Schulschließungen, Absagen und Ungewissheit zu Beginn der Pandemie

Ein Jahr Corona im Kreis Olpe - Rückblick (1)


  • Kreis Olpe, 11.03.2021
  • Gesundheit & Medizin
  • Von Nils Dinkel
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An der Sauerlandhalle in Altenhundem richtet das Rote Kreuz eine mobile Teststation ein. von privat
An der Sauerlandhalle in Altenhundem richtet das Rote Kreuz eine mobile Teststation ein. © privat

Kreis Olpe. Vor genau einem Jahr, am 11. März 2020, vermeldete die Kreisverwaltung Olpe die erste bestätigte Corona-Infektion. „Erster Coronafall im Kreis Olpe“, so titelte LokalPlus damals. Betroffen war seinerzeit eine Frau aus der Gemeinde Kirchhundem, die sich bei einem Urlaub in Südtirol infiziert hatte. Wir blicken zurück auf ein Jahr Corona im Kreis Olpe.


In den Anfangstagen der Corona-Pandemie überschlagen sich die Ereignisse. Viele Veranstaltungen werden verschoben - und das in der Folgezeit gleich mehrmals, wie etwa das geplante Konzert von Sänger Nico Santos in der Olper Stadthalle.

Seit dem 13. März steht ein Untersuchungscontainer am Olper Krankenhaus bereit, wo die Behandlung von Menschen mit grippeähnlichen Symptomen erfolgt. Gleichzeitig stellt der Fußballverband Westfalen den Spielbetrieb im Amateurfußball ein, und zwar zunächst bis zum 19. April. Später stellt sich heraus, dass in der Saison 2019/20 kein Spiel mehr angepfiffen werden wird.

Der erste Corona-Fall im Kreis - das Artikelbild vom 11. März 2020 von LokalPlus
Der erste Corona-Fall im Kreis - das Artikelbild vom 11. März 2020 © LokalPlus

Das Schulministerium teilt am Freitag, 13. März, mit, dass Schulen und Kitas kurzfristig geschlossen werden. Ab Montag, 16. März, ist für fünf Wochen Schluss in den Schulen und Kindergärten, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Der Begriff „Homeschooling“ wird im Nachhinein zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Am Sonntag, 15. März, informiert die Landesregierung über die Schließung zahlreicher Freizeiteinrichtungen. Geschäfte - außer jene, die den täglichen Bedarf decken - schließen in der Folge ebenfalls. Ministerpräsident Armin Laschet appelliert, soziale Kontakte zu vermeiden.

Sorge um Schützenfeste

Mittwoch, 18. März: Erste Sorge um die Schützenfeste macht sich breit. Der Appell „Jetzt zu Hause bleiben, damit wir im Sommer feiern können“ wird sich aber nicht bewahrheiten.

Die Katholische Hospitalgesellschaft Südwestfalen lässt keine Besucher mehr in die Krankenhäuser in Altenhundem und Olpe. Auch die Zahl der Gäste bei Trauerfeiern wird massiv begrenzt.

Es folgt eine Flut an Veranstaltungsabsagen, vorsorgliche Schließungen von Rathäusern, Bankfilialen und Beratungsbüros. Am Freitag, 20. März, gibt die Warn-App NINA Gefahreninformation und Handlungsempfehlungen zum Coronavirus für den Kreis Olpe heraus. Zwei Tage später verkündet die Bundesregierung noch schärfere Maßnahmen, wie etwa das Abstandsgebot.

Vielerorts wird ein Einkaufsservice angeboten, um Senioren und kranke Menschen zu unterstützen. Hier beliefert der VSV Wenden das Josefsheim. von privat
Vielerorts wird ein Einkaufsservice angeboten, um Senioren und kranke Menschen zu unterstützen. Hier beliefert der VSV Wenden das Josefsheim. © privat

Bis Mittwoch, 25. März, summiert sich die Zahl der bestätigten Fälle auf 45; am Montag, 30. März, verzeichnet der Kreis Olpe den ersten Corona-Toten. Bis zum 6. April erhöht sich die Zahl der Verstorbenen auf acht.

Gewissheit für Veranstalter: Große Events werden bis vorerst Ende August verboten. Das Aus für Stadt- und Schützenfeste, das Elspe Festival und das Biggesee Open Air. Gleichzeitig werden die Kontaktbeschränkungen am 15. April zunächst bis zum 3. Mai verlängert. Ab 27. April gilt die Maskenpflicht, die bis heute besteht.

Bis zum 26. April steigt die Zahl der Verstorbenen auf 28 und die Zahl der insgesamt Infizierten auf 560. Ab 4. Mai dürfen zumindest die Grundschüler wieder die Schulbank drücken. Bis zum 4. Juni klettert die Zahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 636 und die Zahl der Verstorbenen mit Corona-Bezug auf 55.

Die Firma Moss stellt angesichts der Masken-Knappheit zu Beginn der Pandemie ihre Produktion um und richtet in Gerlingen eine Produktionsstätte für medizinische Mund-Nase-Masken ein. von Wolfgang Schneider
Die Firma Moss stellt angesichts der Masken-Knappheit zu Beginn der Pandemie ihre Produktion um und richtet in Gerlingen eine Produktionsstätte für medizinische Mund-Nase-Masken ein. © Wolfgang Schneider

Mitte Juni verlängert die Bundesregierung das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende Oktober. Nach den Beschlüssen der Ministerpräsidenten soll nach den Sommerferien in allen Schulen und Kitas wieder der Regelbetrieb beginnen. Am 25. Juni wird bekannt, dass Kinos nach monatelanger Schließung ab 2. Juli wieder öffnen dürfen.

Bis zum 17. Juli steigt die Zahl der insgesamt Infzierten im Kreis Olpe nur noch leicht auf 667 an. Trotz geöffneter Ladenlokale haben die Händler den Lockdown noch in den Knochen.

Maske auch im Unterricht

Im Sommer 2020 entwickelt sich Camping zu einem neuen Trend. Statt Kreuzfahrten und Fernreisen ist Urlaub in Deutschland angesagt. Nach den Sommerferien startet im August die Schule wieder. Die Schüler müssen Maske tragen – auch während des Unterrichts. Ende August hebt das Land die Maskenpflicht im Unterricht wieder auf.

Mitte August liegt die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Olpe bei nur 3,7. Insgesamt infizierten sich bis zum 19. August 732 Menschen im Kreis Olpe. Ende August entscheidet der Bund-Länder-Gipfel ein Großveranstaltungs-Verbot bis zum Jahresende.

Hofkonzerte sind ein Trend des Corona-Sommers 2020. Vielerorts spielen Musiker vor Altenheimen und Krankenhäusern - wie hier Bundeswehr-Musiker am Martinus-Hospital Olpe. von KHS
Hofkonzerte sind ein Trend des Corona-Sommers 2020. Vielerorts spielen Musiker vor Altenheimen und Krankenhäusern - wie hier Bundeswehr-Musiker am Martinus-Hospital Olpe. © KHS

Die Zahl der Briefwähler bei der NRW-Kommunalwahl am 14. September ist auch wegen Corona so hoch wie nie. Bis zum Wahltag steigt die Zahl der Corona-Infektionen seit Pandemie-Beginn auf 778 an: Weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona gibt es nicht.

Beim Bund-Länder-Gipfel am 29. September kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel „eine schwierige Zeit“ an.

Dass sie Recht behalten wird, lest ihr im zweiten Teil des Corona-Rückblicks.

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