Strom aus zeitversetztem Sonnenschein

Verbraucherzentrale informiert über Solarstrom und Energiespeicher


Dr. Georg Brune (Energieberater) vor einer Solaranlage. von Verbraucherzentrale
Dr. Georg Brune (Energieberater) vor einer Solaranlage. © Verbraucherzentrale

Für Ehepaar S. scheint die Sonne auch nachts – gewissermaßen. Mit einer Solaranlage und einem Batteriespeicher sammeln sie tagsüber Energie, um damit nach Feierabend Laptop, Fernseher, Küchenmaschine, Entsafter, Kaffeemühle und so weiter zu betreiben. Mit zeitversetztem Sonnenschein sozusagen. Unter dem Motto „Schick die Sonne in die Verlängerung!“ erklärte die Verbraucherzentrale jetzt, welche Chancen die Speichertechnik hat und was zu beachten ist.


„Eigener Solarstrom macht unabhängig und Batterien machen flexibel“, sagte Energieberater Dr. Georg Brune. Statt 25 bis 30 Prozent des selbst erzeugten Stroms können Speicherbesitzer mehr als 60 Prozent direkt nutzen. Das senke die Stromrechnung deutlich und lohne sich mehr als die Einspeisung ins Netz. Interessierte können auf der Internetseite der Verbraucherzentrale mit Eigenverbrauchs- und Unabhängigkeitsrechnern den Effekt verschiedener Anlagen für ihr Eigenheim abschätzen.
Bis zu 86 Prozent Eigenverbrauch bei Olper Hausbesitzer
„Wenn ich es sportlich angehe und Großverbraucher wie die Waschmaschine bei Sonnenschein anschalte, komme ich auf bis zu 86 Prozent Eigenverbrauch“, erzählt Familienvater S. Er betreibt den Speicher in seinem Haus in Olpe schon seit Anfang April und deckt nach eigenen Angaben mit Solarenergie derzeit über 85 Prozent seines gesamten Strombedarfs ab. Wer jetzt in die Speichernutzung einsteigen möchte, findet ein großes Angebot vor, wie eine aktuelle Marktübersicht der Verbraucherzentrale NRW zeigt. Mehr als 30 Anbieter haben dafür ihre Daten zur Verfügung gestellt. „Darin bestätigt sich der Trend der insgesamt fallenden Preise, den auch wir seit einiger Zeit beobachten“, sagt Brune. Zusammen mit einer Online-Checkliste der Verbraucherzentrale bietet die Marktübersicht Hilfe beim Speicherkauf.
Tipps zu richtigen Batterien
„Batterien sind nützlich, aber technisch und rechtlich komplex, da sind ein paar wichtige Punkte zu beachten“, betont Brune. So sollte zum Beispiel die Garantie für alle Teile des Speichers für mindestens zehn Jahre gelten. Nur dann gebe es auch den staatlichen Förderkredit, der noch bis Ende Juni mit dem besten Tilgungszuschuss zu haben sei. Der Stromverbrauch der Batterie selbst sowie Besonderheiten der Blei- und Lithium-Varianten sind ebenfalls zu bedenken. Nicht zuletzt sei die steuerliche Behandlung wichtig für die Wirtschaftlichkeit. Den positiven Effekt des flexiblen Solarstroms für das Klima hob Brune hervor. „Jeder Haushalt, der die Sonne in die Verlängerung schickt, geht deshalb beim Klimaschutz voran.“ (LP)
Weitere Infos
Ob ein Eigenheim für Photovoltaik geeignet ist, klärt die 90-minütige „Beratung zu Solarstrom bei Ihnen zu Hause“ der Verbraucherzentrale NRW für 60 Euro. Termine gibt es unter 02723 / 719 57 20, lennestadt.energie @verbraucherzentrale.nrw oder unter 0211 / 33 996555 .
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