Schlittert der Tourismus in die nächste Krise?

Gespräch zwischen Sauerland-Tourismus und Gastronomen im Kreis Olpe


Lars Martin, Thomas Weber, Bernhard Schwermer, Theo Melcher und Thomas Bilsing (von links). von © Sauerland-Tourismus e.V. / Anna Galon
Lars Martin, Thomas Weber, Bernhard Schwermer, Theo Melcher und Thomas Bilsing (von links). © © Sauerland-Tourismus e.V. / Anna Galon

Kreis Olpe. Die Gäste kommen wieder, nutzen vor allen Dingen die Außengastronomie. Sie reisen spontan an, bleiben dafür länger. Darüber, ob diese Nachfrage auch im Herbst und im Winter anhält, oder ob den Betrieben aus Hotellerie und Gastronomie womöglich zu Jahresbeginn 2021 eine neuerliche Krise winkt, standen jüngst im Mittelpunkt eines Treffens von Sauerland-Tourismus und Vertretern der Branche im Rhein-Weser-Turm.


An diesem Treffen nahmen Theo Melcher, Vorsitzender des Sauerland-Tourismus, und dessen Geschäftsführer Thomas Weber, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Dehoga Westfalen Lars Martin und vom Dehoga-Kreisverband des Kreises Olpe Bernhard Schwermer (Hotel Rhein-Weser-Turm) und Thomas Bilsing (Hotel Burg Schnellenberg) teil.

Lars Martin und die Gastronomen des Dehoga-Kreisverbandes brachten deutlich die Sorgen und Nöte der Gastgeber angesichts der nicht abzusehenden Entwicklung der Branche zum Jahresende hin zum Ausdruck. Für die Hotellerie gelte: Der rein touristische Bereich laufe aktuell recht gut, hohe Einbußen hätten wiederum Häuser, die ursprünglich auf das Segment Geschäftsreisetourismus eingestellt waren – auch wenn sich viele schnell auf Freizeitreisende umgestellt hätten.
Einbrüche bei den Einnahmen
„Das komplette Tages- und Seminargeschäft fehlt, ein Gros dieser Häuser fährt unter dem, was sie normalerweise erwirtschaften“, so Martin. Im Restaurantbereich gäbe es große Einbrüche beim Geschäft mit Banketten, Hochzeiten und Familienfeiern, so die Gastgeber Schwermer und Bilsing.

Theo Melcher und Thomas Weber formulierten gemeinsam mit den Vertretern des Dehoga klare Forderungen an die Politik. Insbesondere die Soforthilfe müsse auch für Personalkosten verwendet werden dürfen. Auch die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer – tatsächlich eine große Hilfe, wie Schwermer betonte – müsse bis ins Jahr 2021 ausgedehnt werden.
Melcher appelliert, auswärts essen zu gehen
„Und ein wichtiger Punkt ist auch die Wertschätzung gegenüber den Wirten auf Seiten der Bevölkerung“, stellte Theo Melcher abschließend fest. „Ich mag mir kein Sauerländer Dorf ohne Kneipe, ohne Gasthaus vorstellen. Das ist eine wichtige soziale Komponente.“

Er richtete darum einen Appell an die Einheimischen selbst: „Gehen Sie auswärts essen, mit der gebotenen Vorsicht, vertrauen Sie Ihren Gastgebern. Melden Sie sich an und genießen Sie, dass wir diese Angebote in den Orten haben.“
Artikel teilen: