Preise steigen weiter - Olpe ist teures Pflaster und Kirchhundem günstig

Immobilienmarkt ist in Bewegung


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Symbolfoto Hausverkauf, Immobilien von Pixabay.com
Symbolfoto Hausverkauf, Immobilien © Pixabay.com

Kreis Olpe. Eine Fülle interessanter Daten und Fakten enthält der Grundstücksmarktbericht 2023, den der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Olpe erarbeitet hat und der jetzt vorliegt. Der Bericht beschreibt den regionalen Grundstücksmarkt des Jahres 2022. Die Auswertungen zeigen auf, dass die Preise auf dem Immobilienmarkt - wie bereits in den Vorjahren - nochmals gestiegen sind.


Allerdings ist die Anzahl der Kaufverträge insgesamt rückläufig. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2022 wurden kreisweit weniger Verträge abgeschlossen. Dieser Trend hält in den ersten Monaten 2023 an. Nach Ansicht der Fachleute im Gutachterausschuss ist dies eine direkte Folge der stark gestiegenen Zinsen.

Preisentwicklung

Da die Preise in nahezu allen Bereichen des Immobilienmarkts gestiegen sind, hat sich trotz sinkender Fallzahlen der Geldumsatz im Vergleich zu den Vorjahren erhöht. Es gibt aber auch gegenläufige Entwicklungen. So wurden Waldgrundstücke und Mehrfamilienhäuser im Durchschnitt günstiger gehandelt.

Beim Preisniveau von Eigentumswohnungen und Ein-/Zwei-Familienhäusern ging es 2022 weiter aufwärts. von Gutachterausschuss
Beim Preisniveau von Eigentumswohnungen und Ein-/Zwei-Familienhäusern ging es 2022 weiter aufwärts. © Gutachterausschuss

Insbesondere seit Sommer 2022 hat der Gutachterausschuss Marktveränderungen festgestellt. Vor allem in hochpreisigen Regionen wurden weniger Kauffälle von Ein- und Zweifamilienhäusern registriert. Auch gebrauchte Eigentumswohnungen wechselten im vergangenen Jahr viel seltener den Besitzer. Trotzdem gibt es auch in diesem Segment noch steigende Preise.

Kostete ein Quadratmeter Bauland 2018 im kreisweiten Durchschnitt noch 96 Euro, waren es im vergangenen Jahr schon 111 Euro. Der Durchschnittspreis für ein gebrauchtes Ein-/Zwei-Familienhaus stieg im selben Zeitraum von 189.000 auf 286.000 Euro. Mit Abstand am teuersten war Wohnbauland im vergangenen Jahr in Olpe. Das ist auf den Verkauf von wenigen hochpreisigen Baugrundstücken in einem neuen Baugebiet zurückzuführen.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Baulandpreise in den sieben Kommunen des Kreises Olpe. von Gutachterausschuss
Die Grafik zeigt die Entwicklung der Baulandpreise in den sieben Kommunen des Kreises Olpe. © Gutachterausschuss

Ebenfalls über dem Kreisdurchschnitt liegen die Baulandpreise in Attendorn und Wenden. Am preiswertesten waren Baugrundstücke in Kirchhundem, Finnentrop und Lennestadt zu haben. Insgesamt wurde bei Immobilienverkäufen im Kreis Olpe im Jahr 2022 ein Umsatz von etwa 249 Millionen Euro gemacht.

Die Bodenrichtwerte sind in Olpe und Attendorn sowohl in den Kernstädten (100 bis 230 Euro/qm je nach Lage) als auch in den dörflichen Stadtteilen (60 bis 130 Euro/qm) mit Abstand am höchsten. In der Gemeinde Kirchhundem gibt mit 40 bis 80 Euro/qm die niedrigsten Bodenrichtwerte.

Wo kommen die Zahlen her?

Als Datengrundlage für die Bodenrichtwerte und den Grundstücksmarktbericht dient die Kaufpreissammlung. Alle Notare sind durch das Baugesetzbuch verpflichtet, eine Kopie sämtlicher Immobilienkaufverträge zur Auswertung an die Gutachterausschüsse zu senden. Daher hat dieses Gremium den großen Vorteil einer wirklich flächendeckenden, lückenlosen und somit auch realistischen Marktübersicht.

Die Bodenrichtwerte im Kreis Olpe werden über das Portal BORIS.NRW (www.boris.nrw) veröffentlicht. Dort ist der jährlich erscheinende Grundstücksmarktbericht kostenlos erhältlich. Nähere Informationen zum Gutachterausschuss im Kreis Olpe und seinen Aufgaben findet man auf www.gars.nrw/kreis-olpe.

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