„Unerträglich“: 65 rechts motivierte Straftaten 2025 im Kreis Olpe erfasst
Größte Steigerung verzeichnet die Hansestadt Attendorn
- Kreis Olpe, 02.06.2026
- Blaulicht , Politik
- Von Jana Becker
Kreis Olpe. 65 rechts motivierte Straftaten wurden 2025 im Kreis Olpe begangen. Erfasst hat diese Zahlen als zuständige Staatsschutzdienststelle für den Kreis Olpe die Polizei Hagen. Auch der heimische Grünen-Landtagsabgeordnete Gregor Kaiser hat sich mit diesen Entwicklungen auseinandergesetzt, die er in einer Pressemitteilung als „unerträglich“ bezeichnet.


Waren es 2023 noch 19 rechts motivierte Straftaten im Kreis Olpe, so hat sich die Zahl laut den Aufzeichnungen der Polizei Hagen in 2024 mehr als verdoppelt (41). Im vergangenen Jahr gab es eine erneute Steigerung: 65 rechts motivierte Straftaten wurden im Kreis Olpe erfasst. Die größte Steigerung verzeichnet die Hansestadt Attendorn. Dort stieg die Zahl von 5 Straftaten in 2024 auf 23 in 2025.
Links motivierte Straftaten sind im Kreis Olpe ebenfalls im vergangenen Jahr häufiger festgestellt worden. Laut den Daten der Polizei Hagen waren es 2024 eine links motivierte Straftat, 2025 waren es sechs.




Straftaten mit politisch motiviertem Hintergrund werden analog zu allen anderen Straftaten erfasst und die gefertigten Strafanzeigen zuständigkeitshalber an die Staatsschutz-Dienststellen übersandt.
„Sobald die Polizei Kenntnis von einer Straftat mit politisch motiviertem Hintergrund erlangt, wird durch Polizeibeamte eine Strafanzeige gefertigt und die Verfolgung der Straftat in die Wege geleitet“, berichtet die Pressestelle der Polizei Hagen auf Nachfrage von LokalPlus.
Die Polizei Hagen bestätigt auch, dass diese Entwicklung im Kreis Olpe kein Einzelfall ist. In ganz Nordrhein-Westfalen seien die rechts motivierten Straftaten in den vergangenen Jahren stetig gestiegen: von 5.641 auf 6.268.
„Es ist unerträglich, dass die Anzahl der rechtsextremen Straftaten landesweit und auch bei uns vor Ort zunimmt”, nimmt Dr. Gregor Kaiser, Landtagsabgeordneter der Grünen aus Lennestadt, in einer Pressemitteilung Stellung zu den Zahlen. Die Grüne Landtagsfraktion erfragt beim NRW-Innenministerium regelmäßig Daten zu rechts motivierten Straftaten sowie weiteren rassistischen Straftaten.

Landesweit, so lauten die weiteren Zahlen des Innenministeriums, seien 13 Prozent mehr antisemitische Straftaten verübt worden (695 in 2024, 786 in 2025). Bei den islamfeindlichen Straftaten habe es einen leichten Rückgang um 2 Prozent gegeben. Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Orientierung sei um 27 Prozent angestiegen (203 in 2024, 257 in 2025) und es seien 47 Prozent mehr antiziganistische Straftaten - das ist laut Wikipedia eine Form des Rassismus, die sich gegen Sinti und Roma sowie andere als „Zigeuner“ stigmatisierte Gruppen richtet - erfasst worden (30 in 2024, 44 in 2025).

„Wir müssen uns als Gesellschaft wehren, wenn so viele Menschen alltäglich mit diskriminierenden und menschenverachtenden Äußerungen und Angriffen konfrontiert sind. Jede und jeder ist aufgefordert, menschenverachtendem Gedankengut entschieden zu widersprechen. Nur so können wir dazu beitragen, dass sich alle Menschen auch in unserem Kreis sicher fühlen können“, wünscht sich Kaiser, der sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich gegen Rechtsextremismus engagiert.
