Ralf Behle schaut Miroslav Klose über die Schulter

SG-Trainer hospitiert beim FC Bayern


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Ralf Behle hospitierte beim FC Bayern München. Die Erfahrungen möchte er in seine Arbeit bei der SG Finnentrop-Bamenohl einfließen lassen. von Archiv Nils Dinkel
Ralf Behle hospitierte beim FC Bayern München. Die Erfahrungen möchte er in seine Arbeit bei der SG Finnentrop-Bamenohl einfließen lassen. © Archiv Nils Dinkel

Bamenohl. Ralf Behle hat zwölf Tage lang beim FC Bayern in München hospitiert. Er nahm sogar bei einem Spiel neben Miroslav Klose Platz auf der Trainerbank. Nun ist er an den Sportplatz am Bamenohler Schloss zurückgekehrt. Bleibt nun abzuwarten, in wie fern die SG Finnentrop/Bamenohl davon profitieren kann.


Bereits im März war Ralf Behle auf dem Campus des FC Bayern München gewesen. Das „Vergnügen“ ermöglichte ihm Walter Mennekes, der als Vize-Präsident beim FCB tätig ist. Langjährig spielte Behle beim FC Kirchhundem und trainierte die Mannschaft später auch. Der Kontakt zu Mennekes, der seinen Werdegang stets verfolgt, sei nie abgebrochen. Auf dem Campus war Behle auf Hermann Gerland (stellvertretender Campus-Leiter) und Jochen Sauer (Campus-Leiter) getroffen, die ihm nun dieses einmalige Angebot machten.

In München erwartete Behle ein straffes Programm. Eine Woche lang war er an der Seite von Miroslav (Miro) Klose und Co-Trainer Slaven Skeldzic, die die U17 des FC Bayern trainieren. Hier nahm Behle sogar auf der Trainerbank bei einem Spiel der Nachwuchsabteilung Platz.

Eines der Highlights: In der Kabine wohnte er der Ansprache des Weltmeisters Klose bei. „Es war sehr eindrucksvoll. Der gegenseitige Respekt. Jeder reicht sich auf dem Areal die Hand. Ich als Gast fühlte mich schnell als Teil des Projekts, als Teil der Familie“, resümiert der 45-Jährige.
Talente wie David Alaba, Thomas Müller und Emre Can
Man begegne sich untereinander auf Augenhöhe. In Woche zwei stand er an der Seite von Martin Demichelis, der selbst für den FCB auflief, und Danny Schwarz. Hier spielten seinerzeit auch David Alaba, Thomas Müller oder Emre Can.

Das Trainingsareal des FC Bayern München liegt unweit von der Allianz Arena entfernt, wo der Heim-Spielbetrieb des Champions- und Bundesligisten ausgetragen wird. Insgesamt stehen hier acht Plätze für den Trainingsbetrieb zur Verfügung, darunter zwei Kunstrasenplätze. „Sie sind sogar beheizt“, so Ralf Behle, der bei Tracto Technik arbeitet. Doch auch diese kämen bei kalten Temperaturen und Schnee an ihre Grenzen.
Trainings werden individuell gesteuert
„Hier sind Top-Gegebenheiten und ein riesiger Mitarbeiter-Pool. Wenn Miro das Training plant, sitzen da mit Co-Trainer, Arzt, Physio, etc. schnell sieben oder acht Leute. Alle sind über den Entwicklungsstand und die Belastbarkeit informiert. Dementsprechend kann alles koordiniert und gesteuert und individuelle Trainings können angesetzt werden“, erzählt Behle. Man sehe bei den 15- bis 16-jährigen Jungs, die übrigens täglich die Schulbank drücken, dass der Kurs voll auf Profi-Fußball gelenkt sei.
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Aber Behle schaute dem Trainerstab nicht nur über die Schulter, er war auch selbst gefordert. Bei Übungen und Zonenspielen und beim Aufbau der Trainingseinheiten durfte er anpacken. Und was nimmt er hiervon mit nach Bamenohl? „Man hatte Zeit sich auszutauschen und mit Menschen auf oberstem Niveau zu sprechen. Man sieht, wohin sich der Fußball entwickelt“, so Behle.

Mehrere taktische Dinge will er für seine SG Finnentrop/Bamenohl mitnehmen. „Aber erst einmal muss ich alles sacken lassen.“ Er habe in der Zeit beim FC Bayern München ein internes Tagebuch geführt. „Man kann sicher eine Menge mitnehmen. Zumindest einige Ansätze. Sicherlich lässt sich mannschaftstechnisch einiges mit einbauen“, erzählt Behle.
Behle will Entwicklung sehen
Und wird er der SG nun abtrünnig? „Ich sehe das Ganze relativ entspannt und bin zufrieden hier. Hier in Bamenohl ist eine gute Arbeit mit guten Leuten und vielen Machern. Es sind überragende Jungs. Es gibt derzeit keinen Grund zu sagen: Ich möchte hier oder da hin“, so Behle. Er wolle Entwicklung sehen. „So arbeite ich schon die ganzen Jahre. Es geht nicht zwingend um den Tabellenplatz. Du kannst auch mal ein Spiel verlieren. Mit deiner DNA und nicht, wie der Gegner es möchte“, so Behle abschließend.
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