Thementage Demenz widmen sich zahlreichen Fragen und Erfahrungen
Information, Austausch und neue Perspektiven
- Kreis Olpe, 03.10.2026
- Gesundheit & Medizin
Kreis Olpe. Unter dem Motto „Demenz (k)eine Frage des Alters“ haben jetzt zum zweiten Mal die Thementage Demenz im Kreis Olpe stattgefunden. Die Veranstaltungsreihe bot in den vergangenen Wochen vielfältige Möglichkeiten, sich zu informieren, miteinander ins Gespräch zu kommen und persönliche Erfahrungen auszutauschen.

Die Thementage organisiert hatte Carmen Brinker von der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung Südwestfalen (kefb) in Kooperation mit Rebecca Dienst vom Fachdienst Gesundheit des Kreises Olpe. Alle Veranstaltungen waren sehr gut besucht. „Die Resonanz freut uns natürlich sehr, zeigt aber auch, wie wichtig und wie groß der Bedarf ist, über das Thema ,Demenz‘ zu informieren und Möglichkeiten für Begegnung und Austausch zu schaffen“, resümiert Carmen Brinker.
Passend zum Motto des Welt-Alzheimertags stand unter anderem die Prävention von Demenzerkrankungen im Mittelpunkt. Zwar sind die meisten Menschen mit Demenz älter als 65 Jahre, doch Demenzerkrankungen können auch in jüngeren Lebensjahren auftreten. Die Erkrankung verläuft individuell – und stellt zugleich eine gemeinsame gesellschaftliche Herausforderung dar.




Zum Programm gehörte auch eine Online-Veranstaltung. Lena Sannemann vom Kölner Alzheimer Präventionszentrum der Uniklinik Köln zeigte in einem praxisnahen Vortrag konkrete Tipps und Strategien auf, mit denen sich das Gehirn fit halten und das Demenzrisiko reduzieren lässt.
Praxisnah waren auch die Veranstaltungen von Claudia Hufnagel und Dr. Jasmin Lehmann. Claudia Hufnagel, Pflegeberaterin des Kreises Olpe, informierte darüber, wie ein Pflegegrad bei Demenz beantragt werden kann.
Dr. Jasmin Lehmann, Beraterin bei carethics und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Siegen, stellte mit ihrer Kollegin Annelie Szameitat die pflegenden Angehörigen und Bezugspersonen in den Mittelpunkt. Sie machte deutlich, dass eine gute Selbstfürsorge eine wichtige Voraussetzung dafür ist, Menschen mit Demenz langfristig begleiten und unterstützen zu können.

Eine Lesung der Autorin und Journalistin Peggy Elfmann aus München ermöglichte eindrucksvolle und authentische Einblicke in das Leben mit einem demenzerkrankten Menschen. Ihre persönlichen und nahbaren Schilderungen eröffneten neue Perspektiven und machten Mut, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Zwei weitere Veranstaltungen widmeten sich dem sensiblen Themenbereich rund um das Lebensende. Der Theologe Steffen Beringhoff setzte sich mit der Frage nach einem selbstbestimmten Lebensende auseinander. Er bot Orientierung und schuf Raum für einen respektvollen Austausch über unterschiedliche Sichtweisen.
Im Vortrag von Hannah Franzen, Leiterin des Hospizdienstes und der Trauerbegleitung des St.-Elisabeth-Hospizes in Altenhundem, ging es um die sogenannte „weiße Trauer“. Damit wird das schmerzhafte Gefühl beschrieben, das viele Angehörige von Menschen mit Demenz erleben: ein Abschiedsprozess, der bereits lange vor dem tatsächlichen Tod beginnen kann.
Neben den fachlichen Informationen waren auch die Gespräche und Diskussionsrunden ein zentraler Bestandteil der Thementage. „Gerade dieser Austausch ist für viele Menschen neben dem fachlichen Input besonders wichtig. Gefühle und Ängste zu teilen, aber auch Bewältigungsstrategien weiterzugeben, ist ein besonders wertvoller Teil unserer Veranstaltungsreihe“, erläutert Rebecca Dienst.
Die Thementage Demenz im Kreis Olpe zeigten erneut, wie vielfältig die Fragen und Herausforderungen rund um die Erkrankung sind – und wie wichtig Information, Begegnung und gegenseitige Unterstützung bleiben. Die ersten Überlegungen für eine erneute Wiederholung im kommenden Jahr gibt es daher bereits.
