Rönkhauser erklimmt „Mount Everest“ mit dem Fahrrad

33 Mal von der Kirche zum Lenscheid


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Bastian Albers nahm den Mount Lenscheid bei der Everest-Challenge in Angriff. von privat
Bastian Albers nahm den Mount Lenscheid bei der Everest-Challenge in Angriff. © privat

Rönkhausen. Wie in (fast) allen Sportarten sind auch im Radsport alle Events und Rennen aus den bekannten Gründen abgesagt worden. Den Vorteil, den Radsportler während der Corona bedingten Ausgangsbeschränkungen hatten, war dass sie ihr Training wie gewohnt und ohne größere Einschränkungen durchziehen konnten. So radelte Bastian Albers vom TV Rönkhausen zum „Mount Everest“, den höchsten Berg der Welt.


Der 31-jährige Bastian Albers vom TV Rönkhausen hatte sich im Herbst des vergangenen Jahres das Ziel gesetzt im Juli dieses Jahres an der Salzkammergut Trophy mit 210 Kilometern und 7200 Höhenmetern in Österreich auf seinem Mountainbike teilzunehmen. Da auch dieses Event der Corona-Pandemie zum Opfer fiel, kam ihm auf einer seiner Trainingsrunden die Idee, sich der Herausforderung „Everest Challenge“ zu stellen.

Bei dieser Challenge, die in letzter Zeit auch durch den Versuch von Rad-Profi und Tour de France viertplatzierten Emanuel Buchmann bekannt geworden ist, geht es darum, an einem Stück die Höhe des Mount Everest von 8848 Höhenmetern zurückzulegen. Die Regeln sind dabei sehr simpel gehalten: Immer nur die gleiche Strecke, Auffahrt muss die gleiche Strecke wie die Abfahrt sein, Zeitlimit gibt es keins aber lange Pausen oder Schlaf sind nicht erlaubt, Schieben ist verboten.
33 Aufstiege zum Mount Lenscheid
Nachdem sich der Entschluss, sich dieser extremen Herausforderungen zu stellen, verfestigt hatte, begannen die Planungen. Als Termin wurde Fronleichnam ausgewählt, die Eltern wurden als Betreuer mit ins Boot geholt und die Strecke ausgewählt. Hier entschied Bastian Albers sich für die Strecke von der Kirche in Rönkhausen bis zur Kreuzung auf dem Lenscheid. Um das Ziel zu erreichen müsste die 12,25 Kilometer lange und mit 275 Höhenmetern gespickte Strecke also 33-mal bewältigt werden.

Als alle Planungen abgeschlossen waren, reduzierte Bastian Albers das Trainings-Pensum, um ausgeruht in die Challenge zu starten. Am Donnerstag, 11. Juni , um 4 Uhr morgens war es dann soweit: Bastian Albers schwang sich bei Regen auf sein Rennrad und im Dunkeln wurde der erste Anstieg in Angriff genommen. Zügig setzte die Morgendämmerung ein, der Regen ließ nach und die ersten Anstiege konnten problemlos bewältigt werden.
Ersten zehn Runden ohne Komplikationen
Nach fünf Runden (1375 Höhenmeter und 61 Kilometer) stand die erste planmäßige Pause an. Die Runden sechs bis zehn verliefen ebenfalls ohne besondere Vorkommnisse. Gegen 9.15 Uhr steuerte Bastian Albers erneut die Verpflegungsstelle bei den Eltern an. Die nächsten fünf Runden verliefen allerdings nicht mehr so problemlos wie die ersten.

Bastian Albers musste dem Tempo der ersten zehn Runden Tribut zollen und jede Pedalumdrehung fiel gefühlt doppelt so schwer wie zuvor. Dann bekam Bastian Albers Unterstützung durch einen befreundeten Biker, der ihn motivierte, zumindest die 15 Runden bis zur nächsten Pause voll zu machen.

So quälte sich Bastian Albers noch einmal die 275 Höhenmeter von der Kirche zum Lenscheid. Während der Abfahrt stellte Bastian fest, dass die elektrische Schaltung seines Rennrads den Dienst leider komplett quittierte und kein Gangwechsel mehr möglich war. Jetzt hatte man doch endlich auch den passenden Grund, die Challenge für gescheitert zu erklären.
12 Stunden für 20 Runden
Nachdem kurzerhand das Mountainbike als Ersatzrad organisiert wurde, wollte Bastian Albers es doch nochmal versuchen und nahm die nächsten fünf Runden in Angriff. Diese verliefen auch dank der Unterstützung vom Vater, der Bastian Albers insgesamt auf neun Runden begleitete, wieder besser.

Gegen 16 Uhr konnten somit nach etwa zwölf Stunden die ersten 20 Runden abgehakt werden. Da mit dem Mountainbike nicht mehr die Geschwindigkeit wie mit dem Rennrad zu erreichen war, entschied Bastian sich die nächsten zwei Blöcke auf vier Runden zu reduzieren.
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Diese insgesamt acht Runden konnten auch dank der Begleitung vom Vater und befreundeten Biker recht unproblematisch absolviert und die Rundenzeiten sogar wieder reduziert werden. Gegen 22 Uhr und mit einsetzender Dämmerung machte sich Bastian Albers nach der letzten Pause auf den Weg die verbleibenden fünf Runden in Angriff zu nehmen.
Zieleinfahrt nach 21 Stunden
Mit dem Ziel kurz vor Augen konnten die noch fehlenden 1375 Höhenmeter ohne größere körperliche Beschwerden erklommen werden. Um 1 Uhr erreichte Bastian Albers somit nach 9075 Höhenmeter, 407 Kilometer, insgesamt 21 Stunden Fahrzeit und 11.500 verbrauchten Kilokalorien die Gartenhütte der Eltern. Hier wurde auf das erreichte Ziel noch kurz angestoßen. 
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