Trockenster Juli seit 100 Jahren: Ruhrverband bilanziert Extremsommer
Zweitwärmster Sommer seit 1881
- Kreis Olpe, 16.09.2026
- Verschiedenes
Südwestfalen. Der Sommer war im Einzugsgebiet der Ruhr deutlich zu warm. So war bereits der Juni 3,1 Grad wärmer als im langjährigen Mittel – und mit einer Monatsmitteltemperatur von 18,4 Grad Celsius der zweitwärmste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1881.

Mit 18,5 Grad lag die mittlere Temperatur der Sommermonate Juni, Juli und August insgesamt um zwei Grad über dem langjährigen Mittel. Wärmer war seit 1881 nur der Sommer 2003 mit 18,7 Grad.
Auch die Niederschlagsverhältnisse wichen deutlich von einem durchschnittlichen Sommer ab. Während der Juni und August leicht zu trocken waren, fiel das Defizit im Juli mit nur 23 Millimetern Niederschlag extrem hoch aus: minus 76 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel. Es war damit der trockenste Juli seit 100 Jahren.

Insgesamt regnete es im Sommer 2026 nur 177 Millimeter – und damit 100 Millimeter bzw. 36 Prozent weniger als im langjährigen Mittel. Seit 1927 gab es erst elf Sommer, die noch trockener waren, zuletzt 2022 mit 120 Millimeter Niederschlag. Die Trockenheit zeigt sich im gesamten Verlauf des bisherigen Jahres: Mit Ausnahme der Monate Februar und Mai verzeichneten die anderen Monate teils erhebliche Niederschlagsdefizite.
Seit mehr als einem Jahr gelten die im Dezember 2024 novellierten Grenzwerte für die Mindestabflüsse in der Ruhr. Aufgrund dieser verringerten Grenzwerte konnte der Ruhrverband insbesondere im trockenen Juli und August pro Tag bis zu 259.200 Kubikmeter Wasser in den Talsperren im Sauerland zurückhalten.

Die dadurch seit Juli eingesparten knapp 16 Millionen Kubikmeter Wasser entsprechen der Hälfte des Fassungsvermögens der Versetalsperre. Trotz dieser Einsparung leisteten die Talsperren im Sommer Schwerarbeit und gaben zeitweise 13-mal mehr Wasser ab, als ihnen zufloss. So bestand in Villigst an 80 von 92 Tagen Zuschusspflicht, an der Mündung an 63 Tagen.

Insgesamt lag die Anzahl der Zuschusstage trotz verringerter Grenzwerte an der Mündung um 80 Prozent höher als im Durchschnitt der Sommer 1991 bis 2025. Die Füllstände der Talsperren sanken von Anfang Juni bis Ende August auf 74,2 Prozent und lagen damit etwas unter dem langjährigen Mittel.

Mit einem Gesamtstauinhalt von 350,4 Millionen Kubikmetern Wasser ist das Talsperrensystem dennoch gut aufgestellt, um sowohl weitere Trockenphasen zu bewältigen als auch zum Hochwasserschutz beizutragen.



