist. „Der Fruchtkörper zeigte die typischen Merkmale der Art: orangerot-goldgelber Hut, gelbe Lamellen und Stiel sowie eine ausgeprägte, sackartige Volva an der Stielbasis“, berichtet er der LokalPlus-Redaktion. Er hat sich am Anblick des seltenen Pilzes erfreut, denn: „Sammeln und Mitnehmen des Kaiserlings kommt für mich selbstverständlich nicht in Frage!“

Den genauen Standort möchte Cacciato aus Schutzgründen nicht öffentlich machen. Zwar genießt der Kaiserling seit jeher den Ruf eines außergewöhnlich wohlschmeckenden Speisepilzes, doch Pilzsammler hierzulande sollten sich hüten, ihn zu pflücken. Laut Bundesartenschutzverordnung ist der Kaiserling besonders geschützt und darf in ganz Deutschland nicht gesammelt werden. Also: anschauen ja, mitnehmen nein.

Im Vergleich: Links der Orangegelber Scheidenstreifling (Amanita crocea), rechts der Kaiserling (Amanita caesarea). von privat
Im Vergleich: Links der Orangegelber Scheidenstreifling (Amanita crocea), rechts der Kaiserling (Amanita caesarea). © privat

Update von Freitag, 25. September:

Nach Veröffentlichung des Artikels meldete sich eine Pilzsachverständige aus Rheinland-Pfalz bei der Redaktion. Sie bezweifelt, dass es sich bei dem Pilz wirklich um einen Kaiserling handelt. „Auf dem Foto ist meines Erachtens mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Orangegelber Scheidenstreifling (Amanita crocea) zu sehen. Gerade bei jungen Fruchtkörpern können sich beide Arten aufgrund ihrer gelblich-orangen bis orangefarbenen Hutfärbung auf den ersten Blick durchaus ähneln“; schreibt Marion Bertram.

„Da mir auch hier in Rheinland-Pfalz ein Standort des Kaiserlings bekannt ist und ich die Art dort selbst beobachten kann, habe ich einen guten direkten Vergleich. Als Pilzsachverständige beschäftige ich mich regelmäßig mit der Bestimmung und Abgrenzung solcher Arten. Deshalb halte ich die Zuordnung des abgebildeten Fruchtkörpers zum Kaiserling für sehr fraglich.“

Ein Foto reicht nicht zur Bestimmung

Es sei ihr wichtig aufzuzeigen, dass sich eine Pilzart oder auch nur eine Gattung nicht verlässlich anhand eines einzelnen Fotos bestimmen lasse, so Marion Bertram. Wenn ein Pilz nur von oben fotografiert werde, seien wesentliche Bestimmungsmerkmale überhaupt nicht zu erkennen.

Ganz generell mahnt die Pilzsachverständige alle Sammler davor, KI oder Pilzbestimmungs-Apps zu nutzen, um zu einer vermeintlich eindeutigen Bestimmung zu gelangen: „Wer sich mit Pilzen nicht entsprechend auskennt und einen Fruchtkörper nicht im Original in den Händen hält und sämtliche relevanten Merkmale überprüfen kann, sollte sich keinesfalls allein auf die Aussagen solcher Apps oder KI-Systeme verlassen.“

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