So ist die psychiatrische Versorgung in Lennestadt und Olpe aufgestellt
Schwerpunkt-Thema zur Wanderausstellung im Kreis Olpe
- Kreis Olpe, 26.03.2026
- Gesundheit & Medizin
- Von Nils Dinkel
Kreis Olpe / Lennestadt. Psychische Erkrankungen nehmen seit Jahren spürbar zu – das beobachtet auch Dr. Bogdan Alin Caba, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der GFO Kliniken in Lennestadt und Olpe. „Wir sehen mehr Depressionen, mehr Angststörungen, mehr Suchterkrankungen – und oft treten mehrere Erkrankungen gleichzeitig auf“, sagt er.


Zunehmender gesellschaftlicher Stress, hohe Belastungen und sinkende psychische Widerstandskraft seien Gründe für diesen Trend. Um dieser Entwicklung zu begegnen, bieten die GFO Kliniken Südwestfalen ein differenziertes Behandlungsnetzwerk:
Laut Dr. medic. Caba gibt es insgesamt 126 Behandlungsplätze, davon 96 stationäre. 30 Plätze stehen in den beiden Tageskliniken in Lennestadt und Olpe zur Verfügung. Das Angebot wird ergänzt durch psychiatrische Institutsambulanzen sowie Krisenangebote wie das niedrigschwellige „Krisencafé“ oder dem ärztlichen 24/7-Notdienst.





Nach der Krankenhaus-Reform hat sich der Schwerpunkt im St.-Josefs-Hospital in Lennestadt auf die psychiatrische Versorgung mit vier spezialisierten Stationen verlagert. Eine Station umfasst die Gerontopsychiatrie – für Patienten ab 65 Jahren. Behandelt werden hier Depressionen und Angststörungen im Alter, demenzielle Erkrankungen oder Suchterkrankungen im höheren Lebensalter. Die Behandlung erfolgt ganzheitlich in enger Kooperation mit der Inneren Medizin des Hauses.
Darüber hinaus gibt es eine allgemeinpsychiatrische Station, die das gesamte Spektrum psychischer Erkrankungen unter 65 Jahren anbietet – von affektiven Störungen über Angst und Zwang bis hin zu Psychosen.



Als dritten Schwerpunkt gibt es eine Psychotherapie-Station. Hier liegt der Fokus auf intensiver Psychotherapie bei Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Persönlichkeits- oder Anpassungsstörungen.
Abschließend gibt es eine geschützte Station. „Wir schützen hier nicht die Außenwelt vor den Patienten – wir schützen die Patienten vor der Außenwelt“, sagt Dr. medic. Caba. Sie richtet sich an Menschen, die sich in einer akuten Krise nicht selbst schützen können.

Der Aufenthalt auf der geschützten Station dauert oft vier bis sechs Wochen. „In vielen Fällen ist die Behandlung mit der Entlassung jedoch nicht abgeschlossen. Betroffene benötigen danach meist tagesklinische Weiterbehandlung oder ambulante psychiatrische bzw. psychotherapeutische Betreuung, um die Stabilisierung langfristig zu sichern“, so der Chefarzt.
Auch in Olpe gibt es eine psychotherapeutisch ausgerichtete Station, eine Tagesklinik und eine psychiatrische Ambulanz.

Betroffene mit schweren Suizidgedanken werden in der Regel stationär aufgenommen. Der erste Schritt ist immer die Sicherung des Überlebens durch
- enge therapeutische Begleitung durch Pflege, Ärzte, Psychologen und Therapeutenteams,
- Herauslösen aus der Isolation,
- Entwicklung von Perspektiven,
- wenn notwendig medikamentöse Therapie und
- später weiterführende tagesklinische oder ambulante Behandlung.
Caba betont, dass Heilung ein Prozess sei: „Nach sechs Wochen Klinikaufenthalt ist niemand vollständig gesund. Aber wir schaffen Stabilität – der therapeutische Weg geht draußen weiter.“
Die Kliniken stoßen an Kapazitätsgrenzen. „Die Nachfrage ist enorm. Ambulante und psychotherapeutische Angebote müssen dringend weiter ausgebaut werden“, sagt Dr. medic. Caba. Dennoch sei die Versorgung im Kreis Olpe bereits jetzt breit aufgestellt.
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