Tanz-Demo: Über 200 Menschen protestieren im Kreis Olpe gegen Gewalt an Frauen

„One Billion Rising“


  • Kreis Olpe, 14.02.2018
  • Von Sven Prillwitz
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    Redaktion

Um Punkt 17 Uhr startete der Tanz auf dem Altenhundemer Marktplatz. von Kerstin Sauer
Um Punkt 17 Uhr startete der Tanz auf dem Altenhundemer Marktplatz. © Kerstin Sauer

Olpe/Lennestadt. Tanzen als ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und für deren weltweites Recht auf Selbstbestimmung: Mehr als 200 Menschen haben sich am Mittwochnachmittag, 14. Februar, auf den Marktplätzen in Olpe und Altenhundem am internationalen Aktionstag „One Billion Rising“ beteiligt. Sie tanzten die Choreografie zur offiziellen Hymne „Break The Chain“.


Rund 150 Menschen nahmen in Olpe aktiv an der Tanz-Demonstration teil, etwas mehr als 60 Personen eine Stunde später in Altenhundem. Die meisten Zuschauer am Rand klatschten mit oder wiegten sich im Takt zur Musik, einige stießen aber auch spontan zu den Tänzern hinzu, unter denen auch einige Jungen und Männer waren. Die Choreografie war die eine Hälfte der Aktion; die andere eine kurze Ansprache, um den Hintergrund der Kampagne zu erläutern.
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Song und Tanz sind ein Zeichen des solidarischen Protests gegen Gewalt, Unterdrückung und Diskriminierung, denen sich Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt nach wie vor weltweit ausgesetzt sehen. In Deutschland seien fast 110.000 Frauen im Jahre 2016 Opfer von Gewalttaten geworden, sagte Shahana Gitzen vom Verein „Frauen helfen Frauen“, der die Aktion zum vierten Mal im Kreis Olpe zum vierten Mal organisiert hatte. Gitzen berief sich auf eine aktuelle Statistik des Bundeskriminalamts für das Jahr 2016. Danach haben rund 80.000 betroffene Frauen Gewalt in der Partnerschaft erlebt - im Vergleich zu 2015 ein Anstieg um 4,4 Prozent.
„Wir haben bereits einiges erreicht"
Seit 2012 sei bundesweit ein leichter Anstieg der Fälle von häuslicher Gewalt festzustellen, in denen Frauen Opfer werden. Und das seien nur die bekannten Fälle; wie hoch die Dunkelziffer ist, sei nicht bekannt, sagte Gitzen. Umso wichtiger seien der Protest und seine Fortsetzung. Die gute Nachricht: „Wir haben bereits einiges erreicht. Das Gesetz, dass Nein auch wirklich nein heißt, ist ein wichtiger Meilenstein.“ Auch die international geführte „Me Too“-Debatte über sexuelle Übergriffe habe „viel öffentliche Aufmerksamkeit auf unsere gemeinsamen Ziele gelenkt“, so Gitzen.
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Die „Tanzklasse Olpe“ hatte den Verein „Frauen helfen Frauen“ erneut unterstützt: Zur Vorbereitung auf den Aktionstag waren Workshops angeboten worden, in denen Tanzlehrerinnen die Choreografie mit den Teilnehmern einstudierten. Das sei angesichts der „recht schnellen“ Bewegungsabläufe auch nötig gewesen, sagte Tanzschul-Inhaberin Michaela Holderberg-Koch. Anders als in den Vorjahren sei in diesem Jahr die Original-Choreografie gezeigt worden – und nicht die vereinfachte Version.
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Kurz & knapp: „One Billion Rising“

Der Kampagnenname „One Billion Rising“ bedeutet ins Deutsche übersetzt „Eine Milliarde erhebt sich“ und orientiert sich an einer statistischen Aussage der Vereinten Nationen (UN), wonach rund ein Drittel aller Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt in ihrem Leben Gewalt erfahren mussten – als Opfer. Die Aktion wurde im September 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler ins Leben gerufen. Der Name des offiziellen Songs „Break The Chain" bedeutet ins Deustche übersetzt „Zerbrich die Kette".
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