Update: 50-Stunden-Bahnstreik in Deutschland abgewendet

DB reicht Eilantrag ein


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Die EVG hatte einen 50-Stunden-Streik geplant. von Nils Dinkel
Die EVG hatte einen 50-Stunden-Streik geplant. © Nils Dinkel

Kreis Olpe. Die Bahngewerkschaft EVG hatte ihren nächsten und wohl längsten Streik angekündigt: Von Sonntag, 14. Mai, 22 Uhr sollten 50 Stunden lang die Züge stillstehen. Im Kreisgebiet Olpe hätte das nicht nur den Schienenverkehr, sondern auch die Busse der Westfalenbus GmbH betroffen. Jetzt wurde der Streik nach einem Eilantrag der DB beim Arbeitsgericht in Frankfurt abgewendet.


Update von Samstag, 13. Mai, 16.30 Uhr: Wie mehrere Medien berichten, darunter die ARD, haben die Bahngewerkschaft EVG und die Deutsche Bahn einem vom Arbeitsgericht Frankfurt a.M. vorgelegten Vergleich „nach zähem Ringen“ zugestimmt. Damit ist der Streik vorerst abgewendet. Weitere Verhandlungen sollen folgen.

Ursprünglicher Bericht von Samstag, 13. Mai, 10.30 Uhr:

Die EVG hat angekündigt, dass sämtliche IC und ICE nicht auf die Strecke gehen. Ebenso werde im Regionalverkehr größtenteils kein Zug fahren.

Auch die Westfalenbus GmbH, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG, beteiligt sich an dem Streik. Folge: Der Busverkehr in Wittgenstein und im Sauerland ist stark eingeschränkt, da dort zahlreiche Linien im Auftrag der Westfalenbus GmbH gefahren werden.

Auf ihrer Homepage gibt die VWS Siegen alle Fahrplanänderungen bekannt:

Bis Freitagmittag, 12. Mai, habe die DB noch Zeit gehabt, einen Vorschlag zur Mindestlohnthematik vorzulegen. Sie habe diese Frist allerdings verstreichen lassen, schreibt die EVG. Ihre Forderung: Die im Mindestlohnbereich Beschäftigten bekommen die von der EVG verhandelten Lohnerhöhungen dauerhaft in voller Höhe und ohne jede Einschränkung oberhalb des jeweiligen Mindestlohns. Zu dieser Zusage sei die Deutsche Bahn weiterhin nicht bereit gewesen, so die EVG.

Deutsche Bahn will Streik noch stoppen

Die Deutsche Bahn lässt indes nichts unversucht, den Streik noch zu stoppen: Sie hat am Samstag, 13. Mai, beim Arbeitsgericht Frankfurt am Main einen Eilantrag eingereicht, um den Warnstreik doch noch auszubremsen. Dieser Schritt, so ist von der DB zu hören, sei im Interesse der Kunden jetzt geboten.

Weiter ist zu lesen: „Obwohl die DB über 10 Prozent Lohnerhöhung angeboten, die zentrale Vorbedingung der EVG erfüllt und sich mehrmals auf die EVG zubewegt hatte, will die EVG ab Sonntagabend 50 Stunden lang streiken. Das ist unverhältnismäßig und schädigt Kunden sowie unbeteiligte Dritte.“

Die Verhandlung beginnt heute um 12 Uhr.

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